Hôtel Demeure Castel Brando

Manche Häuser haben eine Seele. Man spürt es sofort, wenn man sie zum ersten Mal betritt. Auch im Castel Brando spürt man den Hauch der Geschichte. Erbaut wurde es bereits im Jahre 1853. Und der Charme des alten Herrenhauses ist bis heute erhalten geblieben.

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Das Highlight des Castel Brando ist der schattige Innenhof: Üppig eingewachsen, gesäumt von ehrwürdigen Palmen und mit einem uralten Olivenbaum im Mittelpunkt. Hier kann man die korsische Mittagshitze gut überstehen. Auch das Frühstück findet hier DP1Q2454blogstatt. Das ist reichhaltig und lecker, muss aber leider zusätzlich bezahlt werden. Gegen Abend wird der Hof dann immer leerer. Das liegt vor allem am Fischerdörfchen Erbalunga.

Direkt gegenüber vom Hotel beginnt die quirlige, bunte Altstadt mit dem schönen, kleinen Hafen. Abends ist es hier wirklich herrlich, wenn man bei einer leichten Brise über den großen Platz bis zum Meer flaniert.
Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb das Castel Brando kein eigenes Restaurant besitzt. Die Möglichkeiten für ein leckeres Abendessen direkt am Meer sind in Erbalunga einfach zu vielfältig. Natürlich gibt es vor allem frisch gefangenen Fisch in allen Variationen. Das Dörfchen besitzt auch einen kleinen Kiesstrand. Für eine kurze Abkühlung im Meer ist das schön. Aber wer Strandurlaub im Sinn hat, ist hier am falschen Ort.
Auf Wasser muss man im Castel Brando dennoch nicht verzichten. Es gibt gleich zwei Pools, wobei der Größere mit einem tollen Blick auf die Berge besticht. Wem das Wasser noch nicht warm genug ist, der kann sich im benachbarten Jucuzzi gar kochen.
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Das Hotel hat ca. 40 Zimmer. Die verteilen sich sehr unauffällig auf vier Gebäude, die in einigem Abstand auf dem Gelände stehen. Am besten fragt man nach einem Zimmer im Haupthaus. Das ist am stilvollsten. Wobei das Anwesen generell perfekt renoviert und in bestem Zustand ist.

Das Castel Brando ist für uns ein eher untypisches Hotel. Wir mögen es ja eigentlich eher ruhig und abgeschieden. Hier ist man mitten im Leben. Das soll aber keine Wertung sein. Wer ein bisschen korsisches Flair schnuppern möchte, der ist in Erbalunga genau richtig. Man nennt es auch nicht umsonst das Tor zum Cap Corse. Die Küstenstraße, die hier beginnt, ist eine der schönsten, die ich je gefahren bin.
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www.de.castelbrando.com

 

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Casa Talia, Modica

Es gibt zwei Arten von Hotels in diesem Blog: Die, aus denen man nie wieder ausziehen möchte. Und die, die so beeindruckend sind, dass man zumindest mal eine Nacht darin bleiben sollte. Die Casa Talia gehört definitiv zur zweiten Kategorie.

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Dass uns hier zwei Nächte gereicht haben, liegt eigentlich nicht am Hotel, sondern an der Lage. Die ist gigantisch. Beeindruckend. Überwältigend. Aber es ist eben ein Stadthotel. Und das passt nicht zu 100% in mein Beuteschema. Eigentlich suche ich ja nach der ultimaten Ruhe.

blogUnsere Entscheidung für die Casa Talia hatte zwei Gründe: Zum einen die Nähe zum Flughafen Comiso und zum anderen das kleine barocke Städtchen Modica. Es ist eine ganz eigene Atmosphäre, die diese kleine sizilianische Stadt auszeichnet. Man könnte es fast morbiden Charme nennen. Jahrhundertealte Häuschen schmiegen sich an die steilen Hänge und Schluchten. Nur unterbrochen von engen, dunklen Gassen. Man fühlt sich stellenweise wie ein Zeitreisender. Und man sollte eine halbwegs gute Kondition haben. Nachdem wir zwei Mal von der Casa Talia ins Tal gelaufen waren, überlegten wir tatsächlich, ob man abends wirklich etwas essen muss.

DP1Q0760Das war auch der größte Nachteil des kleinen Hotels. Eigentlich kann man es gar nicht so richtig als Hotel bezeichnen. Es gibt keine Rezeption, kein Restaurant, keine Bar. Nur Frühstücken kann man. Und das wirklich ganz hervorragend.
Normalerweise ist ein fehlendes Restaurant kein Grund für einen Punktabzug. Das Hotel liegt jedoch ganz oben auf einem steilen Berg. Und einkaufen oder essen kann man nur unten im Tal. Das Problem ist, dass man nach dem Abstieg irgendwann auch wieder hinauf muss. Und das ist extrem schweißtreibend.

DP1Q0758Aber man kann ja niemals alles haben. Dafür bekommt man eben die absolut grandiose Aussicht. Man kann auf einer der vielen kleinen Terrassen wirklich problemlos den ganzen Tag verbringen. Jedes Mal, wenn du von deinem Buch hochschaust, bist du auf´s Neue hin und weg von Modica.

DP1Q0804Das Hotel selbst besteht aus vielen kleinen verstreut liegenden Häusern und Gärten. Wir haben in unseren zwei Nächten kaum einen anderen Gast gesehen. Obwohl das Hotel ausgebucht war, fühlte es sich nicht so an. Auf den vielen kleinen Terrassen findet jeder sein privates Plätzchen. Die Einrichtung und Ausstattung ist sehr geschmackvoll und hübsch. Und: endlich mal richtig gutes WLAN. Da ich mich sonst immer darüber ärgere, muss ich das einfach mal lobend erwähnen. Ansonsten wäre ein Wasserkocher auf dem Zimmer noch sehr schön gewesen. Und ein paar dicke Decken. Aber die braucht man wohl auch nur im Oktober.

www.casatalia.it