Ksar Char-Bagh, Marrakesch

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Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich dieses Hotel in den Blog aufnehmen soll. Es ist ein wundervoller, ruhiger und abgeschiedener Ort. Allerdings gibt es hier auch noch etwas Raum für Verbesserung im Service.

Das Ksar Char-Bach ist architektonisch von der spanischen Alhambra inspiriert. Der maurische Stil äußert sich in filigranen, kunstfertigen Steinmetzarbeiten. In kühnen Bögen, schlanken Säulen und feinen Details. Und auch, wenn man durch den zentralen Innenhof mit dem großen, länglichen Wasserbecken flaniert, sieht man deutlich die Verwandtschaft zum großen Bruder in Spanien. Dominiert wird die Anlage von einem massiven, mächtigen Turm. Der schlichte, geradlinige Bau bildet einen angenehmen Kontrast zu den verspielten Elementen, die man überall entdecken kann. Hier sind der große Speisesaal und die größten Suiten untergebracht. Im Untergeschoss gibt es auch einen gut geführten SPA-Bereich. Oben auf dem Turm gibt es noch den privaten Pool der Master-Suite, der einen Ausblick über den Palmenhain bis hin zum Atlas-Gebirge bietet.

Das Ksar Char-Bagh ist ein waschechtes Small-Luxury-Hotel. Auf dem weitläufigen Gelände bietet es insgesamt nur 14 Zimmer und Suiten. Die meisten gruppieren sich auf zwei Etagen rund um den schattigen Innenhof. Das ganze Anwesen strahlt eine wohltuende Ruhe und Erhabenheit aus. Das gilt auch für den 34 Meter langen, geheizten Pool. Gesäumt von majestätischen Palmen liegt er wie eine steinerne Oase im sorgsam gepflegten Garten. Rund um den Pool und überall auf dem Gelände stehen Holzliegen, Sessel und kleine Tische. Das Frühstück wird an jedem dieser Orte à la carte serviert. Und wer den ganzen Tag im Hotel verbringen möchte, der findet zu jeder Tageszeit ein ruhiges, schattiges Plätzchen.

Das Hotel ist seit neuestem auch Mitglied der Small Luxury Hotel-Gruppe. Das ist eine echte Auszeichnung, da hier wirklich nur ausgesuchte, besondere Hotels aufgenommen werden. Das CondéNast Traveller-Magazin hat das Haus 2005 in die Liste der besten 50 Hotels weltweit aufgenommen. Wenn man sich die Gebäude, den Park, die Einrichtung und die Lage anschaut, kann man diese Auszeichnung auch sofort nachvollziehen.

Wir waren Ende November hier. So gesehen sind die kleinen Service-Schwächen wahrscheinlich nicht der Normalfall. Das Hotel war nämlich praktisch leer. Keine Gäste, kaum Personal. Das fühlte sich etwas gespenstisch an und manche Abläufe waren für ein Haus dieser Güte reichlich improvisiert. Das ist aber vermutlich nicht immer so, da das Hotel direkt nach unserem Besuch in den Winterschlaf ging. Kleiner Nebeneffekt des späten Besuchs war, dass der Preis niedrig war und wir eine Suite bekamen, die uns wirklich umgehauen hat. Der Zauber der Nebensaison eben.

Neben der wundervollen Außenansicht und dem idyllischen Park hat das Ksar Char-Bagh auch innere Werte. Die großen Säle, das kuschelige Restaurant mit monumentalem Kamin oder auch das SPA sind liebevoll und kunstfertig gestaltet. Die Einrichtung unserer Suite hatte diese wundervolle Balance zwischen Modernität und Historie, die wirklich nur die besten Innenarchitekten hinbekommen. Kitsch und Protz gibt es hier nirgends. Nur leise, hochwertige und geschichtsträchtige Eleganz.

November in Marrakesh können wir nur empfehlen. Alles ist etwas ruhiger, entspannter und unaufgeregter als in der Hauptsaison. Trotzdem kann man an warmen Tagen noch mit einem Buch am Pool liegen und sich z.B. in diesem Hotel auch noch im warmen Pool treiben lassen. Vor allem die Störche, die hier den Winter verbringen zaubern einem ein Lächeln auf das Gesicht, weil man sie sonst nur aus den Rheinauen kennt.

www.ksarcharbagh.fr

La Sultana, Oualidia

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Das La Sultana Oualidia habe ich schon vor einigen Jahren bei meinen Recherchen zu Marokko entdeckt. Leider ist ein Besuch bisher immer an der passenden Reiseroute gescheitert. Oualidia ist immerhin ca. 3 Stunden von Marrakesch und ca. 2,5 Stunden von Casablanca entfernt. Wir beschlossen also, dieses Mal einen Mietwagen zu nehmen und während der Fahrt auch gleich das Land zu erkunden. Auf die Fahrt will ich gar nicht näher eingehen, aber wir waren doch ziemlich froh, als wir Oualidia am späten Nachmittag erreichten.

Die Straße zum Hotel besteht aus halbwegs festem Sand und jeder Menge tiefer Schlaglöcher. Während man sich längere Zeit einen steilen Hang herunter schlängelt, kann man an einigen Stellen schon erste Ausblicke auf die paradiesische Lagune erhaschen. Von dem kleinen Städtchen Oualidia ist zu diesem Zeitpunkt schon nichts mehr zu sehen. Man ist hier buchstäblich am Ende der Welt.

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Das La Sultana ist ein eindrucksvolles Gebäude im Stile einer alten Festung. Komplett aus hellem, warmen Naturstein gebaut, sieht es aus, als würde es seit Jahrhunderten an diesem Ort stehen. Tatsächlich ist das Hotel aber erst ca. 10 Jahre alt. Schon an der Rezeption wurden wir außergewöhnlich freundlich und warmherzig empfangen. Das Hotel kümmerte sich diskret um alle Formalitäten, während wir mit einer Mandelmilch und frischem Gebäck am flackernden Kamin warteten. Wir bekamen auch ein eigenes Concierge-Phone, mit dem wir jederzeit die Rezeption erreichen konnten. Das fühlte sich schon nach außergewöhnlichem Service an.

Da der November in Marokko Nebensaison ist, war das Hotel nicht ausgebucht. Aber auch bei voller Belegung würde man von anderen Gästen vermutlich nicht viel mitbekommen, da das Haus über gerade mal 12 Zimmer und Suiten verfügt. Ein waschechtes „Small Luxury Hotel“ eben. Wie es bei vielen guten Hotels üblich ist, besteht auch das La Sultana aus verschiedenen Gebäuden, die auf der gepflegten, herrlich bepflanzten Anlage verteilt sind.

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Im Haupthaus sind die Suiten, die Rezeption, der geheizte Innenpool und das SPA untergebracht. In einem kleinen Häuschen mit Strohdach findet man den modern ausgestatteten Fitnessbereich. Das wundervolle unterirdische Restaurant wird von einem filigranen gläsernen Pavillon gekrönt, und in einem kleinen, runden Bau am Meer ist morgens das Frühstück aufgebaut. Wahlweise kann man natürlich auch draußen auf dem sonnigen Holzdeck mit Lagunenblick speisen.

Der große, geschwungene Infinity-Pool liegt nur einige Meter neben dem Restaurant-Pavillon. Hier gibt es neben der absolut spektakulären Aussicht eine Vielzahl von gemütlichen Plätzchen, von denen man sich am liebsten gar nicht mehr wegbewegen möchte. Drei oder vier schattige Daybeds wechseln sich mit mehreren heißen Whirlpools aus stilvollem Muschelkalk ab. Auch hier gibt es als Umkleide wieder ein kleines, rundes Natursteinhäuschen, das den Bereich optisch gliedert.

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So wundervoll die gesamte Anlage auch ist, man schaut eigentlich nur auf die glitzernde Lagune und das Spiel von Ebbe und Flut. Ungefähr um drei Uhr Mittags erreicht das Wasser den höchsten Stand. Während das Meer am privaten Hotelstrand ruhig und seicht in der Sonne glitzert, sieht man weit entfernt am Horizont wilde Brecher gegen schroffe Felsen anstürmen. Am frühen Morgen, wenn die Lagune noch leer ist, entfalten die Ruhe und die Einsamkeit an diesem Ort ihren ganz eigenen Zauber.

Das Meer war selbst im November noch so warm, dass man problemlos schwimmen konnte. Die Marokkaner, die im November bei 24 Grad mit dicken Daunenjacken unterwegs sind, quittierten das mit einem Schmunzeln.

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Während unseres Aufenthaltes war das Wetter teilweise recht durchwachsen. Es regnete viel – aber wenn sich die Sonne blicken lies, war sie warm und kraftvoll. Im La Sultana freuten wir uns manchmal sogar auf ein bisschen Regen und Wind. Mächtige Kamine im Restaurant, an der Rezeption und auch auf den Zimmern sorgen auch im Winter für behagliche Wärme und Geborgenheit. Am Pool und auch auf der weitläufigen Holzterrasse des Zimmers nutzten wir ausgiebig die steinernen Whirlpools, wenn es kühler wurde. Besonders schön fand ich das unterirdische Restaurant, wenn der Regen auf das pyramidenförmige Glasdach prasselte und das Feuer mit seinem flackernden Schein die weitläufige Steinhalle erleuchtete.

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Wo wir gerade beim Restaurant sind: Das Essen ist selbstverständlich eine Offenbarung. Bei einem Haus dieser Güte ist das nicht überraschend. Was wir aber sehr positiv vermerkt haben, sind die Preise. Ab ca. 20 Euro pro Hauptgang kann man hier in die Welt der Haute Cuisine einsteigen. Nach oben ist natürlich alles offen, und wer es ganz exklusiv möchte, der wählt in den Katakomben des Hotels einen frischen Lobster aus einem der zahlreichen Fischbecken.

In diesem Blog stelle ich nur wirklich gute Hotels vor. Das ist ja Teil des Konzepts. Das La Sultana Oualidia ist aber in seiner ganzen Erscheinung, im Service und in der Lage derart außergewöhnlich, dass ich schon überlegt habe, ob ich dafür nicht eine ganz neue Kategorie einführen sollte. Es gehört mit Sicherheit zu den besten Häusern dieser Welt. Wer ein Faible für kleine, außergewöhnliche Hotels hat, der sollte irgendwann in seinem Leben einige Tage hier verbringen. Den Aufenthalt wird man sicher nie vergessen.

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Ich würde für einen Besuch die Nebensaison empfehlen. Für mich ist die Mischung aus kalten, regnerischen Nächten am Kamin und sonnigen Nachmittagen an der wundervollen Poolanlage ideal, um dieses Hotel zu genießen. Ganz nebenbei werden so auch die anspruchsvollen Zimmerpreise etwas verträglicher.

lasultanahotels.com/oualidia

Belle Epoque, Baden-Baden

Aussenansicht des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Die Reise von Frankfurt nach Baden-Baden ist bei guter Verkehrslage ein Klacks. Wenn die Autobahn frei ist, braucht man nur ca. 90 Minuten. Das besondere ist aber, dass man nicht nur 150 km zurücklegt, sondern auch knappe 150 Jahre.
Baden-Baden ist ein echtes Phänomen. Von vielen als Rentner-Hochburg abgestempelt, ist es für mich eine Reise in die Vergangenheit. Damit meine ich nicht nur die ehrwürdigen Gebäude, die hier überall perfekt erhalten sind. Auch nicht die Therme, die seit 150 Jahren zu den schönsten Bädern der Welt zählt. Für mich ist Baden-Baden einfach Entschleunigung pur. Die Reise in eine Zeit, in der nicht jede Minute zählte, sondern man sich auch mal Zeit lassen konnte.

Zimmer des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Zu einer Zeitreise gehört natürlich auch das passende Hotel. In Baden-Baden möchte ich nicht in einem Neubau wohnen. Hier sollen die Dielenböden knarren, es muss Stuck an die Decke, und auch die Teepause am Nachmittag gehört dazu. Das Belle Epoque erfüllt diese Kriterien mit Bravour. Um ehrlich zu sein, ist es eines der Hotels, die mich auf die Idee zu diesem Blog gebracht haben. Ich komme nämlich seit ca. 10 Jahren immer wieder mal hier her. Das Belle Epoque ist der Prototyp des kleinen, feinen Hotels. Mit seinen ca. 20 Zimmern ist es klein genug, um jederzeit ruhig und entspannt zu bleiben. Von anderen Gästen ist nicht viel zu spüren. Selbst wenn es hier voll ausgebucht ist, fühlt sich alles sehr privat an. Das Hotel ist 1874 erbaut. Und die Atmosphäre dieser Zeit ist bis heute perfekt konserviert. Alles ist natürlich in sehr gutem Zustand. Das Hotel hat nicht umsonst fünf Sterne. Aber um eine so eine wundervolle Patina zu erzeugen, sind wohl tatsächlich 150 Jahre nötig. Alle Räume atmen förmlich Geschichte.
Jedes Zimmer steckt voller Antiquitäten. Die Möbel sind vermutlich tatsächlich aus der Belle Epoque. Und wenn man am Nachmittag auf der sonnigen Terrasse seinen Tee genießt, dann ist man endgültig in der Vergangenheit angekommen. Das kleine, aber feine Kuchenbuffet, das es hier von drei bis fünf gibt, ist übrigens im Preis enthalten.

Kaminzimmer des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden

Das Belle Epoque hat kein Restaurant und auch keinen Pool. Das ist für mich in Baden-Baden aber kein Malus. Das Hotel liegt in einem herrschaftlichen Wohnviertel nah der Altstadt. Von hier aus flaniert man gemütlich durch das kleine Städtchen, erkundet die vielfältige Gastronomie oder läuft direkt zu einer der beiden Thermen. Das kleine Flüsschen Oos fließt durch einen idyllischen Park in der Nähe des Hotels. Auch das Festspielhaus, die berühmte Spielbank und mehrere Museen sind in weniger als 10 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Für mich ist das Belle Epoque in Baden-Baden das perfekte Ziel für einen Wochenendaufenthalt. Freitag oder Samstag hinfahren, Sonntag zurück. Selbst innerhalb eines Tages spürt man den Zauber der kleinen Stadt. Einen Besuch des Friedrichsbades empfehle ich jedem, der kein Problem mit Nacktheit hat. Hier wird die Zeitreise wirklich perfekt. Eine solche Therme gibt es auf der Welt kein zweites Mal. Und gäbe es hier kein elektrisches Licht, würde wirklich nichts auf das Jahr 2018 hinweisen. Für alle, die die Badehose lieber anlassen, gibt es einige Meter weiter auch die familientaugliche Caracalla-Therme als moderne Interpretation des Friedrichsbades.

Garten des Hotels Belle Epoque in Baden-Baden auf kleinefeinehotels.com

Wer etwas mehr Zeit hat, der sollte sich auch die herrliche Natur nicht entgehen lassen. Baden-Baden liegt in einem kleinen Tal, umschlossen von sanften Hügeln und kleineren Bergen. Eine über 100 Jahre alte Standseilbahn bringt die Besucher auf den knapp 700 Meter hohen Merkur. Dort wartet ein hübsches Restaurant – und eine wirklich überwältigende Aussicht. Wer gerne wandert, kommt dort mit Sicherheit voll auf seine Kosten.
Besonders schön ist es in Baden-Baden übrigens während der Kirschblüte im Frühling. Aber auch in der Weihnachtszeit lohnt sich ein Besuch. Highlight des Jahres ist für mich das SWR3 New Pop-Festival. Hier treten tolle Newcomer-Bands in den zahlreichen ehrwürdigen Festspielhäusern der Stadt auf. Sara Bareilles habe ich hier mal live gesehen, bevor Sie berühmt wurde.

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Noch einmal zurück zum Belle Epoque: Ich möchte das Hotel wirklich jedem ans Herz legen, der mal etwas Besonderes erleben möchte. Es ist nicht ganz günstig, aber wenn man auf Booking.com mal einen guten Preis erwischt, ist es für ein Wochenende zu zweit wirklich gut zu stemmen.

hotel-belle-epoque.de

 

La Serena Villas, Palm Springs

DP1Q1736In Amerika ist alles überdimensioniert. Das gilt für Freeways und Autos und sogar für die Kaffeeportionen bei Starbucks. Leider gilt es auch für die meisten Hotels.
Wir waren einige Tage geschäftlich in Los Angeles. Bei dieser Gelegenheit wollten wir noch das Wochenende dran hängen, um Stadt und Umland zu erkunden.

Auch dieses Mal haben wir nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht, das in den Blog passen könnte. Leider war das in Los Angeles gar nicht so einfach. Die meisten Hotels sind riesig, teuer und oft auch geschmacklich fragwürdig. Viele sind auch sichtlich in die Jahre gekommen. Kurz gesagt: Für den Blog war hier nichts zu finden.

Schließlich sind wir auf Palm Springs gestoßen. Irgendwie hatte das einen guten Klang (ich vermute durch Fernsehserien aus meiner Kindheit), und die Aussicht, nach den Tagen in Santa Monica noch ein bisschen was von der Wüste zu sehen, gefiel mir.

Los Angeles / Kalifornien 2017Zwei Stunden Fahrt von Los Angeles entfernt ist man hier in einer ganz anderen Welt. Das gilt natürlich für die Landschaft – Palm Springs liegt mitten in der Wüste, – aber vor allem für das Klima. Während der August in L.A. sich ungefähr so anfühlt, wie der Sommer in Deutschland, ist es hier bis zu 20 Grad wärmer. Mittags im Auto zeigte das Thermometer irgendwann 111 Grad Fahrenheit, also höllenartige 44 Grad Celsius.
Air Condition hat hier natürlich jedes Hotel. Aber ein Pool stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Die sonstigen Kriterien sollten den anderen Häusern in diesem Blog entsprechen. Fündig geworden sind wir bei „La Serena Villas“. Das ist ein fast neues Hotel im spanischen Stil. Auf den Fotos sah es wirklich gut aus. Und auch die Preise waren für kalifornische Verhältnisse in Ordnung.
Los Angeles / Kalifornien 2017
Als wir Nachmittags im Hotel ankamen, war es ungefähr vier Uhr. Nach der langen Fahrt im kühlen Auto traf uns beim Öffnen der Tür fast der Schlag. Zum Glück waren es bis zur  angenehm klimatisierten Lobby nur ein paar Schritte. Der erste Eindruck war ausgesprochen positiv. Alles ist hell und modern, die Einrichtung geschmackvoll und schlicht. Feine, hochwertige Details finden sich an jeder Ecke. Besonders die kunstvollen Fliesen fallen ins Auge. Hinter den Verandatüren aus Holz und Glas schimmert auch schon der Pool.

Der Check-in ging problemlos und schnell über die Bühne. Gut fanden wir auch, dass das Hotel sehr transparent mit der Tax umgeht. Diese wird zu jeder Zeit sichtbar ausgewiesen, und die Steuer ist im Gesamtpreis enthalten. Hier fällt man sonst als Europäer gerne mal auf die Nase, da in den USA die Preise eigentlich immer ohne Tax ausgewiesen werden. Man weiß also nie wirklich, was man am Ende bezahlt. Was ich auch sehr nett fand, war das Upgrade, das wir bekommen haben. Unser Zimmer war eine große Suite mit separatem Schlafzimmer und einer kleinen Küche. Auch hier ist die Einrichtung sehr geschmackvoll und hochwertig ausgefallen. Es gibt eine wundervolle, riesige Dusche, die wir auch oft benutzt haben. Auch wenn das Wasser in Palm Springs natürlich nie wirklich kalt wird, ist jede Erfrischung höchst willkommen.

Los Angeles / Kalifornien 2017Sehr positiv aufgefallen ist die Klimatisierung. Normalerweise ist meine erste Handlung, die Air Condition auszuschalten. Aber in diesem Hotel gibt es in unserem Zimmer ganze sieben Ausströmer. Versteckt hinter kunstvoll geschnitzten Holzblenden, sorgen sie für eine absolut zugfreie Belüftung. So vergisst man im Zimmer tatsächlich die Gluthitze vor der Tür und kann sich richtig entspannen.
Gegen fünf Uhr Abends wird es dann langsam kühler, und man kann sich an den Pool legen, ohne dabei zu verglühen. Das Hotel ist wirklich sehr durchdacht gebaut. So wirft zum Beispiel der kleine Turm des Restaurants genau zur richtigen Zeit Schatten. So lässt es sich im Wasser stundenlang aushalten. Die Serena Villas sind ein wundervoller Ort mit einer sehr friedlichen Atmosphäre. Es handelt sich um ein Adult-Hotel. Das ist zwar schade für Familien mit Kindern, aber es sorgt in jedem Fall für Ruhe.

Besonders schön wird es am Pool gegen 19 Uhr. Der Mond steht dann zu dieser Jahreszeit schon am wolkenlosen Himmel. Die mächtigen Berge hinter dem Hotel sind in weiches Licht getaucht. Die Temperatur ist herrlich und das Wasser wunderbar warm. Leise, angenehme Musik streift aus unsichtbaren Lautsprechern unsere Ohren. Eigentlich könnte man die ganze Nacht hier verbringen.

Direkt am Pool befindet sich das kleine, schicke Restaurant des Hotels. Es hat auch eine Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht. Leider war sie aufgrund der Hitze geschlossen. Wir hätten auch nicht hier gegessen, da wir abends lieber die kleine Stadt erkunden wollten. Aber ich bin sicher, dass die Qualität der Speisen dem Anspruch des Hotels gerecht wird.

Los Angeles / Kalifornien 2017Ich kann dieses kleine, feine Hotel wirklich jedem ans Herz legen. Es hat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, das Design ist zeitlos schön, die Lage ist perfekt. Man kann abends die meisten Restaurants zu Fuß erreichen. Und je nach Jahreszeit sind die Temperaturen natürlich manchmal auch angenehmer. Juni bis August ist hier absolute Nebensaison. Im Januar sind es angenehme 25 Grad. Wir haben uns hier jedenfalls sehr wohl gefühlt, und vielleicht verschlägt es uns ja mal wieder nach Palm Springs…

laserenavillas.com

 

 

Hôtel Le Moulin, Gundershoffen

Auch wenn es beim Lesen nicht so aussieht: Den Blog zu schreiben ist viel Arbeit. Der schwierigste Teil ist dabei die Recherche. Mir ist wichtig, dass nur die besten Häuser hier eine Plattform bekommen. Und oft weiß man erst vor Ort, ob das Hotel wirklich hält, was die Website verspricht. In diesem Fall war es ausnahmsweise einfacher. Das Hotel Le Moulin war eine Empfehlung aus dem Freundeskreis.
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Es war bereits auf dem Parkplatz klar, dass es ein idealer Kandidat für „klein&fein“ ist. Das Hotel hat eine wunderbare Atmosphäre, die einen sofort berührt. Eine kleine Steintreppe führt vom Parkplatz zu der stattlichen alten Mühle. Er ist gesäumt von einigen adretten Fachwerkhäuschen und Nebengebäuden. Überall blühen prächtige Rosenbüsche. Schon hier hört man das allgegenwärtige Rauschen des Mühlbachs, der den Garten des Hauses von den weiten Wiesen und Koppeln dahinter trennt.

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Der weitläufige Garten der Mühle umschließt das Hauptgebäude von allen Seiten. Überall sind kleine Tische mit blendend weißen Tischdecken verteilt. Mächtige Bäume spenden Schatten. Ein kleiner Weg aus schönem Naturstein schlängelt sich durch das Anwesen bis hin zu einer kleinen Brücke über den Bach. Darunter zieht ein Schwan seine Kreise.
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Überhaupt ist Wasser hier das prägende Element. Der Bach fließt sogar unter dem Hotel durch. Hinter dem Haus tost er mit kleinen Schaumkrönchen an der Mühle vorbei, in der Mitte des Gartens fließt er gemächlich und ruhig. Wenn ich „Garten“ sage, klingt das eigentlich zu klein. Das Anwesen ist wirklich riesig. Ich finde den Begriff nur so passend, weil alles so privat und naturbelassen wirkt. Wenn man hier mit einem guten Buch den Tag verbringt, hat man sehr schnell vergessen, dass man sich in einem Hotel befindet. Es fühlt sich eher an, als wäre man bei Freunden eingeladen. Bei schönem Wetter wird auch das großartige Frühstück hier draußen serviert. Das ist natürlich ein besonderes Highlight.
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Das Hotel selber bietet dreizehn hochwertig ausgestattete Zimmer und Suiten an. Jedes ist ganz individuell gestaltet. Manche haben einen Balkon mit Blick über den Bach, andere liegen direkt am Garten. Die Website des Hotels bietet hier einen sehr guten Überblick.

Wir waren bei unserem Besuch direkt unter dem Dach untergebracht. Hier gibt es zwar keine Terrasse, aber dafür andere schöne Details. Wie überall im Haus sind auch hier die alten Balken zu sehen. Die Holzdecke, die sich bis in den Giebel wölbt, ist mit Wolken handbemalt. Das ganze Hotel Le Moulin ist wirklich sehr liebevoll und behutsam renoviert. Nur die Deko schlägt manchmal ein wenig über die Stränge. Aber das ist natürlich auch Geschmackssache.
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Es gibt auch ein hoteleigenes Restaurant. Leider war das ausgerechnet während unseres Aufenthaltes geschlossen. Deshalb kann ich darüber leider nichts sagen. Aber da es vom Michelin-Guide ausgezeichnet wurde, ist es vermutlich ziemlich gut.

Aus meiner Sicht ist das Hotel Le Moulin uneingeschränkt empfehlenswert. Die Atmosphäre ist wirklich wundervoll. Friedlich, abgeschieden und herrlich gelegen. Man ist hier in einer ganz anderen Welt. Und das nur zwei Stunden von Frankfurt entfernt. Auch der Empfang war sehr herzlich, die Leute im Hotel sind freundlich und hilfsbereit. Das Umland mit den kleinen, französischen Dörfchen ist mehr als reizvoll und bietet viel Potential für Ausflüge und Wanderungen. Das Hotel ist ideal für Leute, die Ruhe suchen und locker den ganzen Tag mit einem guten Buch verbringen können. Ansonsten wird wenig „Action“ geboten. Es gibt auch keine Wellness-Angebote. Aber das habe ich auch absolut nicht vermisst.

Mehr Bilder vom Hotel gibt es auf Instagram unter #kleinefeinehotels

www.hotellemoulin.com

 

Villa Hammerschmiede, Pfinztal

dp1q3034neuDie Villa Hammerschmiede ist ein geschichtsträchtiger Ort. Erbaut wurde das Haus 1893 als Wohnsitz für den Direktor eines nahegelegenen Hammerwerks. 1930 wechselte das Objekt den Besitzer und wurde Eigentum der Firma Krupp. Nachdem die Krupp AG ihr Werk in den 70ern geschlossen hatte, dauerte es noch einige Jahre, bis das ehrwürdige Gebäude an den Unternehmer Norbert Schwalbe verkauft wurde. Er erkannte das Potential und baute das alte Herrenhaus Ende der 80er Jahre zu einem sehr exklusiven kleinen Hotel um. Geplant war es schon immer als Familienbetrieb. Und das ist es bis heute geblieben.
dp1q2899-neuDer Empfang ist entsprechend herzlich. Hier ist nichts zu spüren von der üblichen distanzierten Geschäftigkeit in Hotels. Die Menschen sind freundlich und begegnen den Gästen auf Augenhöhe. Eine sehr angenehme Erfahrung.
Wir bezogen ein Zimmer im zweiten Stock der Villa. Was uns zuerst ins Auge fiel, war die wundervolle Aussicht in den Park des Anwesens. Hundertjährige Bäume wechseln sich mit gepflegten Rasenflächen und schattigen Kieswegen ab. Der Übergang in den Wald der Umgebung ist fließend. Wahrscheinlich hatte der Park tatsächlich 100 Jahre Zeit, um so prachtvoll einzuwachsen. Und das passt wirklich bestens zur Atmosphäre der Villa Hammerschmiede. Man ist einfach ein bisschen abgekoppelt von der Welt da draußen. Und das ist es ja, was gute Hotels ausmacht.
relaisDie Villa Hammerschmiede ein gutes Hotel zu nennen, wäre eine Untertreibung. Es handelt sich um ein Fünf-Sterne-Hotel, das zur renommierten Relais&Chateaux-Vereinigung gehört. Das spricht ja schon von vornherein für sich.

Besonders hervorzuheben ist das Restaurant, das absolut herausragende Küche bietet. Das Preis-Leistung-Verhältnis empfanden wir trotzdem als sehr ausgewogen. Auch das Ambiente ist toll. Man kann im urigen Gewölbekeller der Villa speisen. Oder wahlweise in einem stilvollen und lichtdurchfluteten englischen Pavillon. Im Sommer lockt eine wundervolle eingewachsene Sonnenterrasse. In den gleichen Örtlichkeiten findet auch das äußerst opulente Frühstück statt. Hier gibt es übrigens den besten Latte Macchiato, den ich je hatte.

Wir haben während unseres Aufenthaltes einen Nachmittag in der Therme in Baden-Baden eingelegt. Sie ist vom Hotel aus in ca. 35 Minuten zu erreichen. Eigentlich kann man aber auch einfach im hauseigenen „Felsenbad“ bleiben. Das findet man in einem Glaspavillon mit spektakulärem Ausblick. Darin gibt es ein großes Schwimmbecken, Whirlpool, Sauna, Dampfbad und ein Solarium. Das Ganze ist wirklich schön gestaltet. Und sogar rund um die Uhr geöffnet.
dp1q2951-neuStilistisch entspricht die Villa Hammerschmiede übrigens nicht immer zu 100% unserem Geschmack. Wir bevorzugen es eigentlich eher schlicht und zeitlos. Hier gibt es auch mal goldene Treppengeländer. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Und die Hauptsache ist ja, dass alles stimmig ist. Das ist es hier in jedem Fall. Die Villa Hammerschmiede ist ein Gesamtkunstwerk mit jeder Menge Charakter. Wir haben uns hier wirklich sehr wohl gefühlt. Und können das Hotel wärmstens empfehlen. Vor allem Menschen, die auf gutes Essen wert legen, werden voll auf Ihre Kosten kommen.

www.villa-hammerschmiede.de

Grand Hôtel de Cala Rossa

Mit Luxus kann man sich schmücken. Oder damit angeben.
Heute schreibe ich über eine andere Art von Luxus. Es ist der, den man still genießt. Der die Seele erfreut. Willkommen im Grand Hôtel de Cala Rossa.cala1Natürlich ist das Cala Rossa ein waschechtes Luxushotel. Eines der Besten, in denen ich je war. Hier ist alles perfekt. Die Einrichtung, der Service, die Lage. Das gehört in dieser Klasse von Hotels einfach dazu. Aber das Cala Rossa bietet mehr. Hier ist der eigentliche Luxus die Privatsphäre, die Abgeschiedenheit und die absolute Ruhe.
Das Haus liegt an einem absolut idyllischen Privatstrand. Umgeben von jahrzehntelang gewachsenen Gärten. Zwischen Palmen und schattigen Pinien. Ein absolut magischer Ort. cala2

Der schönste Platz ist die weitläufige Holzterrasse, die fast bis ans Meer geht. Hier kann man sich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt wundervolle Sonnenliegen und viele schattige Plätzchen. Im Hochsommer wird hier auch das Abendessen serviert. Mit frischen Zutaten aus dem eigenen Kräutergarten. Und mit einem Meerblick, der seinesgleichen sucht. Wenn im weichen Abendlicht die Berge zu sanften Schemen werden, will man den Blick gar nicht mehr abwenden.

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Direkt neben der Terrasse liegt der feinsandige Privatstrand. Und direkt davor das Meer. So kristallklar, frisch und sauber, wie man es eher in der Karibik vermuten würde. Nicht umsonst wird die Bucht als eine der schönsten der ganzen Insel gepriesen. Umso höher muss man bewerten, wie privat es im Grand Hotel de Cala Rossa bleibt. Übrigens haben nicht mal Moskitos die Chance, die Ruhe der Gäste zu stören. Es gibt ein hotelweites System zur Abwehr von Mücken. So etwas hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Ganz selten knattert auch ein Helikopter über die Bucht. Echte VIPs können den Hubschrauberlandeplatz auf dem Gelände nutzen.

DP1Q1182Auch die Einrichtungen des Hotels sind über jeden Zweifel erhaben. Es gibt ein wundervolles SPA mit Hamam und einem großen, beheizten Indoor-Pool.
Im SPA bleiben keine Wünsche offen. Sogar einen eigenen Friseursalon gibt es. Und wer das hervorragende Essen wieder abtrainieren möchte, findet ein gut ausgestattetes Fitnessstudio vor. Ein zweites Restaurant für kühle Abende gibt es auch. Und sehr geschmackvolle, geräumige Zimmer. Hier hat man einen Blick in den schattigen, grünen Garten. Das Meer blitzt glitzernd zwischen den Zweigen hindurch. Und nach einigen Stunden am sonnigen Strand weiß man diesen Rückzugsort sehr zu schätzen. Zumal die Betten absolut perfekt sind.

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Und wo wir gerade bei den nützlichen Kleinigkeiten sind: Das Grand Hotel de Cala Rossa ist das erste Hotel, in dem das WLAN funktioniert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Das schaffen nur die wenigsten Hotels. Und für mich ist das oft ein Ärgernis.

Ich war schon in vielen sehr guten Hotels. Manche davon sind auch in meinem Blog verewigt. Das Cala Rossa setzt bei den Strandhotels einen ganz neuen Standard. Gerade weil es den Luxus nicht so vordergründig in Szene setzt – sondern ihn ganz beiläufig inszeniert. Mit viel Natur, schöner Patina, perfektem Service und Designer-Möbeln, die nicht wie Fremdkörper aussehen. Ein absolut harmonisches Gesamtkunstwerk mit viel Liebe zum Detail.

cala4Wir waren leider nur zwei Tage hier. Am liebsten wäre ich den Rest meines Lebens geblieben. Heute werden wir den Abend auf der wundervollen Terrasse ausklingen lassen. Und versuchen, uns dieses Bild für immer einzuprägen.

www.hotel-calarossa.com

 

Grimsel Hospiz, Guttannen

Man hat ja heutzutage eigentlich schon alles gesehen. Umso erstaunlicher ist es, die Region rund um den Grimsel-Pass zu entdecken. Die Gegend ist geprägt von schroffen Gipfeln, felsigen Hängen, karger Vegetation und äußerst wechselhaftem Wetter. Das Ganze ist in seiner Wucht so ungewohnt, dass man genauso gut auch auf einem fremden Planeten sein könnte.

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Die steilen Berge bieten optimale Vorraussetzungen für die Nutzung der Wasserkraft. Die Schweizer haben das auch ausgiebig genutzt. Rund um den Grimsel reiht sich ein Stausee an den anderen. Rein technisch sind das untereinander vernetzte Pumpspeicherbecken. Aber niemand, der hier steht, wird das technisch betrachten können. Die Wucht der Eindrücke fegt einen geradezu hinweg. Dazu passt, dass es auch im Juli nur 11 Grad auf dem Thermometer sind. Eisige Bäche stürzen von allen Seiten in die Stauseen. Wasserfälle, so weit das Auge reicht.

Das Grimsel-Hospiz thront auf einem gewaltigen Felsen inmitten eines Stausees. Auch der Weg zum Hospiz führt über die Staumauer. Allein die Anfahrt ist daher schon ein Erlebnis. Wenn man das Gebäude zum ersten Mal sieht, dann wird auch sofort klar, wie es fast 100 Jahre überdauern konnte: Wie eine massive Trutzburg erhebt es sich über den Felsen und die Seen. Ein menschliches Bollwerk gegen die Widrigkeiten der Natur.

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Drinnen sieht die Welt ganz anders aus. Gemütlich, warm und sicher. Der pfeifende Wind muss draußen bleiben. Auch der Empfang ist warm und herzlich. Da das Grimsel-Hospiz in der deutschen Schweiz liegt, haben wir auch keine Verständigungsschwierigkeiten.

 

Das Haus ist 2010 komplett saniert worden. Alles sieht aus wie neu und ist in bestem Zustand. Allerdings ist auch Wert darauf gelegt worden, der Geschichte Tribut zu zollen. So ist dann auch alles durchgängig mit Stein und Holz gebaut. Massive Dielen auf dem Boden, An vielen Stellen schwarzer Schiefer. Viele Möbel aus schwerem, dunklen Holz. Besonders gut haben mir die Lampen gefallen. Man kann bei den meisten nicht sagen, ob sie aus diesem Jahrhundert stammen – oder aus dem letzten. So geht es einem an vielen Stellen des Hotels. Alles fühlt sich zeitlos und hochwertig an. Toll gestaltet, gemütlich und absolut geradlienig. Schweizer Design eben.

Ich kann das Hotel uneingeschränkt empfehlen. Preislich ist es gehoben, aber noch bezahlbar. Wir sind ja immerhin in der Schweiz. Ich würde sehr gerne irgendwann mal im Winter hierher fahren. Das wäre sicher noch eindrucksvoller. Zu erwähnen wäre noch, dass die Passstrasse zum Grimsel wirklich wunderbar ist. Für Motorradfahrer ein absolutes Muss. Auch mit dem Cabrio ist es eine der schönsten Strecken.

Schweiz Sommer 2010

Link zum Grimsel-Hospiz

Casa Talia, Modica

Es gibt zwei Arten von Hotels in diesem Blog: Die, aus denen man nie wieder ausziehen möchte. Und die, die so beeindruckend sind, dass man zumindest mal eine Nacht darin bleiben sollte. Die Casa Talia gehört definitiv zur zweiten Kategorie.

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Dass uns hier zwei Nächte gereicht haben, liegt eigentlich nicht am Hotel, sondern an der Lage. Die ist gigantisch. Beeindruckend. Überwältigend. Aber es ist eben ein Stadthotel. Und das passt nicht zu 100% in mein Beuteschema. Eigentlich suche ich ja nach der ultimaten Ruhe.

blogUnsere Entscheidung für die Casa Talia hatte zwei Gründe: Zum einen die Nähe zum Flughafen Comiso und zum anderen das kleine barocke Städtchen Modica. Es ist eine ganz eigene Atmosphäre, die diese kleine sizilianische Stadt auszeichnet. Man könnte es fast morbiden Charme nennen. Jahrhundertealte Häuschen schmiegen sich an die steilen Hänge und Schluchten. Nur unterbrochen von engen, dunklen Gassen. Man fühlt sich stellenweise wie ein Zeitreisender. Und man sollte eine halbwegs gute Kondition haben. Nachdem wir zwei Mal von der Casa Talia ins Tal gelaufen waren, überlegten wir tatsächlich, ob man abends wirklich etwas essen muss.

DP1Q0760Das war auch der größte Nachteil des kleinen Hotels. Eigentlich kann man es gar nicht so richtig als Hotel bezeichnen. Es gibt keine Rezeption, kein Restaurant, keine Bar. Nur Frühstücken kann man. Und das wirklich ganz hervorragend.
Normalerweise ist ein fehlendes Restaurant kein Grund für einen Punktabzug. Das Hotel liegt jedoch ganz oben auf einem steilen Berg. Und einkaufen oder essen kann man nur unten im Tal. Das Problem ist, dass man nach dem Abstieg irgendwann auch wieder hinauf muss. Und das ist extrem schweißtreibend.

DP1Q0758Aber man kann ja niemals alles haben. Dafür bekommt man eben die absolut grandiose Aussicht. Man kann auf einer der vielen kleinen Terrassen wirklich problemlos den ganzen Tag verbringen. Jedes Mal, wenn du von deinem Buch hochschaust, bist du auf´s Neue hin und weg von Modica.

DP1Q0804Das Hotel selbst besteht aus vielen kleinen verstreut liegenden Häusern und Gärten. Wir haben in unseren zwei Nächten kaum einen anderen Gast gesehen. Obwohl das Hotel ausgebucht war, fühlte es sich nicht so an. Auf den vielen kleinen Terrassen findet jeder sein privates Plätzchen. Die Einrichtung und Ausstattung ist sehr geschmackvoll und hübsch. Und: endlich mal richtig gutes WLAN. Da ich mich sonst immer darüber ärgere, muss ich das einfach mal lobend erwähnen. Ansonsten wäre ein Wasserkocher auf dem Zimmer noch sehr schön gewesen. Und ein paar dicke Decken. Aber die braucht man wohl auch nur im Oktober.

www.casatalia.it

Case Latine, Lama

Die Case Latine befindet sich ziemlich weit im Norden von Korsika. Da wir mit der Fähre von Sardinien kamen, mussten wir praktisch die gesamte Insel durchqueren. Eine lange Fahrt, aber nur so lernt man ein Reiseziel wirklich kennen. Auf Korsika hat uns vor allem der Wechsel von Traumstränden mit karibischem, grünen Wasser und den hohen, schroffen Bergen begeistert.

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Da wir die Küste ja schon gesehen hatten, war es natürlich naheliegend, für den zweiten Teil der Reise ein Hotel in den Bergen zu suchen. Mit der Case Latine hatten wir einen Treffer gelandet. Der Weg zum Hotel führt von einer Schnellstraße im Tal auf eine kleine Straße in Richtung Berge. Diese wiederum führt auf einen Feldweg. Und der Feldweg schlängelt sich lange Zeit den Berg hinauf. Irgendwann fragten wir uns trotz Navigationssystem, ob das wirklich sein konnte. Bis plötzlich hinter einer Kurve das ÖrtchSDIM1630en Lama erschien.

Die alten Häuser im korsischen Stil schmiegen sich an einen steilen Hang, durchzogen von winzigen Gassen. Dahinter erhebt sich ein eindrucksvolles Bergpanorama mit Blick bis zum Meer.

Die Case Latine liegt etwas abseits des Ortes, so dass man einen wundervollen Blick auf das pittoreske Dörfchen hat. Das Hotel selbst ist zwar relativ neu – aber durch die Verwendung von jahrhundertealten Materialien fügt es sich sehr harmonisch in die Gegend ein. Komplett aus Naturstein gebaut, wirkt es im warmen Sonnenlicht sehr einladend und gemütlich. Trotzdem ist es ein Designhotel. Sehr exclusiv und fein eingerichtet. Gerade das macht auch den Reiz aus. Über die Einrichtung und das Gebäude denkt man allerdings nicht mehr nach, wenn man zum ersten Mal die Terrasse betritt. Die Aussicht kann man eigentlich nur als magisch bezeichnen.

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Es gibt auch noch zwei kleine Pools. Die haben wir auch mehrfach genutzt – obwohl das im Oktober in den Bergen schon ziemlich erfrischend ist. Wir haben auch Lama ausgiebig bestaunt. Aber eigentlich freut man sich doch am meisten darauf, mit einem Buch auf der Terrasse zu sitzen und ansonsten gar nichts zu tun. Und das man sich so wunschlos glücklich fühlt, das schaffen wirklich die wenigsten Hotels.

http://www.caselatine.com