Kasbah Tamadot, Asni

In diesem Blog geht es nicht um Sterne. Es geht nicht um Quadratmeter. Oder um Auflistungen von Serviceangeboten. Es geht vielmehr um besondere Orte, an denen man sich zu Hause fühlt. Oder noch besser: Um Orte, an denen man sich wohler fühlt als zu Hause. Zu letzterer Kategorie gehört die Kasbah Tamadot.
kasbah4Schon die Fahrt ins Atlas-Gebirge war ein Erlebnis. Über immer schmaler werdende Straßen lässt man den Trubel und die Hektik von Marrakesch hinter sich. Schon nach einer halben Stunde ist man nahezu alleine – von einigen Bauern mit ihren Eseln und den unvermeidlichen Mercedes-Taxen mal abgesehen. Die ersten Ausläufer der Berge beginnen schon ca. 45 Minuten von Marrakesch entfernt. Danach geht es immer weiter hinauf, vorbei an schroffen Felsen bis auf 1300 Meter. Man fährt durch das kleine Berberdörfchen Asni hindurch und erreicht nach ca. 5km die Kasbah Tamadot.

Kasbah2Kasbah bedeutet ursprünglich Zitadelle oder Festungsanlage. Und so sieht die ganze Anlage auch aus. Hohe Mauern umgeben das gesamte Anwesen. Große Tore aus eisenbeschlagenem Holz boten schon vor 100 Jahren Schutz vor Angreifern. Heute sperrt man damit vor allem den Alltag aus. Im inneren der Mauern kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Gebäude ist eigentlich gar nicht so riesig. Aber so verwinkelt, dass man hinter jeder Ecke etwas neues entdecken kann. Schattige Innenhöfe mit kleinen Brunnen wechseln sich mit kleinen und großen Terrassen ab. Überall wachsen Palmen, Orangenbäume und Rosen. Orientalische Ornamente, handgemachte Fliesen und eine Vielzahl von Kunstgegenständen runden das Bild ab.
Kasbah3Hinter dem Hauptgebäude befindet sich der Poolbereich. Hier ist das grandiose Bergpanorama besonders eindrucksvoll. Man kann sich einfach nicht sattsehen. Der große Pool hat angenehme 28 Grad. Der etwas kleinere Whirlpool ist gefühlt nahe am Kochtopf. Gemütliche Sonnenliegen oder die weißen Berberzelte laden zum verweilen ein. Egal für welchen Platz man sich entscheidet – nach einer Minute kommt ein freundlicher Kellner mit einer Flasche Wasser und frischen Früchten. Der Service ist wirklich toll. Die Menschen sind offen und herzlich. Ganz anders als in Marrakesch. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Personal hier sehr gut Englisch spricht. Die Sprachbarriere liegt ansonsten ja recht hoch in Marokko.
Kasbah1Das Hotel ist klein. Es besitzt nur 27 Zimmer. Viele Suiten befinden sich gar nicht im Hauptgebäude, sondern verteilen sich auf dem weitläufigen Gelände. Zum Beispiel gibt es luxoriöse Berberzelte, manche davon sogar mit privatem Pool. Dadurch wirkt die ganze Anlage sehr privat. Dass das Hotel ziemlich ausgebucht ist, merkt man eigentlich nur beim Essen. Im Restaurant ist jeder Tisch besetzt. Die Kasbah Tamadot ist eins der schönsten Hotels in denen ich je war. Nicht nur wegen der grandiosen Lage. Oder dem exzellenten Essen. Auch nicht wegen dem tollen Service oder den luxuriösen Zimmern. Sondern ganz einfach, weil hier alles passt. Echt, ungekünstelt und mit einer gehörigen Portion Patina. Überrascht hat mich vor allem das Publikum. Obwohl das Hotel wirklich teuer ist, laufen viele junge Leute in Shorts und Flip Flops herum. Die meisten bleiben wohl – wie wir – nur ein oder zwei Tage. Ein längerer Aufenthalt würde die Reisekasse dann doch arg strapazieren.

Kasbah Tamadot

La Villa Nomad, Marrakesch

Nomad1Es ist wieder November. Und wie jedes Jahr hatten wir wieder das Gefühl, man könnte noch einen Rest Sonne tanken um die nächsten Monate besser zu überstehen. Es sollte aber keine Fernreise werden, da nur noch eine Woche Urlaub übrig war.

Die Wahl fiel auf Marokko. Hier sind es aktuell mollige 30 Grad. Das ist zwar etwas wärmer, als zu dieser Jahreszeit üblich – aber wir sind natürlich nicht böse.
Wir starten in Marrakesch. Hier bleiben wir zwei Tage. Wir haben wieder nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht. Und sind dabei auf die Villa Nomad gestoßen. Ein Riad ist sicher die stilechteste Unterkunft, die man hier finden kann. Und dieser hier ist wirklich besonders schön. Schön bedeutet allerdings nicht, dass man das Hotel jedem empfehlen kann. Man sollte auch eine Portion Abenteuerlust mitbringen.

Nomadneu2 Das liegt ganz einfach an der Lage. Das Hotel liegt – wie die meisten Riads – mitten in der Medina von Marrakesch. Hier ist es laut, hektisch und als Tourist wird man vor allem als laufende Geldbörse gesehen. Man braucht schon starke Nerven, um klarzumachen, dass man keinen Führer braucht, das Gepäck gerne selber trägt und auch nichts kaufen möchte. Als wir am späten Abend vom Flughafen kamen, setzte uns das Taxi auf einem kleinen, belebten Platz ab. In die eigentliche Medina kommt man nur zu Fuß, da die labyrinthartigen kleinen Gassen schlicht zu eng für ein Auto sind. Wir liefen dann einem Jungen hinterher, der uns den Weg zum Riad zeigen sollte. Als es immer dunkler, verfallener und lauter wurde, bekam man dann doch irgendwann ein mulmiges Gefühl. Der Eingang zum Riad – ein großes, schweres Holztor – liegt in einem stockdunklen Tunnel. Das letzte was wir hier erwartet hätten, ist ein Hotel.

Nomad2Der Kontrast ist wirklich unglaublich. Als das Holztor hinter uns ins Schloss fiel, waren wir übergangslos in einer anderen Welt. Draußen war Lärm, Hektik, Schmutz und Getümmel. Hier drin war nicht das kleinste Geräusch zu hören. Nur das leise Plätschern eines Springbrunnens. Im idyllischen Innenhof des Riads durften wir es uns erst mal bei einem frischen Minztee gemütlich machen, während die Rezeption die Formalitäten erledigte. Schon nach ein paar Minuten fragte man sich, ob man den Weg hierher nur geträumt hatte.
Der Riad ist wirklich wunderschön. Alles sieht aus, als wäre er gestern erst erbaut worden. Dabei ist er sicher einige hundert Jahre alt. Alles ist auf traditionelle Weise renoviert. Die handgemachten Fliesen, kunstvoll gearbeitete Lampen und die mit Tadelakt verputzten Wände wirken wie eine Zeitreise. Bis auf den Flatscreen an der Rezeption hat es hier wahrscheinlich vor 100 Jahren auch nicht anders ausgesehen.

nomadneu1Auch die Zimmer sind stilsicher und schön eingerichtet. Die vier Meter hohe Decke lässt alles sehr großzügig wirken. Es gibt auch noch ein kleines Schwimmbecken und einen Hammam. Auch eine großzügige Dachterrasse ist vorhanden. Hier ist ein bisschen schade, dass man an keiner Stelle einen Blick über Marrakesch hat. Trotzdem würden wir den Riad auf jeden Fall weiterempfehlen. Auch, weil er recht günstig ist. Allerdings sollte man unbedingt den Transfer vom Flughafen zum Hotel mitbuchen. Es sei denn, man mag den Nervenkitzel und sucht das Abenteuer.

http://www.lavillanomade.com

Finca Hotel Can Estades, Calviá

 

Ein Hotel, wie man es sich auf Mallorca vorstellt – aber es war gar nicht so einfach zu finden. Finca Hotels gibt es eine ganze Menge. Allerdings nicht, wenn man kurzfristig im September bucht. Und auch nicht, wenn man ein bisschen Wert auf die Details legt.

Das Can Estades ist kein Luxushotel. Es ist nicht mal teuer. Man trägt seine Koffer selber aufs Zimmer, es gibt kein Restaurant, kein SPA und auch sonst nicht viel. Aber genau das ist das Schöne an diesem Ort: Er ist so herrlich unaufgeregt. Das lauteste Geräusch, das wir in drei Tagen gehört haben, war das Bellen eines Hundes.

Das Haus ist erst seit relativ kurzer Zeit geöffnet. Der Besitzer hat es 8 Jahre lang liebevoll renoviert. Man spürt, wie viel Wert auf die Materialien und die Details gelegt wurde. Stein und Holz verbinden sich zu einer ursprünglichen Architektur, die perfekt in die Landschaft passt.

Der schönste Ort ist der kleine Pool. Hier trennt sich ja bei Hotels oft die Spreu vom Weizen. Im Can Estades ist alles wunderbar gepflegt, sauber und herrlich entspannt. Da die meisten Bewohner der zwölf Zimmer tagsüber Ausflüge machen, ist man teilweise Stundenlang alleine und kann die Füße ins Wasser halten oder sich im ungeheizten Whirlpool erfrischen.
Die Finca ist eingebettet in eine hügelige Landschaft mit vielen Pinien, Palmen und anderen Bäumen. Überall blüht es. Abends sieht man nicht mal andere Lichter, so abgelegen ist es hier. Kaum zu glauben, da der Flughafen nur 20 Minuten entfernt ist.

Highlight des Tages ist das Frühstück. Auf der großen Terrasse der Finca hat man einen wunderschönen Blick und kann das tolle Buffet genießen. Viel frisches Obst, selbst gebackenes Brot und Honig und Marmelade vom Nachbarn. Besonders toll: Der frisch gepresste Orangensaft.
Wir können das Can Estades durch und durch empfehlen. Allerdings sollte man einen Mietwagen haben. Einzig die Betten dürften besser sein. Und auch die WLAN-Abdeckung ist nicht so toll. Die Betreiber meinten allerdings, dass viele Gäste genau darauf Wert legen :-)

www.can-estades.com

 

Alila Manggis

Für unsere zwei Wochen auf Bali hatten wir insgesamt vier Hotels ausgesucht, die über die ganze Insel verteilt waren. Den Anfang machte das Alila Manggis. Es ist nicht allzuweit vom Flughafen Denpasar entfernt.

Um ehrlich zu sein hatte ich mir von dem Hotel nicht allzuviel erwartet. Dazu war es im Vergleich zu den anderen einfach zu günstig. Ich dachte, nach einem vierzehn-Stunden-Flug wäre es onehin ziemlich egal, wie das Hotel aussieht.

Hier hatte ich mich gründlich getäuscht. Das Alila Manggis ist nicht spektakulär gelegen. Es hat keine riesigen Zimmer. Und auch keine privaten Villen, wie es in manch anderem Hotel Standard ist. Aber dafür ist es schlicht wunderschön. Sehr gepflegt, mit viel Sinn für die Details eingerichtet. Und absolut entspannt. So wohl wie hier habe ich mich wirklich selten in einem Hotel gefühlt. Nach einer Stunde im Pool war jedenfalls der Flug vergessen.

Mein Highlight war das offene Restaurant. Keine Fenster oder Türen. Nur ein Dach aus Palmwedeln. Mit Blick in den Park und aufs Meer. Ein herrliches Gefühl. Man kann sich einfach auch nicht vorstellen, wie warm es in Indonesien ist. Selbst mitten in der Nacht wird es nie auch nur annähernd kühl. Warum sollte man also Wände einbauen?

Einen Strand gibt es übrigens nicht. Der ist wohl vor ein paar Jahren durch den steigenden Meeresspiegel abgetragen worden. Aber wir haben ihn auch nicht vermisst. Der Pool ist einfach zu schön.
Hompage Alila Manggis

Hotel Mawimbi auf Holbox Island

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Ganz am Ende unserer Mexico-Reise wollten wir noch einige Tage richtig ausspannen. Ich hatte nur das erste Hotel aus Deutschland gebucht. Den Rest hatten wir im Land gefunden. So konnten wir ziemlich frei herumfahren, ohne zu festgelegt zu sein. Das letzte Hotel sollte allerdings in der Nähe des Flughafens in Cancun stehen. So fanden wir Holbox Island.

Holbox Island ist – wie der Name schon sagt – eine Insel. Nicht weit vom furchtbaren Touristenort Cancun entfernt, findet man hier ein richtiges Paradies. Eine Stunde Fahrt mit einem kleinen Linienboot weckt bereits die Vorfreude. Das Auto parkt man derweil auf dem Festland und hofft, dass es noch da ist wenn man zurückkommt.

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Das Hotel Mawimbi ist ebenfalls ein sehr kleines Hotel. Es hat nur 10 oder 12 Zimmer, die allerdings alle sehr liebevoll eingerichtet sind. Das Haus ist einfach und günstig, aber es besticht durch eine wirklich traumhafte Lage direkt am Strand. Touristen gibt es hier kaum, man kann es also tatsächlich als Geheimtipp bezeichnen.
Die Insel selbst ist wunderbar unaufgeregt. Das Hotel selbst hat kein Restaurant, so dass man sich Abends etwas suchen muss. Hier gibt es keine riesige, aber eine ausreichende Auswahl. Toller Blick aufs Meer ist garantiert, und der Fisch ist so frisch wie er schmeckt. Frühstück gibt es natürlich im Hotel, und Mittags kann man sich an der Bar eine frische Guacamole machen lassen. Beim faulenzen in der Hängematte verbraucht man auch nicht allzu viele Kalorien.

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Das Mawimbi ist wirklich uneingeschränkt zu empfehlen. Es ist genauso schön wie das Azulik, aber es kostet nur einen Bruchteil davon. Das gesparte Geld kann man in leckere Cocktails und frischen Fisch investieren. Die drei Tage waren eigentlich zu kurz – hier kann man sicher auch eine ganze Woche verbringen.

Mawimbi Homepage

Azulik in Tulum, Mexico

Wie organisiert man eigentlich eine Fernreise ohne Reisebüro? Man setzt sich viele Nächte vor den Rechner und recherchiert, was es so gibt. In unserem Fall stand nur das Ziel fest: Mexico. Genauer gesagt: Die Halbinsel Yucatan. Weil hier die Sonne scheint, der Strand toll ist und sich im Urwald viele, spannende Zeugnisse einer längst vergangenen Kultur verstecken. Und wenn man den Bauch lange genug in die Sonne gehalten hat, dann ist es doch eine nette Abwechslung, eine Expedition zu mystischen Maya-Pyramiden zu starten.

Die ersten drei Tage wollten wir nur eins: Uns entspannen. Und zwar nicht in einem der dort typischen Hotelbunker, sondern in einem kleinen, möglichst abgelegenen Häuschen. Ein guter Weg, solche Hotels zu finden, ist Tripadvisor. Nach einigem stöbern stieß ich auf das Azulik. Genau was ich gesucht hatte. 12 kleine, private Villen. Direkt am Strand, auf einer kleinen Klippe gelegen. Auf unserer Terrasse gab es sogar eine kleine, runde Badewanne aus kleinen, bunten Mosaiksteinchen. Ein Restaurant oder einen Speisesaal suchte man hier vergeblich. Wenn man Hunger hatte, dann steckte man eine kleine Fahne ans Geländer der Hütte um so den Zimmerservice herbeizulocken. Das klappte tatsächlich ganz wunderbar.

Die Hütten selber sind eine wunderbare Mischung aus Luxus und Enthaltsamkeit. Alles ist aus wunderschönem, edlen Holz gebaut. Ganz so, wie es die Einheimischen seit Jahrhunderten machen. Das Glas der Fenster ist eigentlich das einzige Detail, an dem man erkennt, dass die Hütte doch recht modern sein muss. Elektrischen Strom gibt es nämlich keinen. Das ist viel schöner, als es klingt. Man zündet eben Kerzen an, wenn es dunkel wird. Das hat seinen ganz eigenen Reiz. Alles in allem eine wirklich wunderschöne Erfahrung.

Eigentlich hat das Azulik nur zwei Nachteile. Der eine ist natürlich der Preis. Der Andere war damals sehr unerwartet: Der wunderschöne karibische Ozean vor dem Fenster ist
so laut, dass man kaum zum schlafen kommt.

http://www.azulik.com