Hotel Diedrich, Hallenberg

Wenn ich das Hotel Diedrich in einem Satz beschreiben müsste, dann würde ich sagen: Ein schönes, bezahlbares Wellness-Hotel auf dem Weg zur Spitze. Das Diedrich ist eine interessante Ergänzung für den Blog. Üblicherweise finden sich hier Hotels, bei denen für mich wirklich alles stimmt. Das Diedrich ist im Moment noch auf dem Weg dahin. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden, einen Bericht zu schreiben. Das Haus hat nämlich viel Potential.
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Die Grundvoraussetzungen sind jedenfalls gut: Knappe 60 Zimmer und eine sehr nette Lage in einem verschlafenen Dörfchen. Hier sieht es aus, wie man sich das Sauerland vorstellt. Sanfte Hügel, zwei kleine Bachläufe und eine wunderbare Weitsicht. Schon die Anfahrt ist Entschleunigung pur. Eine knappe Stunde schlängelt man sich über verschlafene Landstraßen bis nach Hallenberg. Die Begrüßung ist sehr nett und herzlich. Das zieht sich übrigens durch den ganzen Aufenthalt. Hier ist keine affektierte, aufgesetzte Freundlichkeit zu spüren, wie man sie leider aus vielen Hotels kennt.
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Als ich einen ersten Blick in eines der Restaurants werfe, bin ich sehr positiv überrascht. Eine behagliche Mischung aus viel Holz und modernen Elementen mit einem sehr gelungenen Lichtdesign. Auch das Essen ist entsprechend gut. Für Gäste mit Halbpension gibt es Abends ein wirklich ausgezeichnetes Vier-Gänge-Menü. Der Blick von der Rezeption ins modern und hochwertig gestaltete Restaurant offenbart aber auch gleich die kleine Schwäche des Hauses. Hier treffen verschiedene Stile und wahrscheinlich auch Renovierungsabschnitte aufeinander. Einiges hier – wie zum Beispiel das à la carte Restaurant, manche Zimmer und vor allem der beeindruckende Ruhebereich im SPA – sind herausragend gut gestaltet. Mit hochwertigen Materialien und einem Händchen für außergewöhnliche Details sind sie auf der Höhe der Zeit. An anderen Stellen ist gestalterisch auch noch Luft nach oben. Aber das ist auf hohem Niveau gejammert.
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Das war aber auch der einzige Punkt, über den ich sanft gestolpert bin. Vor allem der Wellness-Bereich ist wirklich toll. Und das ist ja der Grund, weshalb man in so ein Hotel fährt. Die Säulentherme ist optisch wirklich beeindruckend gestaltet. Eine riesige Glasfront mit großer Holzterrasse öffnet den Saal mit dem Schwimmbecken (28 Grad) in Richtung des idyllischen Tals. Was mich betrifft habe ich die meiste Zeit des Tages im Bademantel auf einer der gemütlichen Liegen verbracht und die Aussicht genossen.
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Direkt neben der Therme liegt der großzügige, moderne Saunabereich. Hier gibt es vier verschiedene Saunen. Vom Dampfbad bis zur geräumigen Panoramasauna ist für jeden etwas dabei. Natürlich kann man im SPA auch aus einer breiten Palette von Anwendungen wählen. Massagen, Lichtbäder, ayurvedische Behandlungen, Yogakurse und vieles mehr kann man während seines Aufenthaltes dazu buchen. Auch einen gut ausgestatteten Fitnessbereich gibt es hier im Hotel.
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Das besondere Highlight ist aber eindeutig der frisch renovierte Ruhebereich. Avantgardistisch gestaltet und trotzdem urgemütlich. Die Mischung aus natürlichen Materialien, interessanten Lichtkompositionen und frischen Ideen ist wirklich eine Auszeichnung für das ganze Hotel. Wenn das Diedrich den Weg konsequent weitergeht und auch den Rest des Hotels auf das Niveau der neuen Bereiche bringt, dann gehört es für mich definitiv zur Spitzengruppe in seiner Kategorie.
Auch heute ist es aber schon uneingeschränkt empfehlenswert. Der Wellness-Bereich ist großartig, die Küche und das Frühstück ausgezeichnet. Die Lage gefällt mir sehr gut. Alles ist sauber und gepflegt. Und der herzliche Umgang mit den Gästen rundet das Bild ab. Die Preise sind im Hotel übrigens durchweg moderat. Ich finde, dass man hier wirklich sehr viel für sein Geld bekommt. Und außerdem hat es das niedlichste Hotel-Logo dass ich kenne.

www.hotel-diedrich.de

 

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Grimsel Hospiz, Guttannen

Man hat ja heutzutage eigentlich schon alles gesehen. Umso erstaunlicher ist es, die Region rund um den Grimsel-Pass zu entdecken. Die Gegend ist geprägt von schroffen Gipfeln, felsigen Hängen, karger Vegetation und äußerst wechselhaftem Wetter. Das Ganze ist in seiner Wucht so ungewohnt, dass man genauso gut auch auf einem fremden Planeten sein könnte.

Grimsel Hospitz neu

Die steilen Berge bieten optimale Vorraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft. Die Schweizer haben das auch ausgiebig genutzt. Rund um den Grimsel reiht sich ein Stausee an den anderen. Rein technisch sind das untereinander vernetzte Pumpspeicherbecken. Aber niemand, der hier steht, wird das technisch betrachten können. Die Wucht der Eindrücke fegt einen geradezu hinweg. Dazu passt, dass es auch im Juli nur 11 Grad auf dem Thermometer sind. Eisige Bäche stürzen von allen Seiten in die Stauseen. Wasserfälle, so weit das Auge reicht.

Das Grimsel-Hospiz thront auf einem gewaltigen Felsen inmitten eines Stausees. Auch der Weg zum Hospiz führt über die Staumauer. Allein die Anfahrt ist daher schon ein Erlebnis. Wenn man das Gebäude zum ersten Mal sieht, dann wird auch sofort klar, wie es fast 100 Jahre überdauern konnte: Wie eine massive Trutzburg erhebt es sich über den Felsen und die Seen. Ein menschliches Bollwerk gegen die Widrigkeiten der Natur.

hospiz innen

Drinnen sieht die Welt ganz anders aus. Gemütlich, warm und sicher. Der pfeifende Wind muss draußen bleiben. Auch der Empfang ist warm und herzlich. Da das Grimsel-Hospiz in der deutschen Schweiz liegt, haben wir auch keine Verständigungsschwierigkeiten.

 

Das Haus ist 2010 komplett saniert worden. Alles sieht aus wie neu und ist in bestem Zustand. Allerdings ist auch Wert darauf gelegt worden, der Geschichte Tribut zu zollen. So ist dann auch alles durchgängig mit Stein und Holz gebaut. Massive Dielen auf dem Boden, An vielen Stellen schwarzer Schiefer. Viele Möbel aus schwerem, dunklen Holz. Besonders gut haben mir die Lampen gefallen. Man kann bei den meisten nicht sagen, ob sie aus diesem Jahrhundert stammen – oder aus dem letzten. So geht es einem an vielen Stellen des Hotels. Alles fühlt sich zeitlos und hochwertig an. Toll gestaltet, gemütlich und absolut geradlienig. Schweizer Design eben.

Ich kann das Hotel uneingeschränkt empfehlen. Preislich ist es gehoben, aber noch bezahlbar. Wir sind ja immerhin in der Schweiz. Ich würde sehr gerne irgendwann mal im Winter hierher fahren. Das wäre sicher noch eindrucksvoller. Zu erwähnen wäre noch, dass die Passstrasse zum Grimsel wirklich wunderbar ist. Für Motorradfahrer ein absolutes Muss. Auch mit dem Cabrio ist es eine der schönsten Strecken.

Schweiz Sommer 2010

Link zum Grimsel-Hospiz

Finca Hotel Can Estades, Calviá

 

Ein Hotel, wie man es sich auf Mallorca vorstellt – aber es war gar nicht so einfach zu finden. Finca Hotels gibt es eine ganze Menge. Allerdings nicht, wenn man kurzfristig im September bucht. Und auch nicht, wenn man ein bisschen Wert auf die Details legt.

Das Can Estades ist kein Luxushotel. Es ist nicht mal teuer. Man trägt seine Koffer selber aufs Zimmer, es gibt kein Restaurant, kein SPA und auch sonst nicht viel. Aber genau das ist das Schöne an diesem Ort: Er ist so herrlich unaufgeregt. Das lauteste Geräusch, das wir in drei Tagen gehört haben, war das Bellen eines Hundes.

Das Haus ist erst seit relativ kurzer Zeit geöffnet. Der Besitzer hat es 8 Jahre lang liebevoll renoviert. Man spürt, wie viel Wert auf die Materialien und die Details gelegt wurde. Stein und Holz verbinden sich zu einer ursprünglichen Architektur, die perfekt in die Landschaft passt.

Der schönste Ort ist der kleine Pool. Hier trennt sich ja bei Hotels oft die Spreu vom Weizen. Im Can Estades ist alles wunderbar gepflegt, sauber und herrlich entspannt. Da die meisten Bewohner der zwölf Zimmer tagsüber Ausflüge machen, ist man teilweise Stundenlang alleine und kann die Füße ins Wasser halten oder sich im ungeheizten Whirlpool erfrischen.
Die Finca ist eingebettet in eine hügelige Landschaft mit vielen Pinien, Palmen und anderen Bäumen. Überall blüht es. Abends sieht man nicht mal andere Lichter, so abgelegen ist es hier. Kaum zu glauben, da der Flughafen nur 20 Minuten entfernt ist.

Highlight des Tages ist das Frühstück. Auf der großen Terrasse der Finca hat man einen wunderschönen Blick und kann das tolle Buffet genießen. Viel frisches Obst, selbst gebackenes Brot und Honig und Marmelade vom Nachbarn. Besonders toll: Der frisch gepresste Orangensaft.
Wir können das Can Estades durch und durch empfehlen. Allerdings sollte man einen Mietwagen haben. Einzig die Betten dürften besser sein. Und auch die WLAN-Abdeckung ist nicht so toll. Die Betreiber meinten allerdings, dass viele Gäste genau darauf Wert legen :-)

www.can-estades.com

 

Impressionen Bali