Hôtel Le Moulin, Gundershoffen

Auch wenn es beim Lesen nicht so aussieht: Den Blog zu schreiben ist viel Arbeit. Der schwierigste Teil ist dabei die Recherche. Mir ist wichtig, dass nur die besten Häuser hier eine Plattform bekommen. Und oft weiß man erst vor Ort, ob das Hotel wirklich hält, was die Website verspricht. In diesem Fall war es ausnahmsweise einfacher. Das Hotel Le Moulin war eine Empfehlung aus dem Freundeskreis.
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Es war bereits auf dem Parkplatz klar, dass es ein idealer Kandidat für „klein&fein“ ist. Das Hotel hat eine wunderbare Atmosphäre, die einen sofort berührt. Eine kleine Steintreppe führt vom Parkplatz zu der stattlichen alten Mühle. Er ist gesäumt von einigen adretten Fachwerkhäuschen und Nebengebäuden. Überall blühen prächtige Rosenbüsche. Schon hier hört man das allgegenwärtige Rauschen des Mühlbachs, der den Garten des Hauses von den weiten Wiesen und Koppeln dahinter trennt.

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Der weitläufige Garten der Mühle umschließt das Hauptgebäude von allen Seiten. Überall sind kleine Tische mit blendend weißen Tischdecken verteilt. Mächtige Bäume spenden Schatten. Ein kleiner Weg aus schönem Naturstein schlängelt sich durch das Anwesen bis hin zu einer kleinen Brücke über den Bach. Darunter zieht ein Schwan seine Kreise.
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Überhaupt ist Wasser hier das prägende Element. Der Bach fließt sogar unter dem Hotel durch. Hinter dem Haus tost er mit kleinen Schaumkrönchen an der Mühle vorbei, in der Mitte des Gartens fließt er gemächlich und ruhig. Wenn ich „Garten“ sage, klingt das eigentlich zu klein. Das Anwesen ist wirklich riesig. Ich finde den Begriff nur so passend, weil alles so privat und naturbelassen wirkt. Wenn man hier mit einem guten Buch den Tag verbringt, hat man sehr schnell vergessen, dass man sich in einem Hotel befindet. Es fühlt sich eher an, als wäre man bei Freunden eingeladen. Bei schönem Wetter wird auch das großartige Frühstück hier draußen serviert. Das ist natürlich ein besonderes Highlight.
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Das Hotel selber bietet dreizehn hochwertig ausgestattete Zimmer und Suiten an. Jedes ist ganz individuell gestaltet. Manche haben einen Balkon mit Blick über den Bach, andere liegen direkt am Garten. Die Website des Hotels bietet hier einen sehr guten Überblick.

Wir waren bei unserem Besuch direkt unter dem Dach untergebracht. Hier gibt es zwar keine Terrasse, aber dafür andere schöne Details. Wie überall im Haus sind auch hier die alten Balken zu sehen. Die Holzdecke, die sich bis in den Giebel wölbt, ist mit Wolken handbemalt. Das ganze Hotel Le Moulin ist wirklich sehr liebevoll und behutsam renoviert. Nur die Deko schlägt manchmal ein wenig über die Stränge. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache.
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Es gibt auch ein hoteleigenes Restaurant. Leider war das ausgerechnet während unseres Aufenthaltes geschlossen. Deshalb kann ich darüber leider nichts sagen. Aber da es vom Michelin-Guide ausgezeichnet wurde, ist es vermutlich ziemlich gut.

Aus meiner Sicht ist das Hotel Le Moulin uneingeschränkt empfehlenswert. Die Atmosphäre ist wirklich wundervoll. Friedlich, abgeschieden und herrlich gelegen. Man ist hier in einer ganz anderen Welt. Und das nur zwei Stunden von Frankfurt entfernt. Auch der Empfang war sehr herzlich, die Leute im Hotel sind freundlich und hilfsbereit. Das Umland mit den kleinen, französischen Dörfchen ist mehr als reizvoll und bietet viel Potential für Ausflüge und Wanderungen. Das Hotel ist ideal für Leute, die Ruhe suchen und locker den ganzen Tag mit einem guten Buch verbringen können. Ansonsten wird wenig „Action“ geboten. Es gibt auch keine Wellness-Angebote. Aber das habe ich auch absolut nicht vermisst.

Mehr Bilder vom Hotel gibt es auf Instagram unter #kleinefeinehotels

www.hotellemoulin.com

 

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Grand Hôtel de Cala Rossa

Mit Luxus kann man sich schmücken. Oder damit angeben.
Heute schreibe ich über eine andere Art von Luxus. Es ist der, den man still genießt. Der die Seele erfreut. Willkommen im Grand Hôtel de Cala Rossa.cala1Natürlich ist das Cala Rossa ein waschechtes Luxushotel. Eines der Besten, in denen ich je war. Hier ist alles perfekt. Die Einrichtung, der Service, die Lage. Das gehört in dieser Klasse von Hotels einfach dazu. Aber das Cala Rossa bietet mehr. Hier ist der eigentliche Luxus die Privatsphäre, die Abgeschiedenheit und die absolute Ruhe.
Das Haus liegt an einem absolut idyllischen Privatstrand. Umgeben von jahrzehntelang gewachsenen Gärten. Zwischen Palmen und schattigen Pinien. Ein absolut magischer Ort. cala2

Der schönste Platz ist die weitläufige Holzterrasse, die fast bis ans Meer geht. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt wundervolle Sonnenliegen und viele schattige Plätzchen. Im Hochsommer wird hier auch das Abendessen serviert. Mit frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten. Und mit einem Meerblick, der seinesgleichen sucht. Wenn im weichen Abendlicht die Berge zu sanften Schemen werden, will man den Blick gar nicht mehr abwenden.

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Direkt neben der Terrasse liegt der feinsandige Privatstrand. Und direkt davor das Meer. So kristallklar, frisch und sauber, wie man es eher in der Karibik vermuten würde. Nicht umsonst wird die Bucht als eine der schönsten der ganzen Insel gepriesen. Umso höher muss man bewerten, wie privat es im Grand Hotel de Cala Rossa bleibt. Übrigens haben nicht mal Moskitos die Chance, die Ruhe der Gäste zu stören. Es gibt ein hotelweites System zur Abwehr von Mücken. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Ganz selten knattert auch ein Helikopter über die Bucht. Echte VIPs können den Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände nutzen.

DP1Q1182Auch die Einrichtungen des Hotels sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt ein wundervolles SPA mit Hamam und einem großen, beheizten Indoor-Pool.
Im SPA bleiben keine Wünsche offen. Sogar einen eigenen Friseursalon gibt es. Und wer das hervorragende Essen wieder abtrainieren möchte, findet ein gut ausgestattetes Fitnessstudio vor. Ein zweites Restaurant für kühle Abende gibt es auch. Und sehr geschmackvolle, geräumige Zimmer. Hier hat man einen Blick in den schattigen, grünen Garten. Das Meer blitzt glitzernd zwischen den Zweigen hindurch. Und nach einigen Stunden am sonnigen Strand weiß man diesen Rückzugsort sehr zu schätzen. Zumal die Betten absolut perfekt sind.

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Und wo wir gerade bei den nützlichen Kleinigkeiten sind: Das Grand Hotel de Cala Rossa ist das erste Hotel, in dem das WLAN funktioniert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Das schaffen nur die wenigsten Hotels. Und für mich ist das oft ein Ärgernis.

Ich war schon in vielen sehr guten Hotels. Manche davon sind auch in meinem Blog verewigt. Das Cala Rossa setzt bei den Strandhotels einen ganz neuen Standard. Gerade weil es den Luxus nicht so vordergründig in Szene setzt – sondern ihn ganz beiläufig inszeniert. Mit viel Natur, schöner Patina, perfektem Service und Designer-Möbeln, die nicht wie Fremdkörper aussehen. Ein absolut harmonisches Gesamtkunstwerk mit viel Liebe zum Detail.

cala4Wir waren leider nur zwei Tage hier. Am liebsten wäre ich den Rest meines Lebens geblieben. Heute werden wir den Abend auf der wundervollen Terrasse ausklingen lassen. Und versuchen, uns dieses Bild für immer einzuprägen.

www.hotel-calarossa.com

 

Hôtel Demeure Castel Brando

Manche Häuser haben eine Seele. Man spürt es sofort, wenn man sie zum ersten Mal betritt. Auch im Castel Brando spürt man den Hauch der Geschichte. Erbaut wurde es bereits im Jahre 1853. Und der Charme des alten Herrenhauses ist bis heute erhalten geblieben.

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Das Highlight des Castel Brando ist der schattige Innenhof: Üppig eingewachsen, gesäumt von ehrwürdigen Palmen und mit einem uralten Olivenbaum im Mittelpunkt. Hier kann man die korsische Mittagshitze gut überstehen. Auch das Frühstück findet hier DP1Q2454blogstatt. Das ist reichhaltig und lecker, muss aber leider zusätzlich bezahlt werden. Gegen Abend wird der Hof dann immer leerer. Das liegt vor allem am Fischerdörfchen Erbalunga.

Direkt gegenüber vom Hotel beginnt die quirlige, bunte Altstadt mit dem schönen, kleinen Hafen. Abends ist es hier wirklich herrlich, wenn man bei einer leichten Brise über den großen Platz bis zum Meer flaniert.
Das ist vermutlich auch der Grund, weshalb das Castel Brando kein eigenes Restaurant besitzt. Die Möglichkeiten für ein leckeres Abendessen direkt am Meer sind in Erbalunga einfach zu vielfältig. Natürlich gibt es vor allem frisch gefangenen Fisch in allen Variationen. Das Dörfchen besitzt auch einen kleinen Kiesstrand. Für eine kurze Abkühlung im Meer ist das schön. Aber wer Strandurlaub im Sinn hat, ist hier am falschen Ort.
Auf Wasser muss man im Castel Brando dennoch nicht verzichten. Es gibt gleich zwei Pools, wobei der Größere mit einem tollen Blick auf die Berge besticht. Wem das Wasser noch nicht warm genug ist, der kann sich im benachbarten Jucuzzi gar kochen.
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Das Hotel hat ca. 40 Zimmer. Die verteilen sich sehr unauffällig auf vier Gebäude, die in einigem Abstand auf dem Gelände stehen. Am besten fragt man nach einem Zimmer im Haupthaus. Das ist am stilvollsten. Wobei das Anwesen generell perfekt renoviert und in bestem Zustand ist.

Das Castel Brando ist für uns ein eher untypisches Hotel. Wir mögen es ja eigentlich eher ruhig und abgeschieden. Hier ist man mitten im Leben. Das soll aber keine Wertung sein. Wer ein bisschen korsisches Flair schnuppern möchte, der ist in Erbalunga genau richtig. Man nennt es auch nicht umsonst das Tor zum Cap Corse. Die Küstenstraße, die hier beginnt, ist eine der schönsten, die ich je gefahren bin.
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www.de.castelbrando.com

 

Case Latine, Lama

Die Case Latine befindet sich ziemlich weit im Norden von Korsika. Da wir mit der Fähre von Sardinien kamen, mussten wir praktisch die gesamte Insel durchqueren. Eine lange Fahrt, aber nur so lernt man ein Reiseziel wirklich kennen. Auf Korsika hat uns vor allem der Wechsel von Traumstränden mit karibischem, grünen Wasser und den hohen, schroffen Bergen begeistert.

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Da wir die Küste ja schon gesehen hatten, war es natürlich naheliegend, für den zweiten Teil der Reise ein Hotel in den Bergen zu suchen. Mit der Case Latine hatten wir einen Treffer gelandet. Der Weg zum Hotel führt von einer Schnellstraße im Tal auf eine kleine Straße in Richtung Berge. Diese wiederum führt auf einen Feldweg. Und der Feldweg schlängelt sich lange Zeit den Berg hinauf. Irgendwann fragten wir uns trotz Navigationssystem, ob das wirklich sein konnte. Bis plötzlich hinter einer Kurve das ÖrtchSDIM1630en Lama erschien.

Die alten Häuser im korsischen Stil schmiegen sich an einen steilen Hang, durchzogen von winzigen Gassen. Dahinter erhebt sich ein eindrucksvolles Bergpanorama mit Blick bis zum Meer.

Die Case Latine liegt etwas abseits des Ortes, so dass man einen wundervollen Blick auf das pittoreske Dörfchen hat. Das Hotel selbst ist zwar relativ neu – aber durch die Verwendung von jahrhundertealten Materialien fügt es sich sehr harmonisch in die Gegend ein. Komplett aus Naturstein gebaut, wirkt es im warmen Sonnenlicht sehr einladend und gemütlich. Trotzdem ist es ein Designhotel. Sehr exclusiv und fein eingerichtet. Gerade das macht auch den Reiz aus. Über die Einrichtung und das Gebäude denkt man allerdings nicht mehr nach, wenn man zum ersten Mal die Terrasse betritt. Die Aussicht kann man eigentlich nur als magisch bezeichnen.

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Es gibt auch noch zwei kleine Pools. Die haben wir auch mehrfach genutzt – obwohl das im Oktober in den Bergen schon ziemlich erfrischend ist. Wir haben auch Lama ausgiebig bestaunt. Aber eigentlich freut man sich doch am meisten darauf, mit einem Buch auf der Terrasse zu sitzen und ansonsten gar nichts zu tun. Und das man sich so wunschlos glücklich fühlt, das schaffen wirklich die wenigsten Hotels.

http://www.caselatine.com

 

 

U Capu Biancu, Bonifacio

Nach einem kurzen Flug von Frankfurt nach Alghero auf Sardinien setzten wir direkt mit der Autofähre nach Korsika über.
Schon die Ankunft im Hafen von Bonifacio war ein echtes Erlebnis. Die riesigen Klippen ragen steil nach oben auf, während die Festung und die Stadt sich ganz oben bis an den Rand der Felsen drängen. Der Weg vom Hafen bis zur Stadt ist so steil, das unser kleiner Fiat 500 es beinahe nicht nach oben geschafft hätte.SDIM1363

Das Hotel liegt ca. 15 Minuten außerhalb der Stadt. Es ist so einsam gelegen, dass es nicht einmal eine richtige Adresse hat. Erst nach einem Anruf bei der Rezeption fanden wir die kleine Straße.
Das U Capu Biancu passt eigentlich nicht so richtig in diesen Blog. Es heißt ja „klein und fein“. Das Haus ist mit seinen 50 Zimmern eher mittelgroß. Fein ist es allerdings trotzdem. Es besteht aus einem wunderschönen, sehr offen gebautem charmanten Teil mit Rezeption, Pool und Restaurant. Hier fühlt man sich wirklich auf Anhieb wohl. Wenn man zum ersten Mal die Aussicht auf die kleine Bucht und die Klippen sieht, ist man schlicht überwältigt.
SDIM1376Der weniger charmante Teil enthält die Zimmer und Suiten. Auch hier ist natürlich alles schön gemacht – aber 50 Zimmer wollen auch irgendwie untergebracht sein. So kommt es eben zu den langen, dunklen Fluren die Assoziationen mit den bekannten Hotelkästen wecken. Die Zimmer selber sind natürlich sehr schön gemacht.
Wir hatten eigentlich die kleinste Kategorie gebucht, landeten nach einem Upgrade aber netterweise in einer Junior Suite. Die Einrichtung war für unseren Geschmack etwas zu gestylt. Das ist wohl auch der größte Unterschied zu den ganz kleinen Hotels, die wir sonst suchen. Während die Inhaber meist einen guten Geschmack haben und selbst einrichten, wurde das im U Capu Biancu offensichtlich einer Horde Innenarchitekten überlassen. Das haben sie auch ganz ordentlich gemacht – das Bad zum Beispiel ist ganz toll – aber manches sieht auch aus, wie aus einer Wohnzeitschrift.

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Das ist natürlich auf sehr hohem Niveau gejammert. Seine Zeit verbringt man sowieso nicht im Zimmer, sondern eher draußen auf der riesigen Anlage. Wobei eigentlich nichts angelegt aussieht, sondern das ganze Areal sehr bewachsen und naturbelassen ist. Die Lage ist einfach umwerfend, und so kann man hier sehr entspannt ein paar schöne Tage verbringen – zum Beispiel an der kleinen, privaten Badebucht.

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Eigentlich gab es nur einen echten Minuspunkt: Die Preise für Restaurant und Service sind eine Frechheit. Sieben Euro für einen Tee gehen einfach nicht. Hier macht man sich den guten Eindruck etwas zunichte. Zumal die Zimmerpreise (ab 200,-) völlig in Ordnung sind, wenn man etwas vergleicht.
Also am besten dort wohnen und zum Essen einfach woanders hingehen. Zum Beispiel ins wunderschöne Bonifacio.

www.ucapubiancu.com