
Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich dieses Hotel in den Blog aufnehmen soll. Es ist ein wundervoller, ruhiger und abgeschiedener Ort. Allerdings gibt es hier auch noch etwas Raum für Verbesserung im Service.
Das Ksar Char-Bach ist architektonisch von der spanischen Alhambra inspiriert. Der maurische Stil äußert sich in filigranen, kunstfertigen Steinmetzarbeiten. In kühnen Bögen, schlanken Säulen und feinen Details. Und auch, wenn man durch den zentralen Innenhof mit dem großen, länglichen Wasserbecken flaniert, sieht man deutlich die Verwandtschaft zum großen Bruder in Spanien. Dominiert wird die Anlage von einem massiven, mächtigen Turm. Der schlichte, geradlinige Bau bildet einen angenehmen Kontrast zu den verspielten Elementen, die man überall entdecken kann. Hier sind der große Speisesaal und die größten Suiten untergebracht. Im Untergeschoss gibt es auch einen gut geführten SPA-Bereich. Oben auf dem Turm gibt es noch den privaten Pool der Master-Suite, der einen Ausblick über den Palmenhain bis hin zum Atlas-Gebirge bietet.

Das Ksar Char-Bagh ist ein waschechtes Small-Luxury-Hotel. Auf dem weitläufigen Gelände bietet es insgesamt nur 14 Zimmer und Suiten. Die meisten gruppieren sich auf zwei Etagen rund um den schattigen Innenhof. Das ganze Anwesen strahlt eine wohltuende Ruhe und Erhabenheit aus. Das gilt auch für den 34 Meter langen, geheizten Pool. Gesäumt von majestätischen Palmen liegt er wie eine steinerne Oase im sorgsam gepflegten Garten. Rund um den Pool und überall auf dem Gelände stehen Holzliegen, Sessel und kleine Tische. Das Frühstück wird an jedem dieser Orte à la carte serviert. Und wer den ganzen Tag im Hotel verbringen möchte, der findet zu jeder Tageszeit ein ruhiges, schattiges Plätzchen.

Das Hotel ist seit neuestem auch Mitglied der Small Luxury Hotel-Gruppe. Das ist eine echte Auszeichnung, da hier wirklich nur ausgesuchte, besondere Hotels aufgenommen werden. Das CondéNast Traveller-Magazin hat das Haus 2005 in die Liste der besten 50 Hotels weltweit aufgenommen. Wenn man sich die Gebäude, den Park, die Einrichtung und die Lage anschaut, kann man diese Auszeichnung auch sofort nachvollziehen.

Wir waren Ende November hier. So gesehen sind die kleinen Service-Schwächen wahrscheinlich nicht der Normalfall. Das Hotel war nämlich praktisch leer. Keine Gäste, kaum Personal. Das fühlte sich etwas gespenstisch an und manche Abläufe waren für ein Haus dieser Güte reichlich improvisiert. Das ist aber vermutlich nicht immer so, da das Hotel direkt nach unserem Besuch in den Winterschlaf ging. Kleiner Nebeneffekt des späten Besuchs war, dass der Preis niedrig war und wir eine Suite bekamen, die uns wirklich umgehauen hat. Der Zauber der Nebensaison eben.
Neben der wundervollen Außenansicht und dem idyllischen Park hat das Ksar Char-Bagh auch innere Werte. Die großen Säle, das kuschelige Restaurant mit monumentalem Kamin oder auch das SPA sind liebevoll und kunstfertig gestaltet. Die Einrichtung unserer Suite hatte diese wundervolle Balance zwischen Modernität und Historie, die wirklich nur die besten Innenarchitekten hinbekommen. Kitsch und Protz gibt es hier nirgends. Nur leise, hochwertige und geschichtsträchtige Eleganz.

November in Marrakesh können wir nur empfehlen. Alles ist etwas ruhiger, entspannter und unaufgeregter als in der Hauptsaison. Trotzdem kann man an warmen Tagen noch mit einem Buch am Pool liegen und sich z.B. in diesem Hotel auch noch im warmen Pool treiben lassen. Vor allem die Störche, die hier den Winter verbringen zaubern einem ein Lächeln auf das Gesicht, weil man sie sonst nur aus den Rheinauen kennt.






















