Seezeitlodge am Bostalsee

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Heute möchte ich ausnahmsweise mal ein Hotel aus der Kategorie „mittelgroß und fein“ vorstellen. Eigentlich suche ich für diesen Blog nach Häusern mit unter 50 Zimmern. Ideal finde ich 20. Aber gerade bei den guten Wellness-Hotels ist das nicht so einfach. Ein ausgedehnter SPA-Bereich mit Pool lohnt sich eben erst ab einer gewissen Zahl von Gästen. Während man von „klein“ bei über 80 Zimmern eigentlich nicht mehr reden kann, trifft „fein“ hier auf jeden Fall 100% zu.

Die Seezeitlodge am Bostalsee ist am Reißbrett geplant. Dementsprechend hat sie keine Patina, keine knarrenden Dielenböden und keine 100jährigen Bäume im Garten. Die Lodge ist absolut nagelneu. Und das hat durchaus seinen Reiz, gerade bei einem Wellness-Hotel. Eröffnet hat es erst im Juli 2017. Und es waren offensichtlich Planer und Architekten beteiligt, die ihr Handwerk verstehen. Das Hotel ist wirklich supermodern – und dabei total gemütlich. Das muss man erst mal hinbekommen.

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Das Design ist geradlinig, fast schon skandinavisch. Klare Formen, klare Linien, viel Glas und Beton. Trotzdem wirkt alles sehr naturverbunden. Überall ist warmes, offenporiges Holz verbaut. Der Blick auf den malerischen See ist beinahe allgegenwärtig und die liebevollen, kleinen Details komplettieren den guten Gesamteindruck. Wenn es dämmert, kommt dann noch ein ausgefeiltes Lichtkonzept mit vielen geschickt platzierten Highlights dazu.

Auch wenn die Lobby noch so schön ist – in einem Wellness-Hotel zählen andere Dinge. Wie schon erwähnt ist das Hotel absolut neu. Und gerade im Poolbereich und in den Saunen fällt das einfach sehr positiv auf. Jede Fuge sieht aus, als wäre sie gestern erst gezogen worden. Die Saunen und die ausgedehnten Ruhebereiche fühlen sich absolut jungfräulich an. Wir haben dann auch den kompletten Tag im Wellness-Bereich verbracht. Das hübsche und geräumige Zimmer haben wir praktisch nur zum schlafen verwendet.
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Man benötigt einige Zeit, bis man hier alles gesehen hat. Es gibt diverse Saunen, ein Dampfbad, einen riesigen Pool und mein persönliches Highlight: Das keltische Saunadorf. Hier gruppieren sich diverse kleine Holzhäuschen um einen runden „Dorfplatz“ mit Feuerstelle. In jedem Haus findet man eine andere, kleine Sauna vor. Insgesamt gibt es in der Seezeitlodge 8 Stück davon. Das finde ich wirklich außergewöhnlich. Auch den Ruheraum im keltischen Dorf sollte man besucht haben. Hier gewähren fünf Meter hohe, gigantische Fenster einen Blick in die idyllische Landschaft. Meine Wertung für die Saunen sind fünf von fünf Sternen. In der Dämmerung haben wir dann noch einige Zeit im warmen Außenpool verbracht und den Blick auf den See genossen. Das einzige was mir wirklich fehlte, war ein Whirlpool. Warum sie den nicht noch eingebaut haben, ist mir ein Rätsel.

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Die Seezeitlodge ist nicht ganz günstig. Ab ca. 200,- für ein Doppelzimmer geht es los. Allerdings stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis trotzdem. Man muss bedenken, dass der prachtvolle Wellness-Bereich für zwei Personen mit drin ist. Dazu gibt es ein Frühstücksbuffet, wie ich es wirklich selten gesehen habe. Ein 4 Meter langer Tisch, auf dem einfach nur verschiedene Brotsorten angeboten werden, das ist schon außergewöhnlich. Auch Veganer werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Ich habe alleine fünf Sorten Milch gezählt. Das ganze kombiniert man am besten mit der friedlichen, sonnigen Terrasse – perfekt. Auch Abends ist das Restaurant empfehlenswert. Die Qualität der Speisen ist sehr gut, und der Blick auf den See und das kuschelige Ambiente passen sehr gut zu einem romantischen Kurzurlaub. Schade, dass man nicht im Bademantel zum Abendessen gehen kann.

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Wo Licht ist, ist natürlich auch ein bisschen Schatten. Das Hotel ist neu, die Abläufe noch nicht ganz eingespielt. Teilweise gibt es längere Wartezeiten an der Rezeption, manche Leute wirkten manchmal etwas verwirrt. Auf der sonnigen Terrasse gab es nirgendwo Kissen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, man hätte mit Regen gerechnet. Klar, dann kann man natürlich die Polster auch nicht mehr holen.
Was ich wirklich doof fand, ist die Lärmbelästigung. Der Bostalsee hat scheinbar ein große Open-Air-Bühne. Während unseres Aufenthalts war dort eine Veranstaltung, so dass den ganzen Tag äußerst basslastige 90er-Jahre Musik über den See schallte. Das ist natürlich nicht ideal für ein entspanntes Wellness-Hotel. Ich finde, darauf sollte das Hotel bei der Buchung hinweisen.

Mein Fazit: Tolles Hotel, tolle Lage. Die Größe ist geschickt kaschiert. Die 80 Zimmer stören gar nicht. Der Wellness-Bereich ist kaum zu toppen, das Frühstück ist göttlich. Der Preis geht für die gebotene Leistung voll in Ordnung – wenn nicht gerade ein Techno-Open-Air stattfindet.

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Landhaus Bärenmühle, Ellershausen

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Manchmal müssen es keine exotischen Orte in fremden Ländern sein. Ab und zu reichen auch zwei Stunden mit dem Auto, um in eine ganz andere Welt einzutauchen.
Die Bärenmühle liegt verwunschen und einsam am Rande des Kellerwalds. Ein kleiner Bach schlängelt sich durch das idyllische Tal direkt an ihr vorbei. Man hört eigentlich nur das sanfte Gurgeln und Plätschern des Wassers. Selbst das Handy bleibt stumm. Empfang gibt es hier zum Glück keinen.

Die alte Mühle besteht aus drei Hauptgebäuden, in denen sich die Zimmer verteilen. Wir waren hier schon öfter, deswegen kenne ich einige davon. Jedes ist auf seine Weise charmant und einzigartig. Vom „Schäferstübchen“ bis zu „Heiners Himmelreich“ ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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Das ganze Landhaus wurde auf wunderbare Weise in die Gegenwart renoviert. Die Substanz und der Charme der alten Mühle sind perfekt konserviert worden – und bietet trotzdem den Standard eines modernen Hotels der oberen Liga. Dabei fällt immer wieder die Liebe zum Detail auf. Sei es bei der Einrichtung, den Materialien oder auch in der Gastronomie. Hier ist jemand mit Geschmack und Stil am Werk. Die Bärenmühle erfüllt die Kriterien „klein&fein“ jedenfalls mit Bravour.

DP1Q2764Das Publikum besteht aus älteren Wanderern, verliebten Pärchen und Familien mit Kindern. Der gemeinsame Nenner ist die wundervolle Natur. Alle sind hier tiefenentspannt – und meilenweit entfernt vom Alltag. Das Gelände der Bärenmühle ist so weitläufig, dass man von anderen Gästen ohnehin nicht viel mitbekommt.

Mein persönliches Highlight ist der große Schwimmteich im idyllischen Garten der Bärenmühle. Hier haben wir viel Zeit verbracht. Besonders toll fanden wir die abendliche Sauna mit anschließendem Sprung ins frische Wasser. Kinder behaupten sogar, es wäre total warm. Natürlich mit Gänsehaut und Zähneklappern. Am Teich gibt es auch viele schattige Plätzchen, an denen man es mit einem guten Buch lange aushält.

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Die Bärenmühle liegt wirklich sehr abgeschieden. Man kann nicht einfach in die nächste Stadt zum Abendessen fahren. Und das muss man auch nicht. Das wunderbare Restaurant serviert echte kulinarische Highlights. Dabei kommen die meisten Zutaten aus nahegelegenen Bauernhöfen. „Natur pur“ ist hier wirklich wörtlich zu nehmen. Eine Fanta bekommt man hier zum Beispiel nicht. Das passt nicht ins Konzept.
Während abends vier Gänge kredenzt werden, gibt es Frühstück am Buffet. Natürlich auch mit leckeren Sachen aus dem Lengelbachtal. Und zwar bis 11 Uhr. Auch das trägt zur Entspannung bei. Übrigens gibt es auch einige Wohnungen mit Küche, sodass man sich das Geld für das Restaurant und das Frühstück theoretisch auch sparen kann. Gerade für Familien ist das eine interessante Alternative.

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In diesem Blog habe ich schon viele schöne Hotels vorgestellt. Die Bärenmühle möchte ich besonders ans Herz legen. Einige Tage hier sind ganz sicher erholsamer, als zwei Wochen Pauschalreise. Wir kommen jedenfalls ganz sicher wieder.

www.baerenmuehle.de

Check in

Ein Blog. Mein Erster. Um von einigen besonderen Orte zu erzählen, nach denen ich teilweise lange gesucht habe: Kleine, feine Hotels. In denen man ganz besondere Momente erlebt und vielleicht die eine oder andere Erinnerung fürs Leben speichert. Viel Spaß damit!