Eringer Hotel & Spa, Les Collons

Der erste Bericht nach der Corona-Zeit kommt aus einem kleinen Bergdörfchen in der Schweiz. Der Ferienort Les Collons – auf 1800m Höhe im Wallis – ist nämlich um eine Attraktion reicher: Das brandneue ERINGER Hotel & Spa mit dazugehöriger Therme hat gerade erst eröffnet. Wir waren unter den ersten Gästen.

Im Inneren ist das moderne, aber sehr gemütliche Design-Hotel komplett fertiggestellt, während die Therme und auch die Außenanlagen aktuell noch im Bau sind. Es war gar nicht so einfach, gute Fotos zu machen, da wir uns um die zahlreichen Baugerüste herumschlängeln mussten. Diese verschwinden nach und nach in den nächsten Monaten, so dass spätestens im Sommer 2023 alles fertiggestellt sein sollte. Die Therme eröffnet sogar schon am 23.12.22.

Neben dem Haupthaus mit ca. 70 Zimmern und Suiten gibt es noch einige kleinere Chalets auf der Anlage, die später auch diverse Wellness-Anwendungen beherbergen werden. Highlight der Therme ist das 34° warme Outdoor-Becken mit grandiosem Bergpanorama – Matterhorn inklusive. Von hier hat man auch einen direkten Blick auf die Skipiste nach Les Masses, die nur wenige Meter am Hotel vorbeiführt. Ski in, Ski out ist hier das Konzept. Da Les Collons Teil des 4Vallees Skigebietes ist, hat man beste Bedingungen und Zugriff auf fast 80km schneesichere Pisten. Auch im Sommer ist Les Collons übrigens ein wunderbares Ziel: Wer gerne wandert oder mit dem Mountainbike unterwegs ist, kommt hier voll auf seine Kosten.

Das ERINGER ist im Stile eines großen Chalets gebaut und fügt sich wunderbar in die Landschaft ein. Die Außenfassade besteht komplett aus kernigem, wettergegerbtem Holz. Und auch im Innenbereich setzt sich dieses Prinzip überall fort. Das Hotel nutzt geschickt den Kontrast aus warmen Hölzern, fließenden Stoffen und modernen Materialien. Das sieht sehr stylish aus und ist dabei total gemütlich. Vor allem der Sinn fürs Detail ist überall spürbar. Bis hin zu den kleinen goldenen Steinböcken, mit denen man im Restaurant die Schränke und Schubladen öffnet. Der Kitsch-Faktor bleibt dabei angenehm niedrig. Design mit Anspruch eben.

Das Restaurant „Chez Pietro“ finde ich extrem gelungen. Es ist eine Mischung aus unprätentiösem Speisesaal und sehr hochwertiger Innenarchitektur. Dieses Konzept sorgt für echte Wohlfühl-Atmosphäre, ohne dabei abgehoben zu wirken. Riesige Fenster geben von jedem Platz den Blick auf die beeindruckende Bergkulisse frei und im Sommer gibt es auch eine weitläufige Terrasse. Gefallen haben mir auch die Preise, die ich für Schweizer Verhältnisse als sehr moderat empfunden habe. Und das bei herausragender Qualität. 

Die Standard-Zimmer selbst sind nicht sehr groß, aber hochwertig und modern ausgestattet. Die Betten sind toll und auch hier hat man irgendwie das Gefühl, in einer urigen Berghütte zu wohnen. Die meisten Zimmer haben auch einen Balkon mit bestechenden Ausblicken auf die umliegenden Berge. 

Da das Hotel bei unserem Besuch erst drei Tage geöffnet war, ist natürlich noch nicht alles 100% eingespielt. Die Servicequalität im Normalbetrieb kann ich also nicht beurteilen. Was mir aber gut gefallen hat, sind die Menschen im Hotel. Engagiert, fröhlich, leidenschaftlich und stolz. Man spürt förmlich, dass sich hier ein gutes Team zusammengefunden hat. Das wir uns hier so wohl gefühlt haben, liegt nicht zuletzt auch daran. 

Wir haben das Zimmer übrigens kostenfrei bekommen, allerdings bei völliger redaktioneller Freiheit. Sonstige Honorare sind hier nicht geflossen, und so kann ich das ERINGER guten Gewissens empfehlen. Der Standort ist wundervoll, das Panorama unschlagbar. Und neben dem tollen Hotel ist die Therme einfach ein gutes Argument, hier ein paar schöne Tage zu verbringen. 

Wenn der letzte Handwerker abgezogen ist, sollte man sich einen Besuch gönnen. Die ganze Atmosphäre ist hier so entspannt und friedlich, dass man wirklich gut auftanken kann. Vielleicht dürfen wir ja auch im Sommer nochmal die Fortschritte dokumentieren. Wir würden uns freuen.

en.eringerhotel.ch

Grimsel Hospiz, Guttannen

Man hat ja heutzutage eigentlich schon alles gesehen. Umso erstaunlicher ist es, die Region rund um den Grimsel-Pass zu entdecken. Die Gegend ist geprägt von schroffen Gipfeln, felsigen Hängen, karger Vegetation und äußerst wechselhaftem Wetter. Das Ganze ist in seiner Wucht so ungewohnt, dass man genauso gut auch auf einem fremden Planeten sein könnte.

Grimsel Hospitz neu

Die steilen Berge bieten optimale Vorraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft. Die Schweizer haben das auch ausgiebig genutzt. Rund um den Grimsel reiht sich ein Stausee an den anderen. Rein technisch sind das untereinander vernetzte Pumpspeicherbecken. Aber niemand, der hier steht, wird das technisch betrachten können. Die Wucht der Eindrücke fegt einen geradezu hinweg. Dazu passt, dass es auch im Juli nur 11 Grad auf dem Thermometer sind. Eisige Bäche stürzen von allen Seiten in die Stauseen. Wasserfälle, so weit das Auge reicht.

Das Grimsel-Hospiz thront auf einem gewaltigen Felsen inmitten eines Stausees. Auch der Weg zum Hospiz führt über die Staumauer. Allein die Anfahrt ist daher schon ein Erlebnis. Wenn man das Gebäude zum ersten Mal sieht, dann wird auch sofort klar, wie es fast 100 Jahre überdauern konnte: Wie eine massive Trutzburg erhebt es sich über den Felsen und die Seen. Ein menschliches Bollwerk gegen die Widrigkeiten der Natur.

hospiz innen

Drinnen sieht die Welt ganz anders aus. Gemütlich, warm und sicher. Der pfeifende Wind muss draußen bleiben. Auch der Empfang ist warm und herzlich. Da das Grimsel-Hospiz in der deutschen Schweiz liegt, haben wir auch keine Verständigungsschwierigkeiten.

 

Das Haus ist 2010 komplett saniert worden. Alles sieht aus wie neu und ist in bestem Zustand. Allerdings ist auch Wert darauf gelegt worden, der Geschichte Tribut zu zollen. So ist dann auch alles durchgängig mit Stein und Holz gebaut. Massive Dielen auf dem Boden, An vielen Stellen schwarzer Schiefer. Viele Möbel aus schwerem, dunklen Holz. Besonders gut haben mir die Lampen gefallen. Man kann bei den meisten nicht sagen, ob sie aus diesem Jahrhundert stammen – oder aus dem letzten. So geht es einem an vielen Stellen des Hotels. Alles fühlt sich zeitlos und hochwertig an. Toll gestaltet, gemütlich und absolut geradlienig. Schweizer Design eben.

Ich kann das Hotel uneingeschränkt empfehlen. Preislich ist es gehoben, aber noch bezahlbar. Wir sind ja immerhin in der Schweiz. Ich würde sehr gerne irgendwann mal im Winter hierher fahren. Das wäre sicher noch eindrucksvoller. Zu erwähnen wäre noch, dass die Passstrasse zum Grimsel wirklich wunderbar ist. Für Motorradfahrer ein absolutes Muss. Auch mit dem Cabrio ist es eine der schönsten Strecken.

Schweiz Sommer 2010

Link zum Grimsel-Hospiz