Seezeitlodge am Bostalsee

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Heute möchte ich ausnahmsweise mal ein Hotel aus der Kategorie „mittelgroß und fein“ vorstellen. Eigentlich suche ich für diesen Blog nach Häusern mit unter 50 Zimmern. Ideal finde ich 20. Aber gerade bei den guten Wellness-Hotels ist das nicht so einfach. Ein ausgedehnter SPA-Bereich mit Pool lohnt sich eben erst ab einer gewissen Zahl von Gästen. Während man von „klein“ bei über 80 Zimmern eigentlich nicht mehr reden kann, trifft „fein“ hier auf jeden Fall 100% zu.

Die Seezeitlodge am Bostalsee ist am Reißbrett geplant. Dementsprechend hat sie keine Patina, keine knarrenden Dielenböden und keine 100jährigen Bäume im Garten. Die Lodge ist absolut nagelneu. Und das hat durchaus seinen Reiz, gerade bei einem Wellness-Hotel. Eröffnet hat es erst im Juli 2017. Und es waren offensichtlich Planer und Architekten beteiligt, die ihr Handwerk verstehen. Das Hotel ist wirklich supermodern – und dabei total gemütlich. Das muss man erst mal hinbekommen.

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Das Design ist geradlinig, fast schon skandinavisch. Klare Formen, klare Linien, viel Glas und Beton. Trotzdem wirkt alles sehr naturverbunden. Überall ist warmes, offenporiges Holz verbaut. Der Blick auf den malerischen See ist beinahe allgegenwärtig und die liebevollen, kleinen Details komplettieren den guten Gesamteindruck. Wenn es dämmert, kommt dann noch ein ausgefeiltes Lichtkonzept mit vielen geschickt platzierten Highlights dazu.

Auch wenn die Lobby noch so schön ist – in einem Wellness-Hotel zählen andere Dinge. Wie schon erwähnt ist das Hotel absolut neu. Und gerade im Poolbereich und in den Saunen fällt das einfach sehr positiv auf. Jede Fuge sieht aus, als wäre sie gestern erst gezogen worden. Die Saunen und die ausgedehnten Ruhebereiche fühlen sich absolut jungfräulich an. Wir haben dann auch den kompletten Tag im Wellness-Bereich verbracht. Das hübsche und geräumige Zimmer haben wir praktisch nur zum schlafen verwendet.
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Man benötigt einige Zeit, bis man hier alles gesehen hat. Es gibt diverse Saunen, ein Dampfbad, einen riesigen Pool und mein persönliches Highlight: Das keltische Saunadorf. Hier gruppieren sich diverse kleine Holzhäuschen um einen runden „Dorfplatz“ mit Feuerstelle. In jedem Haus findet man eine andere, kleine Sauna vor. Insgesamt gibt es in der Seezeitlodge 8 Stück davon. Das finde ich wirklich außergewöhnlich. Auch den Ruheraum im keltischen Dorf sollte man besucht haben. Hier gewähren fünf Meter hohe, gigantische Fenster einen Blick in die idyllische Landschaft. Meine Wertung für die Saunen sind fünf von fünf Sternen. In der Dämmerung haben wir dann noch einige Zeit im warmen Außenpool verbracht und den Blick auf den See genossen. Das einzige was mir wirklich fehlte, war ein Whirlpool. Warum sie den nicht noch eingebaut haben, ist mir ein Rätsel.

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Die Seezeitlodge ist nicht ganz günstig. Ab ca. 200,- für ein Doppelzimmer geht es los. Allerdings stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis trotzdem. Man muss bedenken, dass der prachtvolle Wellness-Bereich für zwei Personen mit drin ist. Dazu gibt es ein Frühstücksbuffet, wie ich es wirklich selten gesehen habe. Ein 4 Meter langer Tisch, auf dem einfach nur verschiedene Brotsorten angeboten werden, das ist schon außergewöhnlich. Auch Veganer werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Ich habe alleine fünf Sorten Milch gezählt. Das ganze kombiniert man am besten mit der friedlichen, sonnigen Terrasse – perfekt. Auch Abends ist das Restaurant empfehlenswert. Die Qualität der Speisen ist sehr gut, und der Blick auf den See und das kuschelige Ambiente passen sehr gut zu einem romantischen Kurzurlaub. Schade, dass man nicht im Bademantel zum Abendessen gehen kann.

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Wo Licht ist, ist natürlich auch ein bisschen Schatten. Das Hotel ist neu, die Abläufe noch nicht ganz eingespielt. Teilweise gibt es längere Wartezeiten an der Rezeption, manche Leute wirkten manchmal etwas verwirrt. Auf der sonnigen Terrasse gab es nirgendwo Kissen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, man hätte mit Regen gerechnet. Klar, dann kann man natürlich die Polster auch nicht mehr holen.
Was ich wirklich doof fand, ist die Lärmbelästigung. Der Bostalsee hat scheinbar ein große Open-Air-Bühne. Während unseres Aufenthalts war dort eine Veranstaltung, so dass den ganzen Tag äußerst basslastige 90er-Jahre Musik über den See schallte. Das ist natürlich nicht ideal für ein entspanntes Wellness-Hotel. Ich finde, darauf sollte das Hotel bei der Buchung hinweisen.

Mein Fazit: Tolles Hotel, tolle Lage. Die Größe ist geschickt kaschiert. Die 80 Zimmer stören gar nicht. Der Wellness-Bereich ist kaum zu toppen, das Frühstück ist göttlich. Der Preis geht für die gebotene Leistung voll in Ordnung – wenn nicht gerade ein Techno-Open-Air stattfindet.

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La Serena Villas, Palm Springs

DP1Q1736In Amerika ist alles überdimensioniert. Das gilt für Freeways und Autos und sogar für die Kaffeeportionen bei Starbucks. Leider gilt es auch für die meisten Hotels.
Wir waren einige Tage geschäftlich in Los Angeles. Bei dieser Gelegenheit wollten wir noch das Wochenende dran hängen, um Stadt und Umland zu erkunden.

Auch dieses Mal haben wir nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht, das in den Blog passen könnte. Leider war das in Los Angeles gar nicht so einfach. Die meisten Hotels sind riesig, teuer und oft auch geschmacklich fragwürdig. Viele sind auch sichtlich in die Jahre gekommen. Kurz gesagt: Für den Blog war hier nichts zu finden.

Schließlich sind wir auf Palm Springs gestoßen. Irgendwie hatte das einen guten Klang (ich vermute durch Fernsehserien aus meiner Kindheit), und die Aussicht, nach den Tagen in Santa Monica noch ein bisschen was von der Wüste zu sehen, gefiel mir.

Los Angeles / Kalifornien 2017Zwei Stunden Fahrt von Los Angeles entfernt ist man hier in einer ganz anderen Welt. Das gilt natürlich für die Landschaft – Palm Springs liegt mitten in der Wüste, – aber vor allem für das Klima. Während der August in L.A. sich ungefähr so anfühlt, wie der Sommer in Deutschland, ist es hier bis zu 20 Grad wärmer. Mittags im Auto zeigte das Thermometer irgendwann 111 Grad Fahrenheit, also höllenartige 44 Grad Celsius.
Air Condition hat hier natürlich jedes Hotel. Aber ein Pool stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Die sonstigen Kriterien sollten den anderen Häusern in diesem Blog entsprechen. Fündig geworden sind wir bei „La Serena Villas“. Das ist ein fast neues Hotel im spanischen Stil. Auf den Fotos sah es wirklich gut aus. Und auch die Preise waren für kalifornische Verhältnisse in Ordnung.
Los Angeles / Kalifornien 2017
Als wir Nachmittags im Hotel ankamen, war es ungefähr vier Uhr. Nach der langen Fahrt im kühlen Auto traf uns beim Öffnen der Tür fast der Schlag. Zum Glück waren es bis zur  angenehm klimatisierten Lobby nur ein paar Schritte. Der erste Eindruck war ausgesprochen positiv. Alles ist hell und modern, die Einrichtung geschmackvoll und schlicht. Feine, hochwertige Details finden sich an jeder Ecke. Besonders die kunstvollen Fliesen fallen ins Auge. Hinter den Verandatüren aus Holz und Glas schimmert auch schon der Pool.

Der Check-in ging problemlos und schnell über die Bühne. Gut fanden wir auch, dass das Hotel sehr transparent mit der Tax umgeht. Diese wird zu jeder Zeit sichtbar ausgewiesen, und die Steuer ist im Gesamtpreis enthalten. Hier fällt man sonst als Europäer gerne mal auf die Nase, da in den USA die Preise eigentlich immer ohne Tax ausgewiesen werden. Man weiß also nie wirklich, was man am Ende bezahlt. Was ich auch sehr nett fand, war das Upgrade, das wir bekommen haben. Unser Zimmer war eine große Suite mit separatem Schlafzimmer und einer kleinen Küche. Auch hier ist die Einrichtung sehr geschmackvoll und hochwertig ausgefallen. Es gibt eine wundervolle, riesige Dusche, die wir auch oft benutzt haben. Auch wenn das Wasser in Palm Springs natürlich nie wirklich kalt wird, ist jede Erfrischung höchst willkommen.

Los Angeles / Kalifornien 2017Sehr positiv aufgefallen ist die Klimatisierung. Normalerweise ist meine erste Handlung, die Air Condition auszuschalten. Aber in diesem Hotel gibt es in unserem Zimmer ganze sieben Ausströmer. Versteckt hinter kunstvoll geschnitzten Holzblenden, sorgen sie für eine absolut zugfreie Belüftung. So vergisst man im Zimmer tatsächlich die Gluthitze vor der Tür und kann sich richtig entspannen.
Gegen fünf Uhr Abends wird es dann langsam kühler, und man kann sich an den Pool legen, ohne dabei zu verglühen. Das Hotel ist wirklich sehr durchdacht gebaut. So wirft zum Beispiel der kleine Turm des Restaurants genau zur richtigen Zeit Schatten. So lässt es sich im Wasser stundenlang aushalten. Die Serena Villas sind ein wundervoller Ort mit einer sehr friedlichen Atmosphäre. Es handelt sich um ein Adult-Hotel. Das ist zwar schade für Familien mit Kindern, aber es sorgt in jedem Fall für Ruhe.

Besonders schön wird es am Pool gegen 19 Uhr. Der Mond steht dann zu dieser Jahreszeit schon am wolkenlosen Himmel. Die mächtigen Berge hinter dem Hotel sind in weiches Licht getaucht. Die Temperatur ist herrlich und das Wasser wunderbar warm. Leise, angenehme Musik streift aus unsichtbaren Lautsprechern unsere Ohren. Eigentlich könnte man die ganze Nacht hier verbringen.

Direkt am Pool befindet sich das kleine, schicke Restaurant des Hotels. Es hat auch eine Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht. Leider war sie aufgrund der Hitze geschlossen. Wir hätten auch nicht hier gegessen, da wir abends lieber die kleine Stadt erkunden wollten. Aber ich bin sicher, dass die Qualität der Speisen dem Anspruch des Hotels gerecht wird.

Los Angeles / Kalifornien 2017Ich kann dieses kleine, feine Hotel wirklich jedem ans Herz legen. Es hat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, das Design ist zeitlos schön, die Lage ist perfekt. Man kann abends die meisten Restaurants zu Fuß erreichen. Und je nach Jahreszeit sind die Temperaturen natürlich manchmal auch angenehmer. Juni bis August ist hier absolute Nebensaison. Im Januar sind es angenehme 25 Grad. Wir haben uns hier jedenfalls sehr wohl gefühlt, und vielleicht verschlägt es uns ja mal wieder nach Palm Springs…

laserenavillas.com

 

 

Villa Hammerschmiede, Pfinztal

dp1q3034neuDie Villa Hammerschmiede ist ein geschichtsträchtiger Ort. Erbaut wurde das Haus 1893 als Wohnsitz für den Direktor eines nahegelegenen Hammerwerks. 1930 wechselte das Objekt den Besitzer und wurde Eigentum der Firma Krupp. Nachdem die Krupp AG ihr Werk in den 70ern geschlossen hatte, dauerte es noch einige Jahre, bis das ehrwürdige Gebäude an den Unternehmer Norbert Schwalbe verkauft wurde. Er erkannte das Potential und baute das alte Herrenhaus Ende der 80er Jahre zu einem sehr exklusiven kleinen Hotel um. Geplant war es schon immer als Familienbetrieb. Und das ist es bis heute geblieben.
dp1q2899-neuDer Empfang ist entsprechend herzlich. Hier ist nichts zu spüren von der üblichen distanzierten Geschäftigkeit in Hotels. Die Menschen sind freundlich und begegnen den Gästen auf Augenhöhe. Eine sehr angenehme Erfahrung.
Wir bezogen ein Zimmer im zweiten Stock der Villa. Was uns zuerst ins Auge fiel, war die wundervolle Aussicht in den Park des Anwesens. Hundertjährige Bäume wechseln sich mit gepflegten Rasenflächen und schattigen Kieswegen ab. Der Übergang in den Wald der Umgebung ist fließend. Wahrscheinlich hatte der Park tatsächlich 100 Jahre Zeit, um so prachtvoll einzuwachsen. Und das passt wirklich bestens zur Atmosphäre der Villa Hammerschmiede. Man ist einfach ein bisschen abgekoppelt von der Welt da draußen. Und das ist es ja, was gute Hotels ausmacht.
relaisDie Villa Hammerschmiede ein gutes Hotel zu nennen, wäre eine Untertreibung. Es handelt sich um ein Fünf-Sterne-Hotel, das zur renommierten Relais&Chateaux-Vereinigung gehört. Das spricht ja schon von vornherein für sich.

Besonders hervorzuheben ist das Restaurant, das absolut herausragende Küche bietet. Das Preis-Leistung-Verhältnis empfanden wir trotzdem als sehr ausgewogen. Auch das Ambiente ist toll. Man kann im urigen Gewölbekeller der Villa speisen. Oder wahlweise in einem stilvollen und lichtdurchfluteten englischen Pavillon. Im Sommer lockt eine wundervolle eingewachsene Sonnenterrasse. In den gleichen Örtlichkeiten findet auch das äußerst opulente Frühstück statt. Hier gibt es übrigens den besten Latte Macchiato, den ich je hatte.

Wir haben während unseres Aufenthaltes einen Nachmittag in der Therme in Baden-Baden eingelegt. Sie ist vom Hotel aus in ca. 35 Minuten zu erreichen. Eigentlich kann man aber auch einfach im hauseigenen „Felsenbad“ bleiben. Das findet man in einem Glaspavillon mit spektakulärem Ausblick. Darin gibt es ein großes Schwimmbecken, Whirlpool, Sauna, Dampfbad und ein Solarium. Das Ganze ist wirklich schön gestaltet. Und sogar rund um die Uhr geöffnet.
dp1q2951-neuStilistisch entspricht die Villa Hammerschmiede übrigens nicht immer zu 100% unserem Geschmack. Wir bevorzugen es eigentlich eher schlicht und zeitlos. Hier gibt es auch mal goldene Treppengeländer. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Und die Hauptsache ist ja, dass alles stimmig ist. Das ist es hier in jedem Fall. Die Villa Hammerschmiede ist ein Gesamtkunstwerk mit jeder Menge Charakter. Wir haben uns hier wirklich sehr wohl gefühlt. Und können das Hotel wärmstens empfehlen. Vor allem Menschen, die auf gutes Essen wert legen, werden voll auf Ihre Kosten kommen.

www.villa-hammerschmiede.de

Grand Hôtel de Cala Rossa

Mit Luxus kann man sich schmücken. Oder damit angeben.
Heute schreibe ich über eine andere Art von Luxus. Es ist der, den man still genießt. Der die Seele erfreut. Willkommen im Grand Hôtel de Cala Rossa.cala1Natürlich ist das Cala Rossa ein waschechtes Luxushotel. Eines der Besten, in denen ich je war. Hier ist alles perfekt. Die Einrichtung, der Service, die Lage. Das gehört in dieser Klasse von Hotels einfach dazu. Aber das Cala Rossa bietet mehr. Hier ist der eigentliche Luxus die Privatsphäre, die Abgeschiedenheit und die absolute Ruhe.
Das Haus liegt an einem absolut idyllischen Privatstrand. Umgeben von jahrzehntelang gewachsenen Gärten. Zwischen Palmen und schattigen Pinien. Ein absolut magischer Ort. cala2

Der schönste Platz ist die weitläufige Holzterrasse, die fast bis ans Meer geht. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt wundervolle Sonnenliegen und viele schattige Plätzchen. Im Hochsommer wird hier auch das Abendessen serviert. Mit frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten. Und mit einem Meerblick, der seinesgleichen sucht. Wenn im weichen Abendlicht die Berge zu sanften Schemen werden, will man den Blick gar nicht mehr abwenden.

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Direkt neben der Terrasse liegt der feinsandige Privatstrand. Und direkt davor das Meer. So kristallklar, frisch und sauber, wie man es eher in der Karibik vermuten würde. Nicht umsonst wird die Bucht als eine der schönsten der ganzen Insel gepriesen. Umso höher muss man bewerten, wie privat es im Grand Hotel de Cala Rossa bleibt. Übrigens haben nicht mal Moskitos die Chance, die Ruhe der Gäste zu stören. Es gibt ein hotelweites System zur Abwehr von Mücken. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Ganz selten knattert auch ein Helikopter über die Bucht. Echte VIPs können den Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände nutzen.

DP1Q1182Auch die Einrichtungen des Hotels sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt ein wundervolles SPA mit Hamam und einem großen, beheizten Indoor-Pool.
Im SPA bleiben keine Wünsche offen. Sogar einen eigenen Friseursalon gibt es. Und wer das hervorragende Essen wieder abtrainieren möchte, findet ein gut ausgestattetes Fitnessstudio vor. Ein zweites Restaurant für kühle Abende gibt es auch. Und sehr geschmackvolle, geräumige Zimmer. Hier hat man einen Blick in den schattigen, grünen Garten. Das Meer blitzt glitzernd zwischen den Zweigen hindurch. Und nach einigen Stunden am sonnigen Strand weiß man diesen Rückzugsort sehr zu schätzen. Zumal die Betten absolut perfekt sind.

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Und wo wir gerade bei den nützlichen Kleinigkeiten sind: Das Grand Hotel de Cala Rossa ist das erste Hotel, in dem das WLAN funktioniert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Das schaffen nur die wenigsten Hotels. Und für mich ist das oft ein Ärgernis.

Ich war schon in vielen sehr guten Hotels. Manche davon sind auch in meinem Blog verewigt. Das Cala Rossa setzt bei den Strandhotels einen ganz neuen Standard. Gerade weil es den Luxus nicht so vordergründig in Szene setzt – sondern ihn ganz beiläufig inszeniert. Mit viel Natur, schöner Patina, perfektem Service und Designer-Möbeln, die nicht wie Fremdkörper aussehen. Ein absolut harmonisches Gesamtkunstwerk mit viel Liebe zum Detail.

cala4Wir waren leider nur zwei Tage hier. Am liebsten wäre ich den Rest meines Lebens geblieben. Heute werden wir den Abend auf der wundervollen Terrasse ausklingen lassen. Und versuchen, uns dieses Bild für immer einzuprägen.

www.hotel-calarossa.com

 

U Capu Biancu, Bonifacio

Nach einem kurzen Flug von Frankfurt nach Alghero auf Sardinien setzten wir direkt mit der Autofähre nach Korsika über.
Schon die Ankunft im Hafen von Bonifacio war ein echtes Erlebnis. Die riesigen Klippen ragen steil nach oben auf, während die Festung und die Stadt sich ganz oben bis an den Rand der Felsen drängen. Der Weg vom Hafen bis zur Stadt ist so steil, das unser kleiner Fiat 500 es beinahe nicht nach oben geschafft hätte.SDIM1363

Das Hotel liegt ca. 15 Minuten außerhalb der Stadt. Es ist so einsam gelegen, dass es nicht einmal eine richtige Adresse hat. Erst nach einem Anruf bei der Rezeption fanden wir die kleine Straße.
Das U Capu Biancu passt eigentlich nicht so richtig in diesen Blog. Es heißt ja „klein und fein“. Das Haus ist mit seinen 50 Zimmern eher mittelgroß. Fein ist es allerdings trotzdem. Es besteht aus einem wunderschönen, sehr offen gebautem charmanten Teil mit Rezeption, Pool und Restaurant. Hier fühlt man sich wirklich auf Anhieb wohl. Wenn man zum ersten Mal die Aussicht auf die kleine Bucht und die Klippen sieht, ist man schlicht überwältigt.
SDIM1376Der weniger charmante Teil enthält die Zimmer und Suiten. Auch hier ist natürlich alles schön gemacht – aber 50 Zimmer wollen auch irgendwie untergebracht sein. So kommt es eben zu den langen, dunklen Fluren die Assoziationen mit den bekannten Hotelkästen wecken. Die Zimmer selber sind natürlich sehr schön gemacht.
Wir hatten eigentlich die kleinste Kategorie gebucht, landeten nach einem Upgrade aber netterweise in einer Junior Suite. Die Einrichtung war für unseren Geschmack etwas zu gestylt. Das ist wohl auch der größte Unterschied zu den ganz kleinen Hotels, die wir sonst suchen. Während die Inhaber meist einen guten Geschmack haben und selbst einrichten, wurde das im U Capu Biancu offensichtlich einer Horde Innenarchitekten überlassen. Das haben sie auch ganz ordentlich gemacht – das Bad zum Beispiel ist ganz toll – aber manches sieht auch aus, wie aus einer Wohnzeitschrift.

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Das ist natürlich auf sehr hohem Niveau gejammert. Seine Zeit verbringt man sowieso nicht im Zimmer, sondern eher draußen auf der riesigen Anlage. Wobei eigentlich nichts angelegt aussieht, sondern das ganze Areal sehr bewachsen und naturbelassen ist. Die Lage ist einfach umwerfend, und so kann man hier sehr entspannt ein paar schöne Tage verbringen – zum Beispiel an der kleinen, privaten Badebucht.

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Eigentlich gab es nur einen echten Minuspunkt: Die Preise für Restaurant und Service sind eine Frechheit. Sieben Euro für einen Tee gehen einfach nicht. Hier macht man sich den guten Eindruck etwas zunichte. Zumal die Zimmerpreise (ab 200,-) völlig in Ordnung sind, wenn man etwas vergleicht.
Also am besten dort wohnen und zum Essen einfach woanders hingehen. Zum Beispiel ins wunderschöne Bonifacio.

www.ucapubiancu.com

Kasbah Tamadot, Asni

In diesem Blog geht es nicht um Sterne. Es geht nicht um Quadratmeter. Oder um Auflistungen von Serviceangeboten. Es geht vielmehr um besondere Orte, an denen man sich zu Hause fühlt. Oder noch besser: Um Orte, an denen man sich wohler fühlt als zu Hause. Zu letzterer Kategorie gehört die Kasbah Tamadot.
kasbah4Schon die Fahrt ins Atlas-Gebirge war ein Erlebnis. Über immer schmaler werdende Straßen lässt man den Trubel und die Hektik von Marrakesch hinter sich. Schon nach einer halben Stunde ist man nahezu alleine – von einigen Bauern mit ihren Eseln und den unvermeidlichen Mercedes-Taxen mal abgesehen. Die ersten Ausläufer der Berge beginnen schon ca. 45 Minuten von Marrakesch entfernt. Danach geht es immer weiter hinauf, vorbei an schroffen Felsen bis auf 1300 Meter. Man fährt durch das kleine Berberdörfchen Asni hindurch und erreicht nach ca. 5km die Kasbah Tamadot.

Kasbah2Kasbah bedeutet ursprünglich Zitadelle oder Festungsanlage. Und so sieht die ganze Anlage auch aus. Hohe Mauern umgeben das gesamte Anwesen. Große Tore aus eisenbeschlagenem Holz boten schon vor 100 Jahren Schutz vor Angreifern. Heute sperrt man damit vor allem den Alltag aus. Im inneren der Mauern kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Gebäude ist eigentlich gar nicht so riesig. Aber so verwinkelt, dass man hinter jeder Ecke etwas neues entdecken kann. Schattige Innenhöfe mit kleinen Brunnen wechseln sich mit kleinen und großen Terrassen ab. Überall wachsen Palmen, Orangenbäume und Rosen. Orientalische Ornamente, handgemachte Fliesen und eine Vielzahl von Kunstgegenständen runden das Bild ab.
Kasbah3Hinter dem Hauptgebäude befindet sich der Poolbereich. Hier ist das grandiose Bergpanorama besonders eindrucksvoll. Man kann sich einfach nicht sattsehen. Der große Pool hat angenehme 28 Grad. Der etwas kleinere Whirlpool ist gefühlt nahe am Kochtopf. Gemütliche Sonnenliegen oder die weißen Berberzelte laden zum verweilen ein. Egal für welchen Platz man sich entscheidet – nach einer Minute kommt ein freundlicher Kellner mit einer Flasche Wasser und frischen Früchten. Der Service ist wirklich toll. Die Menschen sind offen und herzlich. Ganz anders als in Marrakesch. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Personal hier sehr gut Englisch spricht. Die Sprachbarriere liegt ansonsten ja recht hoch in Marokko.
Kasbah1Das Hotel ist klein. Es besitzt nur 27 Zimmer. Viele Suiten befinden sich gar nicht im Hauptgebäude, sondern verteilen sich auf dem weitläufigen Gelände. Zum Beispiel gibt es luxoriöse Berberzelte, manche davon sogar mit privatem Pool. Dadurch wirkt die ganze Anlage sehr privat. Dass das Hotel ziemlich ausgebucht ist, merkt man eigentlich nur beim Essen. Im Restaurant ist jeder Tisch besetzt. Die Kasbah Tamadot ist eins der schönsten Hotels in denen ich je war. Nicht nur wegen der grandiosen Lage. Oder dem exzellenten Essen. Auch nicht wegen dem tollen Service oder den luxuriösen Zimmern. Sondern ganz einfach, weil hier alles passt. Echt, ungekünstelt und mit einer gehörigen Portion Patina. Überrascht hat mich vor allem das Publikum. Obwohl das Hotel wirklich teuer ist, laufen viele junge Leute in Shorts und Flip Flops herum. Die meisten bleiben wohl – wie wir – nur ein oder zwei Tage. Ein längerer Aufenthalt würde die Reisekasse dann doch arg strapazieren.

Kasbah Tamadot

Can Simoneta, Canyamel

Das Can Simoneta kann man mit einigen Fotos nur sehr schlecht beschreiben. Das liegt daran, dass das Hotel kein Gebäude ist, sondern eine Ansammlung von vielen wunderschönen Plätzen in einem riesigen, parkähnlichen Gelände.
Es gibt insgesamt drei Hauptgebäude, die sich alle perfekt in den Park einfügen. Das Beachhouse liegt direkt am Strand, die anderen zwei Häuser stehen oben auf einer Klippe. Zwei Pools und drei über das Gelände verteilte Jacuzies ergänzen sich mit vielen weiteren, privaten Liegeplätzen zu einem wunderbar entspannten Ort. Dabei ist das Gelände so weitläufig, dass man von den anderen Gästen nur sehr wenig mitbekommt.

Die Lage ist spektakulär. Man blickt von einer 20 Meter hohen Klippe aus direkt aufs Meer. Im Hintergrund sieht sanfte Hügel und schroffe Berge. Überall stehen große Pinien und spenden Schatten. Unser persönliches Highlight war eine Treppe, auf der man direkt zum Meer heruntersteigen konnte. Hier gibt es eine kleine Grotte, in der das leuchtend grüne Wasser erstaunlich ruhig ist, während direkt davor das Meer in ursprünglicher Gewalt tobt. Wem das zu anstrengend ist, der kann einfach zum 250 Meter entfernten Strand von Calyamel laufen. Hier sieht es dann allerdings etwas eher aus, wie man sich das auf Mallorca vorstellt. Schön ist es trotzdem.

Das Can Simoneta führt einem wieder einmal vor Augen, wie absurd die Einteilung von Hotels in Sterne ist. Hier handelt es sich um ein vier Sterne Hotel. Allerdings ist es vermutlich eins der besten Hotels, in denen wir je waren. Guter Geschmack und Stil wird bei der Hotelkategorie scheinbar nicht berücksichtigt. Im Can Simoneta stimmt wirklich jedes Detail. Jede Oberfläche, alle Materialien und auch die Möbel passen perfekt.
Frühstück und Abendessen gibt es im Open Air Restaurant. Ein wirklich perfekter Platz. Man blickt über den Park auf das Meer und die Berge. Im September ist es auch Abends noch herrlich warm, so dass man die Aussicht lange genießen kann, ohne zu frieren. Wir können das Can Simoneta wirklich empfehlen. Ein wunderschöner Ort, und man ist buchstäblich in einer anderen Welt. Die einzige Frage, die sich stellt, ist an welchem der vielen lauschigen Plätze man seinen Urlaubstag verbringen möchte.

http://www.cansimoneta.com