Ein guter Ort. Mehr muss man eigentlich nicht sagen, um die Masseria Susafa zu beschreiben. Und das ist gleichzeitig auch das größte Kompliment, das man einem Hotel machen kann. Es gibt nämlich nur sehr wenige wirklich gute Orte auf der Welt.
Die Anfahrt ist abenteuerlich. Eine kleine Straße, die sich zwischen hohen Bergen entlangschlängelt, ist eigentlich eher eine Ansammlung von Schlaglöchern, zusammengehalten von etwas Beton. Für alle, die es wirklich einsam wollen: Willkommen in Susafa. Wobei ich nicht herausbekommen habe, ob Susafa der Name eines Ortes ist. Oder eines Landstriches. Hier ist nämlich absolut nichts, außer der Masseria. Der nächste Ort ist 30 Minuten entfernt.
Das Hotel selbst ist ein großer, alter Bauernhof. Es gibt etwas mehr als zehn Zimmer und eine wahrhaft gigantische Halle mit gemauerten Bögen. Hier findet man das hervorragende Restaurant. Essen kann man natürlich auch draußen, in einem lauschigen Innenhof. Überhaupt ist die ganze Anlage sehr weitläufig und abwechslungsreich. Es gibt eine Menge schöner Plätze, an denen man es lange aushält. Direkt vor den Zimmern sind Grünflächen mit Hängematten und Sonnenliegen. Es gibt einen schönen kleinen Pool und eine hübsch eingerichtete Bar in einer ehemaligen Scheune.
Der schönste Platz ist allerdings der Turm. Auf dem weitläufigen Flachdach kann man unter weißen Sonnensegeln am besten die Aussicht genießen. Der Platz, an dem die Masseria Susafa steht, ist geschickt gewählt. Man kann in drei Richtungen bis zum Horizont schauen. Nichts behindert den Blick über die Berglandschaften. Das einzige Geräusch, das man dabei hört, sind die allgegenwärtigen Kuhglocken. Ein bisschen wie die Schweiz auf 2000 Meter – aber mit Palmen.
Die Masseria Susafa ist ein einfaches Hotel. Nicht übertrieben schick, auch nicht bemüht modern, sondern echt, authentisch und harmonisch.
Die Besitzer haben das Hotel liebevoll renoviert. Und dabei nur Materialien und Möbel verwendet, die wirklich in die Landschaft passen. Dass die Masseria ein günstiges Hotel ist, fällt nur an wenigen Stellen auf. Vor allem im Bad. Mit den dunkelbraunen Fliesen sieht es ein bisschen aus, als hätte man es vor 30 Jahren eingebaut. Ansonsten könnten die Sizilianer ein wenig mehr Sorgfalt beim verlegen Ihrer Leitungen an den Tag legen. Das ist uns aber auch schon im letzten Hotel aufgefallen. Vielleicht ist das hier einfach so.
Zusammenfassend kann man sagen: Wenn man nach einem Luxushotel sucht, ist man hier falsch. Wenn man sich einen guten, ehrlichen Ort wünscht, an dem man wirklich mal abschalten kann, dann sollte man unbedingt einige Tage hier verbringen.





Das Hotel selbst besteht aus vielen kleinen verstreut liegenden Häusern und Gärten. Wir haben in unseren zwei Nächten kaum einen anderen Gast gesehen. Obwohl das Hotel ausgebucht war, fühlte es sich nicht so an. Auf den vielen kleinen Terrassen findet jeder sein privates Plätzchen. Die Einrichtung und Ausstattung ist sehr geschmackvoll und hübsch. Und: endlich mal richtig gutes WLAN. Da ich mich sonst immer darüber ärgere, muss ich das einfach mal lobend erwähnen. Ansonsten wäre ein Wasserkocher auf dem Zimmer noch sehr schön gewesen. Und ein paar dicke Decken. Aber die braucht man wohl auch nur im Oktober.