Es ist wieder November. Und wie jedes Jahr hatten wir wieder das Gefühl, man könnte noch einen Rest Sonne tanken um die nächsten Monate besser zu überstehen. Es sollte aber keine Fernreise werden, da nur noch eine Woche Urlaub übrig war.
Die Wahl fiel auf Marokko. Hier sind es aktuell mollige 30 Grad. Das ist zwar etwas wärmer, als zu dieser Jahreszeit üblich – aber wir sind natürlich nicht böse.
Wir starten in Marrakesch. Hier bleiben wir zwei Tage. Wir haben wieder nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht. Und sind dabei auf die Villa Nomad gestoßen. Ein Riad ist sicher die stilechteste Unterkunft, die man hier finden kann. Und dieser hier ist wirklich besonders schön. Schön bedeutet allerdings nicht, dass man das Hotel jedem empfehlen kann. Man sollte auch eine Portion Abenteuerlust mitbringen.
Das liegt ganz einfach an der Lage. Das Hotel liegt – wie die meisten Riads – mitten in der Medina von Marrakesch. Hier ist es laut, hektisch und als Tourist wird man vor allem als laufende Geldbörse gesehen. Man braucht schon starke Nerven, um klarzumachen, dass man keinen Führer braucht, das Gepäck gerne selber trägt und auch nichts kaufen möchte. Als wir am späten Abend vom Flughafen kamen, setzte uns das Taxi auf einem kleinen, belebten Platz ab. In die eigentliche Medina kommt man nur zu Fuß, da die labyrinthartigen kleinen Gassen schlicht zu eng für ein Auto sind. Wir liefen dann einem Jungen hinterher, der uns den Weg zum Riad zeigen sollte. Als es immer dunkler, verfallener und lauter wurde, bekam man dann doch irgendwann ein mulmiges Gefühl. Der Eingang zum Riad – ein großes, schweres Holztor – liegt in einem stockdunklen Tunnel. Das letzte was wir hier erwartet hätten, ist ein Hotel.
Der Kontrast ist wirklich unglaublich. Als das Holztor hinter uns ins Schloss fiel, waren wir übergangslos in einer anderen Welt. Draußen war Lärm, Hektik, Schmutz und Getümmel. Hier drin war nicht das kleinste Geräusch zu hören. Nur das leise Plätschern eines Springbrunnens. Im idyllischen Innenhof des Riads durften wir es uns erst mal bei einem frischen Minztee gemütlich machen, während die Rezeption die Formalitäten erledigte. Schon nach ein paar Minuten fragte man sich, ob man den Weg hierher nur geträumt hatte.
Der Riad ist wirklich wunderschön. Alles sieht aus, als wäre er gestern erst erbaut worden. Dabei ist er sicher einige hundert Jahre alt. Alles ist auf traditionelle Weise renoviert. Die handgemachten Fliesen, kunstvoll gearbeitete Lampen und die mit Tadelakt verputzten Wände wirken wie eine Zeitreise. Bis auf den Flatscreen an der Rezeption hat es hier wahrscheinlich vor 100 Jahren auch nicht anders ausgesehen.
Auch die Zimmer sind stilsicher und schön eingerichtet. Die vier Meter hohe Decke lässt alles sehr großzügig wirken. Es gibt auch noch ein kleines Schwimmbecken und einen Hammam. Auch eine großzügige Dachterrasse ist vorhanden. Hier ist ein bisschen schade, dass man an keiner Stelle einen Blick über Marrakesch hat. Trotzdem würden wir den Riad auf jeden Fall weiterempfehlen. Auch, weil er recht günstig ist. Allerdings sollte man unbedingt den Transfer vom Flughafen zum Hotel mitbuchen. Es sei denn, man mag den Nervenkitzel und sucht das Abenteuer.





















http://www.kupubarongubud.com/






