La Serena Villas, Palm Springs

DP1Q1736In Amerika ist alles überdimensioniert. Das gilt für Freeways und Autos und sogar für die Kaffeeportionen bei Starbucks. Leider gilt es auch für die meisten Hotels.
Wir waren einige Tage geschäftlich in Los Angeles. Bei dieser Gelegenheit wollten wir noch das Wochenende dran hängen, um Stadt und Umland zu erkunden.

Auch dieses Mal haben wir nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht, das in den Blog passen könnte. Leider war das in Los Angeles gar nicht so einfach. Die meisten Hotels sind riesig, teuer und oft auch geschmacklich fragwürdig. Viele sind auch sichtlich in die Jahre gekommen. Kurz gesagt: Für den Blog war hier nichts zu finden.

Schließlich sind wir auf Palm Springs gestoßen. Irgendwie hatte das einen guten Klang (ich vermute durch Fernsehserien aus meiner Kindheit), und die Aussicht, nach den Tagen in Santa Monica noch ein bisschen was von der Wüste zu sehen, gefiel mir.

Los Angeles / Kalifornien 2017Zwei Stunden Fahrt von Los Angeles entfernt ist man hier in einer ganz anderen Welt. Das gilt natürlich für die Landschaft – Palm Springs liegt mitten in der Wüste, – aber vor allem für das Klima. Während der August in L.A. sich ungefähr so anfühlt, wie der Sommer in Deutschland, ist es hier bis zu 20 Grad wärmer. Mittags im Auto zeigte das Thermometer irgendwann 111 Grad Fahrenheit, also höllenartige 44 Grad Celsius.
Air Condition hat hier natürlich jedes Hotel. Aber ein Pool stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Die sonstigen Kriterien sollten den anderen Häusern in diesem Blog entsprechen. Fündig geworden sind wir bei „La Serena Villas“. Das ist ein fast neues Hotel im spanischen Stil. Auf den Fotos sah es wirklich gut aus. Und auch die Preise waren für kalifornische Verhältnisse in Ordnung.
Los Angeles / Kalifornien 2017
Als wir Nachmittags im Hotel ankamen, war es ungefähr vier Uhr. Nach der langen Fahrt im kühlen Auto traf uns beim Öffnen der Tür fast der Schlag. Zum Glück waren es bis zur  angenehm klimatisierten Lobby nur ein paar Schritte. Der erste Eindruck war ausgesprochen positiv. Alles ist hell und modern, die Einrichtung geschmackvoll und schlicht. Feine, hochwertige Details finden sich an jeder Ecke. Besonders die kunstvollen Fliesen fallen ins Auge. Hinter den Verandatüren aus Holz und Glas schimmert auch schon der Pool.

Der Check-in ging problemlos und schnell über die Bühne. Gut fanden wir auch, dass das Hotel sehr transparent mit der Tax umgeht. Diese wird zu jeder Zeit sichtbar ausgewiesen, und die Steuer ist im Gesamtpreis enthalten. Hier fällt man sonst als Europäer gerne mal auf die Nase, da in den USA die Preise eigentlich immer ohne Tax ausgewiesen werden. Man weiß also nie wirklich, was man am Ende bezahlt. Was ich auch sehr nett fand, war das Upgrade, das wir bekommen haben. Unser Zimmer war eine große Suite mit separatem Schlafzimmer und einer kleinen Küche. Auch hier ist die Einrichtung sehr geschmackvoll und hochwertig ausgefallen. Es gibt eine wundervolle, riesige Dusche, die wir auch oft benutzt haben. Auch wenn das Wasser in Palm Springs natürlich nie wirklich kalt wird, ist jede Erfrischung höchst willkommen.

Los Angeles / Kalifornien 2017Sehr positiv aufgefallen ist die Klimatisierung. Normalerweise ist meine erste Handlung, die Air Condition auszuschalten. Aber in diesem Hotel gibt es in unserem Zimmer ganze sieben Ausströmer. Versteckt hinter kunstvoll geschnitzten Holzblenden, sorgen sie für eine absolut zugfreie Belüftung. So vergisst man im Zimmer tatsächlich die Gluthitze vor der Tür und kann sich richtig entspannen.
Gegen fünf Uhr Abends wird es dann langsam kühler, und man kann sich an den Pool legen, ohne dabei zu verglühen. Das Hotel ist wirklich sehr durchdacht gebaut. So wirft zum Beispiel der kleine Turm des Restaurants genau zur richtigen Zeit Schatten. So lässt es sich im Wasser stundenlang aushalten. Die Serena Villas sind ein wundervoller Ort mit einer sehr friedlichen Atmosphäre. Es handelt sich um ein Adult-Hotel. Das ist zwar schade für Familien mit Kindern, aber es sorgt in jedem Fall für Ruhe.

Besonders schön wird es am Pool gegen 19 Uhr. Der Mond steht dann zu dieser Jahreszeit schon am wolkenlosen Himmel. Die mächtigen Berge hinter dem Hotel sind in weiches Licht getaucht. Die Temperatur ist herrlich und das Wasser wunderbar warm. Leise, angenehme Musik streift aus unsichtbaren Lautsprechern unsere Ohren. Eigentlich könnte man die ganze Nacht hier verbringen.

Direkt am Pool befindet sich das kleine, schicke Restaurant des Hotels. Es hat auch eine Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht. Leider war sie aufgrund der Hitze geschlossen. Wir hätten auch nicht hier gegessen, da wir abends lieber die kleine Stadt erkunden wollten. Aber ich bin sicher, dass die Qualität der Speisen dem Anspruch des Hotels gerecht wird.

Los Angeles / Kalifornien 2017Ich kann dieses kleine, feine Hotel wirklich jedem ans Herz legen. Es hat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, das Design ist zeitlos schön, die Lage ist perfekt. Man kann abends die meisten Restaurants zu Fuß erreichen. Und je nach Jahreszeit sind die Temperaturen natürlich manchmal auch angenehmer. Juni bis August ist hier absolute Nebensaison. Im Januar sind es angenehme 25 Grad. Wir haben uns hier jedenfalls sehr wohl gefühlt, und vielleicht verschlägt es uns ja mal wieder nach Palm Springs…

laserenavillas.com

 

 

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Hôtel Le Moulin, Gundershoffen

Auch wenn es beim Lesen nicht so aussieht: Den Blog zu schreiben ist viel Arbeit. Der schwierigste Teil ist dabei die Recherche. Mir ist wichtig, dass nur die besten Häuser hier eine Plattform bekommen. Und oft weiß man erst vor Ort, ob das Hotel wirklich hält, was die Website verspricht. In diesem Fall war es ausnahmsweise einfacher. Das Hotel Le Moulin war eine Empfehlung aus dem Freundeskreis.
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Es war bereits auf dem Parkplatz klar, dass es ein idealer Kandidat für „klein&fein“ ist. Das Hotel hat eine wunderbare Atmosphäre, die einen sofort berührt. Eine kleine Steintreppe führt vom Parkplatz zu der stattlichen alten Mühle. Er ist gesäumt von einigen adretten Fachwerkhäuschen und Nebengebäuden. Überall blühen prächtige Rosenbüsche. Schon hier hört man das allgegenwärtige Rauschen des Mühlbachs, der den Garten des Hauses von den weiten Wiesen und Koppeln dahinter trennt.

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Der weitläufige Garten der Mühle umschließt das Hauptgebäude von allen Seiten. Überall sind kleine Tische mit blendend weißen Tischdecken verteilt. Mächtige Bäume spenden Schatten. Ein kleiner Weg aus schönem Naturstein schlängelt sich durch das Anwesen bis hin zu einer kleinen Brücke über den Bach. Darunter zieht ein Schwan seine Kreise.
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Überhaupt ist Wasser hier das prägende Element. Der Bach fließt sogar unter dem Hotel durch. Hinter dem Haus tost er mit kleinen Schaumkrönchen an der Mühle vorbei, in der Mitte des Gartens fließt er gemächlich und ruhig. Wenn ich „Garten“ sage, klingt das eigentlich zu klein. Das Anwesen ist wirklich riesig. Ich finde den Begriff nur so passend, weil alles so privat und naturbelassen wirkt. Wenn man hier mit einem guten Buch den Tag verbringt, hat man sehr schnell vergessen, dass man sich in einem Hotel befindet. Es fühlt sich eher an, als wäre man bei Freunden eingeladen. Bei schönem Wetter wird auch das großartige Frühstück hier draußen serviert. Das ist natürlich ein besonderes Highlight.
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Das Hotel selber bietet dreizehn hochwertig ausgestattete Zimmer und Suiten an. Jedes ist ganz individuell gestaltet. Manche haben einen Balkon mit Blick über den Bach, andere liegen direkt am Garten. Die Website des Hotels bietet hier einen sehr guten Überblick.

Wir waren bei unserem Besuch direkt unter dem Dach untergebracht. Hier gibt es zwar keine Terrasse, aber dafür andere schöne Details. Wie überall im Haus sind auch hier die alten Balken zu sehen. Die Holzdecke, die sich bis in den Giebel wölbt, ist mit Wolken handbemalt. Das ganze Hotel Le Moulin ist wirklich sehr liebevoll und behutsam renoviert. Nur die Deko schlägt manchmal ein wenig über die Stränge. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache.
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Es gibt auch ein hoteleigenes Restaurant. Leider war das ausgerechnet während unseres Aufenthaltes geschlossen. Deshalb kann ich darüber leider nichts sagen. Aber da es vom Michelin-Guide ausgezeichnet wurde, ist es vermutlich ziemlich gut.

Aus meiner Sicht ist das Hotel Le Moulin uneingeschränkt empfehlenswert. Die Atmosphäre ist wirklich wundervoll. Friedlich, abgeschieden und herrlich gelegen. Man ist hier in einer ganz anderen Welt. Und das nur zwei Stunden von Frankfurt entfernt. Auch der Empfang war sehr herzlich, die Leute im Hotel sind freundlich und hilfsbereit. Das Umland mit den kleinen, französischen Dörfchen ist mehr als reizvoll und bietet viel Potential für Ausflüge und Wanderungen. Das Hotel ist ideal für Leute, die Ruhe suchen und locker den ganzen Tag mit einem guten Buch verbringen können. Ansonsten wird wenig „Action“ geboten. Es gibt auch keine Wellness-Angebote. Aber das habe ich auch absolut nicht vermisst.

Mehr Bilder vom Hotel gibt es auf Instagram unter #kleinefeinehotels

www.hotellemoulin.com

 

Villa Hammerschmiede, Pfinztal

dp1q3034neuDie Villa Hammerschmiede ist ein geschichtsträchtiger Ort. Erbaut wurde das Haus 1893 als Wohnsitz für den Direktor eines nahegelegenen Hammerwerks. 1930 wechselte das Objekt den Besitzer und wurde Eigentum der Firma Krupp. Nachdem die Krupp AG ihr Werk in den 70ern geschlossen hatte, dauerte es noch einige Jahre, bis das ehrwürdige Gebäude an den Unternehmer Norbert Schwalbe verkauft wurde. Er erkannte das Potential und baute das alte Herrenhaus Ende der 80er Jahre zu einem sehr exklusiven kleinen Hotel um. Geplant war es schon immer als Familienbetrieb. Und das ist es bis heute geblieben.
dp1q2899-neuDer Empfang ist entsprechend herzlich. Hier ist nichts zu spüren von der üblichen distanzierten Geschäftigkeit in Hotels. Die Menschen sind freundlich und begegnen den Gästen auf Augenhöhe. Eine sehr angenehme Erfahrung.
Wir bezogen ein Zimmer im zweiten Stock der Villa. Was uns zuerst ins Auge fiel, war die wundervolle Aussicht in den Park des Anwesens. Hundertjährige Bäume wechseln sich mit gepflegten Rasenflächen und schattigen Kieswegen ab. Der Übergang in den Wald der Umgebung ist fließend. Wahrscheinlich hatte der Park tatsächlich 100 Jahre Zeit, um so prachtvoll einzuwachsen. Und das passt wirklich bestens zur Atmosphäre der Villa Hammerschmiede. Man ist einfach ein bisschen abgekoppelt von der Welt da draußen. Und das ist es ja, was gute Hotels ausmacht.
relaisDie Villa Hammerschmiede ein gutes Hotel zu nennen, wäre eine Untertreibung. Es handelt sich um ein Fünf-Sterne-Hotel, das zur renommierten Relais&Chateaux-Vereinigung gehört. Das spricht ja schon von vornherein für sich.

Besonders hervorzuheben ist das Restaurant, das absolut herausragende Küche bietet. Das Preis-Leistung-Verhältnis empfanden wir trotzdem als sehr ausgewogen. Auch das Ambiente ist toll. Man kann im urigen Gewölbekeller der Villa speisen. Oder wahlweise in einem stilvollen und lichtdurchfluteten englischen Pavillon. Im Sommer lockt eine wundervolle eingewachsene Sonnenterrasse. In den gleichen Örtlichkeiten findet auch das äußerst opulente Frühstück statt. Hier gibt es übrigens den besten Latte Macchiato, den ich je hatte.

Wir haben während unseres Aufenthaltes einen Nachmittag in der Therme in Baden-Baden eingelegt. Sie ist vom Hotel aus in ca. 35 Minuten zu erreichen. Eigentlich kann man aber auch einfach im hauseigenen „Felsenbad“ bleiben. Das findet man in einem Glaspavillon mit spektakulärem Ausblick. Darin gibt es ein großes Schwimmbecken, Whirlpool, Sauna, Dampfbad und ein Solarium. Das Ganze ist wirklich schön gestaltet. Und sogar rund um die Uhr geöffnet.
dp1q2951-neuStilistisch entspricht die Villa Hammerschmiede übrigens nicht immer zu 100% unserem Geschmack. Wir bevorzugen es eigentlich eher schlicht und zeitlos. Hier gibt es auch mal goldene Treppengeländer. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Und die Hauptsache ist ja, dass alles stimmig ist. Das ist es hier in jedem Fall. Die Villa Hammerschmiede ist ein Gesamtkunstwerk mit jeder Menge Charakter. Wir haben uns hier wirklich sehr wohl gefühlt. Und können das Hotel wärmstens empfehlen. Vor allem Menschen, die auf gutes Essen wert legen, werden voll auf Ihre Kosten kommen.

www.villa-hammerschmiede.de

Landhaus Bärenmühle, Ellershausen

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Manchmal müssen es keine exotischen Orte in fremden Ländern sein. Ab und zu reichen auch zwei Stunden mit dem Auto, um in eine ganz andere Welt einzutauchen.
Die Bärenmühle liegt verwunschen und einsam am Rande des Kellerwalds. Ein kleiner Bach schlängelt sich durch das idyllische Tal direkt an ihr vorbei. Man hört eigentlich nur das sanfte Gurgeln und Plätschern des Wassers. Selbst das Handy bleibt stumm. Empfang gibt es hier zum Glück keinen.

Die alte Mühle besteht aus drei Hauptgebäuden, in denen sich die Zimmer verteilen. Wir waren hier schon öfter, deswegen kenne ich einige davon. Jedes ist auf seine Weise charmant und einzigartig. Vom „Schäferstübchen“ bis zu „Heiners Himmelreich“ ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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Das ganze Landhaus wurde auf wunderbare Weise in die Gegenwart renoviert. Die Substanz und der Charme der alten Mühle sind perfekt konserviert worden – und bietet trotzdem den Standard eines modernen Hotels der oberen Liga. Dabei fällt immer wieder die Liebe zum Detail auf. Sei es bei der Einrichtung, den Materialien oder auch in der Gastronomie. Hier ist jemand mit Geschmack und Stil am Werk. Die Bärenmühle erfüllt die Kriterien „klein&fein“ jedenfalls mit Bravour.

DP1Q2764Das Publikum besteht aus älteren Wanderern, verliebten Pärchen und Familien mit Kindern. Der gemeinsame Nenner ist die wundervolle Natur. Alle sind hier tiefenentspannt – und meilenweit entfernt vom Alltag. Das Gelände der Bärenmühle ist so weitläufig, dass man von anderen Gästen ohnehin nicht viel mitbekommt.

Mein persönliches Highlight ist der große Schwimmteich im idyllischen Garten der Bärenmühle. Hier haben wir viel Zeit verbracht. Besonders toll fanden wir die abendliche Sauna mit anschließendem Sprung ins frische Wasser. Kinder behaupten sogar, es wäre total warm. Natürlich mit Gänsehaut und Zähneklappern. Am Teich gibt es auch viele schattige Plätzchen, an denen man es mit einem guten Buch lange aushält.

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Die Bärenmühle liegt wirklich sehr abgeschieden. Man kann nicht einfach in die nächste Stadt zum Abendessen fahren. Und das muss man auch nicht. Das wunderbare Restaurant serviert echte kulinarische Highlights. Dabei kommen die meisten Zutaten aus nahegelegenen Bauernhöfen. „Natur pur“ ist hier wirklich wörtlich zu nehmen. Eine Fanta bekommt man hier zum Beispiel nicht. Das passt nicht ins Konzept.
Während abends vier Gänge kredenzt werden, gibt es Frühstück am Buffet. Natürlich auch mit leckeren Sachen aus dem Lengelbachtal. Und zwar bis 11 Uhr. Auch das trägt zur Entspannung bei. Übrigens gibt es auch einige Wohnungen mit Küche, sodass man sich das Geld für das Restaurant und das Frühstück theoretisch auch sparen kann. Gerade für Familien ist das eine interessante Alternative.

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In diesem Blog habe ich schon viele schöne Hotels vorgestellt. Die Bärenmühle möchte ich besonders ans Herz legen. Einige Tage hier sind ganz sicher erholsamer, als zwei Wochen Pauschalreise. Wir kommen jedenfalls ganz sicher wieder.

www.baerenmuehle.de

Grand Hôtel de Cala Rossa

Mit Luxus kann man sich schmücken. Oder damit angeben.
Heute schreibe ich über eine andere Art von Luxus. Es ist der, den man still genießt. Der die Seele erfreut. Willkommen im Grand Hôtel de Cala Rossa.cala1Natürlich ist das Cala Rossa ein waschechtes Luxushotel. Eines der Besten, in denen ich je war. Hier ist alles perfekt. Die Einrichtung, der Service, die Lage. Das gehört in dieser Klasse von Hotels einfach dazu. Aber das Cala Rossa bietet mehr. Hier ist der eigentliche Luxus die Privatsphäre, die Abgeschiedenheit und die absolute Ruhe.
Das Haus liegt an einem absolut idyllischen Privatstrand. Umgeben von jahrzehntelang gewachsenen Gärten. Zwischen Palmen und schattigen Pinien. Ein absolut magischer Ort. cala2

Der schönste Platz ist die weitläufige Holzterrasse, die fast bis ans Meer geht. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt wundervolle Sonnenliegen und viele schattige Plätzchen. Im Hochsommer wird hier auch das Abendessen serviert. Mit frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten. Und mit einem Meerblick, der seinesgleichen sucht. Wenn im weichen Abendlicht die Berge zu sanften Schemen werden, will man den Blick gar nicht mehr abwenden.

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Direkt neben der Terrasse liegt der feinsandige Privatstrand. Und direkt davor das Meer. So kristallklar, frisch und sauber, wie man es eher in der Karibik vermuten würde. Nicht umsonst wird die Bucht als eine der schönsten der ganzen Insel gepriesen. Umso höher muss man bewerten, wie privat es im Grand Hotel de Cala Rossa bleibt. Übrigens haben nicht mal Moskitos die Chance, die Ruhe der Gäste zu stören. Es gibt ein hotelweites System zur Abwehr von Mücken. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Ganz selten knattert auch ein Helikopter über die Bucht. Echte VIPs können den Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände nutzen.

DP1Q1182Auch die Einrichtungen des Hotels sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt ein wundervolles SPA mit Hamam und einem großen, beheizten Indoor-Pool.
Im SPA bleiben keine Wünsche offen. Sogar einen eigenen Friseursalon gibt es. Und wer das hervorragende Essen wieder abtrainieren möchte, findet ein gut ausgestattetes Fitnessstudio vor. Ein zweites Restaurant für kühle Abende gibt es auch. Und sehr geschmackvolle, geräumige Zimmer. Hier hat man einen Blick in den schattigen, grünen Garten. Das Meer blitzt glitzernd zwischen den Zweigen hindurch. Und nach einigen Stunden am sonnigen Strand weiß man diesen Rückzugsort sehr zu schätzen. Zumal die Betten absolut perfekt sind.

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Und wo wir gerade bei den nützlichen Kleinigkeiten sind: Das Grand Hotel de Cala Rossa ist das erste Hotel, in dem das WLAN funktioniert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Das schaffen nur die wenigsten Hotels. Und für mich ist das oft ein Ärgernis.

Ich war schon in vielen sehr guten Hotels. Manche davon sind auch in meinem Blog verewigt. Das Cala Rossa setzt bei den Strandhotels einen ganz neuen Standard. Gerade weil es den Luxus nicht so vordergründig in Szene setzt – sondern ihn ganz beiläufig inszeniert. Mit viel Natur, schöner Patina, perfektem Service und Designer-Möbeln, die nicht wie Fremdkörper aussehen. Ein absolut harmonisches Gesamtkunstwerk mit viel Liebe zum Detail.

cala4Wir waren leider nur zwei Tage hier. Am liebsten wäre ich den Rest meines Lebens geblieben. Heute werden wir den Abend auf der wundervollen Terrasse ausklingen lassen. Und versuchen, uns dieses Bild für immer einzuprägen.

www.hotel-calarossa.com

 

Hôtel Demeure Castel Brando

Manche Häuser haben eine Seele. Man spürt es sofort, wenn man sie zum ersten Mal betritt. Auch im Castel Brando spürt man den Hauch der Geschichte. Erbaut wurde es bereits im Jahre 1853. Und der Charme des alten Herrenhauses ist bis heute erhalten geblieben.

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Das Highlight des Castel Brando ist der schattige Innenhof: Üppig eingewachsen, gesäumt von ehrwürdigen Palmen und mit einem uralten Olivenbaum im Mittelpunkt. Hier kann man die korsische Mittagshitze gut überstehen. Auch das Frühstück findet hier DP1Q2454blogstatt. Das ist reichhaltig und lecker, muss aber leider zusätzlich bezahlt werden. Gegen Abend wird der Hof dann immer leerer. Das liegt vor allem am Fischerdörfchen Erbalunga.

Direkt gegenüber vom Hotel beginnt die quirlige, bunte Altstadt mit dem schönen, kleinen Hafen. Abends ist es hier wirklich herrlich, wenn man bei einer leichten Brise über den großen Platz bis zum Meer flaniert.
Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb das Castel Brando kein eigenes Restaurant besitzt. Die Möglichkeiten für ein leckeres Abendessen direkt am Meer sind in Erbalunga einfach zu vielfältig. Natürlich gibt es vor allem frisch gefangenen Fisch in allen Variationen. Das Dörfchen besitzt auch einen kleinen Kiesstrand. Für eine kurze Abkühlung im Meer ist das schön. Aber wer Strandurlaub im Sinn hat, ist hier am falschen Ort.
Auf Wasser muss man im Castel Brando dennoch nicht verzichten. Es gibt gleich zwei Pools, wobei der Größere mit einem tollen Blick auf die Berge besticht. Wem das Wasser noch nicht warm genug ist, der kann sich im benachbarten Jucuzzi gar kochen.
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Das Hotel hat ca. 40 Zimmer. Die verteilen sich sehr unauffällig auf vier Gebäude, die in einigem Abstand auf dem Gelände stehen. Am besten fragt man nach einem Zimmer im Haupthaus. Das ist am stilvollsten. Wobei das Anwesen generell perfekt renoviert und in bestem Zustand ist.

Das Castel Brando ist für uns ein eher untypisches Hotel. Wir mögen es ja eigentlich eher ruhig und abgeschieden. Hier ist man mitten im Leben. Das soll aber keine Wertung sein. Wer ein bisschen korsisches Flair schnuppern möchte, der ist in Erbalunga genau richtig. Man nennt es auch nicht umsonst das Tor zum Cap Corse. Die Küstenstraße, die hier beginnt, ist eine der schönsten, die ich je gefahren bin.
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www.de.castelbrando.com

 

Grimsel Hospiz, Guttannen

Man hat ja heutzutage eigentlich schon alles gesehen. Umso erstaunlicher ist es, die Region rund um den Grimsel-Pass zu entdecken. Die Gegend ist geprägt von schroffen Gipfeln, felsigen Hängen, karger Vegetation und äußerst wechselhaftem Wetter. Das Ganze ist in seiner Wucht so ungewohnt, dass man genauso gut auch auf einem fremden Planeten sein könnte.

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Die steilen Berge bieten optimale Vorraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft. Die Schweizer haben das auch ausgiebig genutzt. Rund um den Grimsel reiht sich ein Stausee an den anderen. Rein technisch sind das untereinander vernetzte Pumpspeicherbecken. Aber niemand, der hier steht, wird das technisch betrachten können. Die Wucht der Eindrücke fegt einen geradezu hinweg. Dazu passt, dass es auch im Juli nur 11 Grad auf dem Thermometer sind. Eisige Bäche stürzen von allen Seiten in die Stauseen. Wasserfälle, so weit das Auge reicht.

Das Grimsel-Hospiz thront auf einem gewaltigen Felsen inmitten eines Stausees. Auch der Weg zum Hospiz führt über die Staumauer. Allein die Anfahrt ist daher schon ein Erlebnis. Wenn man das Gebäude zum ersten Mal sieht, dann wird auch sofort klar, wie es fast 100 Jahre überdauern konnte: Wie eine massive Trutzburg erhebt es sich über den Felsen und die Seen. Ein menschliches Bollwerk gegen die Widrigkeiten der Natur.

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Drinnen sieht die Welt ganz anders aus. Gemütlich, warm und sicher. Der pfeifende Wind muss draußen bleiben. Auch der Empfang ist warm und herzlich. Da das Grimsel-Hospiz in der deutschen Schweiz liegt, haben wir auch keine Verständigungsschwierigkeiten.

 

Das Haus ist 2010 komplett saniert worden. Alles sieht aus wie neu und ist in bestem Zustand. Allerdings ist auch Wert darauf gelegt worden, der Geschichte Tribut zu zollen. So ist dann auch alles durchgängig mit Stein und Holz gebaut. Massive Dielen auf dem Boden, An vielen Stellen schwarzer Schiefer. Viele Möbel aus schwerem, dunklen Holz. Besonders gut haben mir die Lampen gefallen. Man kann bei den meisten nicht sagen, ob sie aus diesem Jahrhundert stammen – oder aus dem letzten. So geht es einem an vielen Stellen des Hotels. Alles fühlt sich zeitlos und hochwertig an. Toll gestaltet, gemütlich und absolut geradlienig. Schweizer Design eben.

Ich kann das Hotel uneingeschränkt empfehlen. Preislich ist es gehoben, aber noch bezahlbar. Wir sind ja immerhin in der Schweiz. Ich würde sehr gerne irgendwann mal im Winter hierher fahren. Das wäre sicher noch eindrucksvoller. Zu erwähnen wäre noch, dass die Passstrasse zum Grimsel wirklich wunderbar ist. Für Motorradfahrer ein absolutes Muss. Auch mit dem Cabrio ist es eine der schönsten Strecken.

Schweiz Sommer 2010

Link zum Grimsel-Hospiz