Ksar Char-Bagh, Marrakesch

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Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich dieses Hotel in den Blog aufnehmen soll. Es ist ein wundervoller, ruhiger und abgeschiedener Ort. Allerdings gibt es hier auch noch etwas Raum für Verbesserung im Service.

Das Ksar Char-Bach ist architektonisch von der spanischen Alhambra inspiriert. Der maurische Stil äußert sich in filigranen, kunstfertigen Steinmetzarbeiten. In kühnen Bögen, schlanken Säulen und feinen Details. Und auch, wenn man durch den zentralen Innenhof mit dem großen, länglichen Wasserbecken flaniert, sieht man deutlich die Verwandtschaft zum großen Bruder in Spanien. Dominiert wird die Anlage von einem massiven, mächtigen Turm. Der schlichte, geradlinige Bau bildet einen angenehmen Kontrast zu den verspielten Elementen, die man überall entdecken kann. Hier sind der große Speisesaal und die größten Suiten untergebracht. Im Untergeschoss gibt es auch einen gut geführten SPA-Bereich. Oben auf dem Turm gibt es noch den privaten Pool der Master-Suite, der einen Ausblick über den Palmenhain bis hin zum Atlas-Gebirge bietet.

Das Ksar Char-Bagh ist ein waschechtes Small-Luxury-Hotel. Auf dem weitläufigen Gelände bietet es insgesamt nur 14 Zimmer und Suiten. Die meisten gruppieren sich auf zwei Etagen rund um den schattigen Innenhof. Das ganze Anwesen strahlt eine wohltuende Ruhe und Erhabenheit aus. Das gilt auch für den 34 Meter langen, geheizten Pool. Gesäumt von majestätischen Palmen liegt er wie eine steinerne Oase im sorgsam gepflegten Garten. Rund um den Pool und überall auf dem Gelände stehen Holzliegen, Sessel und kleine Tische. Das Frühstück wird an jedem dieser Orte à la carte serviert. Und wer den ganzen Tag im Hotel verbringen möchte, der findet zu jeder Tageszeit ein ruhiges, schattiges Plätzchen.

Das Hotel ist seit neuestem auch Mitglied der Small Luxury Hotel-Gruppe. Das ist eine echte Auszeichnung, da hier wirklich nur ausgesuchte, besondere Hotels aufgenommen werden. Das CondéNast Traveller-Magazin hat das Haus 2005 in die Liste der besten 50 Hotels weltweit aufgenommen. Wenn man sich die Gebäude, den Park, die Einrichtung und die Lage anschaut, kann man diese Auszeichnung auch sofort nachvollziehen.

Wir waren Ende November hier. So gesehen sind die kleinen Service-Schwächen wahrscheinlich nicht der Normalfall. Das Hotel war nämlich praktisch leer. Keine Gäste, kaum Personal. Das fühlte sich etwas gespenstisch an und manche Abläufe waren für ein Haus dieser Güte reichlich improvisiert. Das ist aber vermutlich nicht immer so, da das Hotel direkt nach unserem Besuch in den Winterschlaf ging. Kleiner Nebeneffekt des späten Besuchs war, dass der Preis niedrig war und wir eine Suite bekamen, die uns wirklich umgehauen hat. Der Zauber der Nebensaison eben.

Neben der wundervollen Außenansicht und dem idyllischen Park hat das Ksar Char-Bagh auch innere Werte. Die großen Säle, das kuschelige Restaurant mit monumentalem Kamin oder auch das SPA sind liebevoll und kunstfertig gestaltet. Die Einrichtung unserer Suite hatte diese wundervolle Balance zwischen Modernität und Historie, die wirklich nur die besten Innenarchitekten hinbekommen. Kitsch und Protz gibt es hier nirgends. Nur leise, hochwertige und geschichtsträchtige Eleganz.

November in Marrakesh können wir nur empfehlen. Alles ist etwas ruhiger, entspannter und unaufgeregter als in der Hauptsaison. Trotzdem kann man an warmen Tagen noch mit einem Buch am Pool liegen und sich z.B. in diesem Hotel auch noch im warmen Pool treiben lassen. Vor allem die Störche, die hier den Winter verbringen zaubern einem ein Lächeln auf das Gesicht, weil man sie sonst nur aus den Rheinauen kennt.

www.ksarcharbagh.fr

Belle Epoque, Baden-Baden

Aussenansicht des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Die Reise von Frankfurt nach Baden-Baden ist bei guter Verkehrslage ein Klacks. Wenn die Autobahn frei ist, braucht man nur ca. 90 Minuten. Das besondere ist aber, dass man nicht nur 150 km zurücklegt, sondern auch knappe 150 Jahre.
Baden-Baden ist ein echtes Phänomen. Von vielen als Rentner-Hochburg abgestempelt, ist es für mich eine Reise in die Vergangenheit. Damit meine ich nicht nur die ehrwürdigen Gebäude, die hier überall perfekt erhalten sind. Auch nicht die Therme, die seit 150 Jahren zu den schönsten Bädern der Welt zählt. Für mich ist Baden-Baden einfach Entschleunigung pur. Die Reise in eine Zeit, in der nicht jede Minute zählte, sondern man sich auch mal Zeit lassen konnte.

Zimmer des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Zu einer Zeitreise gehört natürlich auch das passende Hotel. In Baden-Baden möchte ich nicht in einem Neubau wohnen. Hier sollen die Dielenböden knarren, es muss Stuck an die Decke, und auch die Teepause am Nachmittag gehört dazu. Das Belle Epoque erfüllt diese Kriterien mit Bravour. Um ehrlich zu sein, ist es eines der Hotels, die mich auf die Idee zu diesem Blog gebracht haben. Ich komme nämlich seit ca. 10 Jahren immer wieder mal hier her. Das Belle Epoque ist der Prototyp des kleinen, feinen Hotels. Mit seinen ca. 20 Zimmern ist es klein genug, um jederzeit ruhig und entspannt zu bleiben. Von anderen Gästen ist nicht viel zu spüren. Selbst wenn es hier voll ausgebucht ist, fühlt sich alles sehr privat an. Das Hotel ist 1874 erbaut. Und die Atmosphäre dieser Zeit ist bis heute perfekt konserviert. Alles ist natürlich in sehr gutem Zustand. Das Hotel hat nicht umsonst fünf Sterne. Aber um eine so eine wundervolle Patina zu erzeugen, sind wohl tatsächlich 150 Jahre nötig. Alle Räume atmen förmlich Geschichte.
Jedes Zimmer steckt voller Antiquitäten. Die Möbel sind vermutlich tatsächlich aus der Belle Epoque. Und wenn man am Nachmittag auf der sonnigen Terrasse seinen Tee genießt, dann ist man endgültig in der Vergangenheit angekommen. Das kleine, aber feine Kuchenbuffet, das es hier von drei bis fünf gibt, ist übrigens im Preis enthalten.

Kaminzimmer des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Das Belle Epoque hat kein Restaurant und auch keinen Pool. Das ist für mich in Baden-Baden aber kein Malus. Das Hotel liegt in einem herrschaftlichen Wohnviertel nah der Altstadt. Von hier aus flaniert man gemütlich durch das kleine Städtchen, erkundet die vielfältige Gastronomie oder läuft direkt zu einer der beiden Thermen. Das kleine Flüsschen Oos fließt durch einen idyllischen Park in der Nähe des Hotels. Auch das Festspielhaus, die berühmte Spielbank und mehrere Museen sind in weniger als 10 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Für mich ist das Belle Epoque in Baden-Baden das perfekte Ziel für einen Wochenendaufenthalt. Freitag oder Samstag hinfahren, Sonntag zurück. Selbst innerhalb eines Tages spürt man den Zauber der kleinen Stadt. Einen Besuch des Friedrichsbades empfehle ich jedem, der kein Problem mit Nacktheit hat. Hier wird die Zeitreise wirklich perfekt. Eine solche Therme gibt es auf der Welt kein zweites Mal. Und gäbe es hier kein elektrisches Licht, würde wirklich nichts auf das Jahr 2018 hinweisen. Für alle, die die Badehose lieber anlassen, gibt es einige Meter weiter auch die familientaugliche Caracalla-Therme als moderne Interpretation des Friedrichsbades.

Garten des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden auf kleinefeinehotels.com

Wer etwas mehr Zeit hat, der sollte sich auch die herrliche Natur nicht entgehen lassen. Baden-Baden liegt in einem kleinen Tal, umschlossen von sanften Hügeln und kleineren Bergen. Eine über 100 Jahre alte Standseilbahn bringt die Besucher auf den knapp 700 Meter hohen Merkur. Dort wartet ein hübsches Restaurant – und eine wirklich überwältigende Aussicht. Wer gerne wandert, kommt dort mit Sicherheit voll auf seine Kosten.
Besonders schön ist es in Baden-Baden übrigens während der Kirschblüte im Frühling. Aber auch in der Weihnachtszeit lohnt sich ein Besuch. Highlight des Jahres ist für mich das SWR3 New Pop-Festival. Hier treten tolle Newcomer-Bands in den zahlreichen ehrwürdigen Festspielhäusern der Stadt auf. Sara Bareilles habe ich hier mal live gesehen, bevor Sie berühmt wurde.

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Noch einmal zurück zum Belle Epoque: Ich möchte das Hotel wirklich jedem ans Herz legen, der mal etwas Besonderes erleben möchte. Es ist nicht ganz günstig, aber wenn man auf Booking.com mal einen guten Preis erwischt, ist es für ein Wochenende zu zweit wirklich gut zu stemmen.

hotel-belle-epoque.de

 

Hotel Tigmiza, Marrakesch

Wenn jemand das erste Mal nach Marrakesch fährt, bucht er für gewöhnlich einen der schicken Riads in der Medina. So haben wir es vor einigen Jahren auch gemacht. Die Altstadt von Marrakesch ist zwar ungemein spannend und exotisch – aber auch laut, hektisch und ziemlich anstrengend. Wer sich in der südlichen Sonne Marokkos einfach nur erholen möchte, der findet auch im näheren Umkreis der Stadt attraktive Alternativen.
DP1Q3414Eine davon ist das Tigmiza Suites&Pavillons. Das luxuriöse fünf Sterne-Resort im Stile einer klassischen Kasbah liegt ca. 20 Minuten außerhalb der Stadt. Versteckt hinter hohen Mauern ist hier vor ca. 10 Jahren ein echtes Paradies entstanden. Während das Umland doch eher karg und steinig aussieht, ist innerhalb des weitläufigen Areals die Vegetation förmlich explodiert. Mein erster Gedanke war: „sieht nach Indiana Jones aus“.

Die alte Villa, die 2007 renoviert und zum Haupthaus des Hotels ausgebaut wurde, beherbergt diverse luxuriöse Suiten und das internationale Restaurant. Im Zentrum des weitläufigen Gebäudes liegt ein großer, schattiger Innenhof, der komplett mit uralten Bananenbäumen zugewachsen ist. Unter einem dichten Dach aus Bananenblättern kann man in einem beheizten Pool auch in den Wintermonaten entspannt seine Bahnen ziehen. Man fühlt sich dabei, als hätte man einen lange vergessenen Tempel im Urwald entdeckt. Ein magisches Gefühl.
DP1Q3279Direkt vor dem Haupthaus findet sich auch noch ein deutlich größerer Pool. Umgeben von mächtigen Palmen kann man sich hier den ganzen Tag in der Sonne räkeln, während leise französische Musik aus versteckten Lautsprechern säuselt und der feine Duft von Thymian und Oregano in der Luft liegt. Wer mittags Hunger bekommt, muss nur wenige Schritte bis zur Poolbar gehen. Der große Pool ist übrigens nicht beheizt. Wer wie wir die Nebensaison mit den entsprechend günstigen Preisen nutzen möchte, sollte das bedenken. Die meiste Zeit des Jahres ist es ja ohnehin sehr warm in Marokko.

Neben den Suiten im Haupthaus gibt es auch diverse Villen auf dem Gelände. Viele davon verfügen über separate Wohn- und Schlafbereiche und einige haben sogar einen privaten Pool. Spätestens hier vergisst man dann komplett, dass man sich in einem Hotel befindet. Die Pavillons sind über das ganze Gelände verteilt und so zauberhaft eingewachsen, dass man außer einem Türmchen hier und einem kleinen Weg dort absolut nichts von der Nachbarschaft mitbekommt. Privater geht es nicht mehr. Ich könnte daher auch nicht genau sagen, wie viele dieser Villen es auf dem Gelände gibt. Ich vermute, dass es maximal 20 sind.
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Von Innen sind die kleinen Häuschen sehr liebevoll und hochwertig ausgestattet. Eine Mischung aus marokkanischem Flair, tollen Vintage-Möbeln und französischer Leichtigkeit prägen das Ambiente. Pastellfarbene Orientteppiche, kunstvolle, handbemalte Holzdecken und die Wände aus matt glänzendem Tadelakt wirken gemütlich und trotzdem zeitlos. Besonders gut gefallen haben mir die großen Glasflächen, die nur von filigranen Metallprofilen eingerahmt werden. Mit einer Dreifachverglasung, wie sie in kalten Ländern heute üblich ist, würde man so stilvolle Fenster wohl nicht hinbekommen.
DP1Q3358Im Prinzip muss man die Anlage eigentlich gar nicht verlassen. Im direkten Umkreis gibt es auch wirklich nichts außer Staub und Steinen. Wer dennoch etwas Abwechslung möchte, der kann sich vom Hotel-Shuttle 2x am Tag kostenlos in die Medina bringen lassen.

Für mich ist das Tigmiza eine echte Empfehlung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für ein Haus dieser Klasse wirklich gut. Das reichhaltige Frühstück ist im Preis mit drin, der Service zuvorkommend und nett. Leider war das zweite Restaurant wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Etwas mehr Abwechslung beim Abendessen wäre willkommen gewesen, da man ja nicht ohne weiteres woanders Essen gehen kann.DP1Q3436Ich würde das Tigmiza unter „legerer Luxus“ einordnen. Es ist zwar ein waschechtes fünf-Sterne-Haus, aber niemand hebt die Augenbraue, wenn man in der Badehose auf der Anlage herumläuft oder in Jeans und T-Shirt beim Abendessen erscheint. Perfekt ist das Tigmiza sicher nicht. Die Verkabelung der Beleuchtung ist ziemlich hemdsärmelig verlegt, die Schläuche der Bewässerungsanlage gut sichtbar. Die Rasenflächen sind auch nicht überall in perfektem Zustand.

Aber im Endeffekt sind das alles echte Kleinigkeiten. Das Tigmiza-Feeling ist insgesamt wirklich toll. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Und der Enspannungs-Faktor ist extrem hoch. Abgesehen davon ist es eben auch deutlich günstiger als viele andere Häuser dieser Kategorie.

www.hotel-tigmiza-marrakech.com

Grand Hôtel de Cala Rossa

Mit Luxus kann man sich schmücken. Oder damit angeben.
Heute schreibe ich über eine andere Art von Luxus. Es ist der, den man still genießt. Der die Seele erfreut. Willkommen im Grand Hôtel de Cala Rossa.cala1Natürlich ist das Cala Rossa ein waschechtes Luxushotel. Eines der Besten, in denen ich je war. Hier ist alles perfekt. Die Einrichtung, der Service, die Lage. Das gehört in dieser Klasse von Hotels einfach dazu. Aber das Cala Rossa bietet mehr. Hier ist der eigentliche Luxus die Privatsphäre, die Abgeschiedenheit und die absolute Ruhe.
Das Haus liegt an einem absolut idyllischen Privatstrand. Umgeben von jahrzehntelang gewachsenen Gärten. Zwischen Palmen und schattigen Pinien. Ein absolut magischer Ort. cala2

Der schönste Platz ist die weitläufige Holzterrasse, die fast bis ans Meer geht. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt wundervolle Sonnenliegen und viele schattige Plätzchen. Im Hochsommer wird hier auch das Abendessen serviert. Mit frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten. Und mit einem Meerblick, der seinesgleichen sucht. Wenn im weichen Abendlicht die Berge zu sanften Schemen werden, will man den Blick gar nicht mehr abwenden.

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Direkt neben der Terrasse liegt der feinsandige Privatstrand. Und direkt davor das Meer. So kristallklar, frisch und sauber, wie man es eher in der Karibik vermuten würde. Nicht umsonst wird die Bucht als eine der schönsten der ganzen Insel gepriesen. Umso höher muss man bewerten, wie privat es im Grand Hotel de Cala Rossa bleibt. Übrigens haben nicht mal Moskitos die Chance, die Ruhe der Gäste zu stören. Es gibt ein hotelweites System zur Abwehr von Mücken. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Ganz selten knattert auch ein Helikopter über die Bucht. Echte VIPs können den Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände nutzen.

DP1Q1182Auch die Einrichtungen des Hotels sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt ein wundervolles SPA mit Hamam und einem großen, beheizten Indoor-Pool.
Im SPA bleiben keine Wünsche offen. Sogar einen eigenen Friseursalon gibt es. Und wer das hervorragende Essen wieder abtrainieren möchte, findet ein gut ausgestattetes Fitnessstudio vor. Ein zweites Restaurant für kühle Abende gibt es auch. Und sehr geschmackvolle, geräumige Zimmer. Hier hat man einen Blick in den schattigen, grünen Garten. Das Meer blitzt glitzernd zwischen den Zweigen hindurch. Und nach einigen Stunden am sonnigen Strand weiß man diesen Rückzugsort sehr zu schätzen. Zumal die Betten absolut perfekt sind.

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Und wo wir gerade bei den nützlichen Kleinigkeiten sind: Das Grand Hotel de Cala Rossa ist das erste Hotel, in dem das WLAN funktioniert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Das schaffen nur die wenigsten Hotels. Und für mich ist das oft ein Ärgernis.

Ich war schon in vielen sehr guten Hotels. Manche davon sind auch in meinem Blog verewigt. Das Cala Rossa setzt bei den Strandhotels einen ganz neuen Standard. Gerade weil es den Luxus nicht so vordergründig in Szene setzt – sondern ihn ganz beiläufig inszeniert. Mit viel Natur, schöner Patina, perfektem Service und Designer-Möbeln, die nicht wie Fremdkörper aussehen. Ein absolut harmonisches Gesamtkunstwerk mit viel Liebe zum Detail.

cala4Wir waren leider nur zwei Tage hier. Am liebsten wäre ich den Rest meines Lebens geblieben. Heute werden wir den Abend auf der wundervollen Terrasse ausklingen lassen. Und versuchen, uns dieses Bild für immer einzuprägen.

www.hotel-calarossa.com

 

Kasbah Tamadot, Asni

In diesem Blog geht es nicht um Sterne. Es geht nicht um Quadratmeter. Oder um Auflistungen von Serviceangeboten. Es geht vielmehr um besondere Orte, an denen man sich zu Hause fühlt. Oder noch besser: Um Orte, an denen man sich wohler fühlt als zu Hause. Zu letzterer Kategorie gehört die Kasbah Tamadot.
kasbah4Schon die Fahrt ins Atlas-Gebirge war ein Erlebnis. Über immer schmaler werdende Straßen lässt man den Trubel und die Hektik von Marrakesch hinter sich. Schon nach einer halben Stunde ist man nahezu alleine – von einigen Bauern mit ihren Eseln und den unvermeidlichen Mercedes-Taxen mal abgesehen. Die ersten Ausläufer der Berge beginnen schon ca. 45 Minuten von Marrakesch entfernt. Danach geht es immer weiter hinauf, vorbei an schroffen Felsen bis auf 1300 Meter. Man fährt durch das kleine Berberdörfchen Asni hindurch und erreicht nach ca. 5km die Kasbah Tamadot.

Kasbah2Kasbah bedeutet ursprünglich Zitadelle oder Festungsanlage. Und so sieht die ganze Anlage auch aus. Hohe Mauern umgeben das gesamte Anwesen. Große Tore aus eisenbeschlagenem Holz boten schon vor 100 Jahren Schutz vor Angreifern. Heute sperrt man damit vor allem den Alltag aus. Im inneren der Mauern kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Gebäude ist eigentlich gar nicht so riesig. Aber so verwinkelt, dass man hinter jeder Ecke etwas neues entdecken kann. Schattige Innenhöfe mit kleinen Brunnen wechseln sich mit kleinen und großen Terrassen ab. Überall wachsen Palmen, Orangenbäume und Rosen. Orientalische Ornamente, handgemachte Fliesen und eine Vielzahl von Kunstgegenständen runden das Bild ab.
Kasbah3Hinter dem Hauptgebäude befindet sich der Poolbereich. Hier ist das grandiose Bergpanorama besonders eindrucksvoll. Man kann sich einfach nicht sattsehen. Der große Pool hat angenehme 28 Grad. Der etwas kleinere Whirlpool ist gefühlt nahe am Kochtopf. Gemütliche Sonnenliegen oder die weißen Berberzelte laden zum verweilen ein. Egal für welchen Platz man sich entscheidet – nach einer Minute kommt ein freundlicher Kellner mit einer Flasche Wasser und frischen Früchten. Der Service ist wirklich toll. Die Menschen sind offen und herzlich. Ganz anders als in Marrakesch. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Personal hier sehr gut Englisch spricht. Die Sprachbarriere liegt ansonsten ja recht hoch in Marokko.
Kasbah1Das Hotel ist klein. Es besitzt nur 27 Zimmer. Viele Suiten befinden sich gar nicht im Hauptgebäude, sondern verteilen sich auf dem weitläufigen Gelände. Zum Beispiel gibt es luxoriöse Berberzelte, manche davon sogar mit privatem Pool. Dadurch wirkt die ganze Anlage sehr privat. Dass das Hotel ziemlich ausgebucht ist, merkt man eigentlich nur beim Essen. Im Restaurant ist jeder Tisch besetzt. Die Kasbah Tamadot ist eins der schönsten Hotels in denen ich je war. Nicht nur wegen der grandiosen Lage. Oder dem exzellenten Essen. Auch nicht wegen dem tollen Service oder den luxuriösen Zimmern. Sondern ganz einfach, weil hier alles passt. Echt, ungekünstelt und mit einer gehörigen Portion Patina. Überrascht hat mich vor allem das Publikum. Obwohl das Hotel wirklich teuer ist, laufen viele junge Leute in Shorts und Flip Flops herum. Die meisten bleiben wohl – wie wir – nur ein oder zwei Tage. Ein längerer Aufenthalt würde die Reisekasse dann doch arg strapazieren.

Kasbah Tamadot

The Lodge at Doonbeg

Ich war schon oft in Irland. Allerdings noch nie im Januar. Während manche das für eine komische Idee halten, erfreuen wir uns an der rauen und absolut touristenfreien Landschaft.
Die übliche Art Irland zu bereisen, ist mit einem Mietwagen. Irland ist so facettenreich – da wäre es wirklich eine Schande, nur an einem Ort zu bleiben. Nachdem wir die ersten zwei Tage in dem kleinen Städtchen Glengarriff verbracht haben, fuhren wir ein ganzes Stück Richtung Norden. Da wir im Januar mit viel Wind und Regen rechneten – was natürlich auch so ist – haben wir einige sehr nette Hotels gebucht. Es soll ja auch schön sein, wenn man mal nicht raus kann.
Die Lodge in Doonbeg liegt direkt am Atlantik. Vor dem Haupthaus befindet sich ein langer, wunderschöner Sandstrand. Allerdings verspürt man wenig Lust, dort zu schwimmen. Das mag an der Jahreszeit liegen. Oder am extrem wilden Meer. Jedenfalls sieht das ganze bei Wind und Sturm wirklich toll aus.

Wir haben eine Courtyard-Suite gebucht. Im Winter ist das tatsächlich sehr bezahlbar. Im Sommer kostet es wahrscheinlich sehr viel mehr. Die Suite besteht nicht nur wie üblich aus zwei Räumen, sondern ist in der Lodge ein ganzes Haus. Man ist regelrecht geplättet, wenn man die Tür zum ersten Mal öffnet. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Flur und eine Gästetoilette. Und natürlich der große, sehr geschmackvoll eingerichtete Wohnbereich. Hier ist wirklich alles vom feinsten. Und der große Kamin mit offener Feuerstelle brennt natürlich den ganzen Tag. Eine Küche gibt es auch. Aber die haben wir noch nicht wirklich genutzt. Im ersten Stock ist dann das Schlafzimmer. Mit dem wahrscheinlich größten Bett, das ich je gesehen habe. Das Bad ist auch sehr stilvoll eingerichtet. Allerdings hat es zwar eine riesige Regendusche – aber keine Badewanne. Man sieht hier wirklich, was schöne Materialien ausmachen. Ein echter Dielenboden, schöne Steine im Flur und im Bad. Und edle Möbel aus feinen Materialien. Das ganze ergibt ein absolutes Wohlfühlklima.
Das Hotel gehört zur Kette der Small Luxury Hotels. Es hat nur 38 Zimmer. Allerdings ist der ganze Komplex wirklich riesig. Kein Wunder, wenn jeder Gast ein ganzes Haus bewohnt.

http://www.doonbeglodge.com/