La Sultana, Oualidia

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Das La Sultana Oualidia habe ich schon vor einigen Jahren bei meinen Recherchen zu Marokko entdeckt. Leider ist ein Besuch bisher immer an der passenden Reiseroute gescheitert. Oualidia ist immerhin ca. 3 Stunden von Marrakesch und ca. 2,5 Stunden von Casablanca entfernt. Wir beschlossen also, dieses Mal einen Mietwagen zu nehmen und während der Fahrt auch gleich das Land zu erkunden. Auf die Fahrt will ich gar nicht näher eingehen, aber wir waren doch ziemlich froh, als wir Oualidia am späten Nachmittag erreichten.

Die Straße zum Hotel besteht aus halbwegs festem Sand und jeder Menge tiefer Schlaglöcher. Während man sich längere Zeit einen steilen Hang herunter schlängelt, kann man an einigen Stellen schon erste Ausblicke auf die paradiesische Lagune erhaschen. Von dem kleinen Städtchen Oualidia ist zu diesem Zeitpunkt schon nichts mehr zu sehen. Man ist hier buchstäblich am Ende der Welt.

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Das La Sultana ist ein eindrucksvolles Gebäude im Stile einer alten Festung. Komplett aus hellem, warmen Naturstein gebaut, sieht es aus, als würde es seit Jahrhunderten an diesem Ort stehen. Tatsächlich ist das Hotel aber erst ca. 10 Jahre alt. Schon an der Rezeption wurden wir außergewöhnlich freundlich und warmherzig empfangen. Das Hotel kümmerte sich diskret um alle Formalitäten, während wir mit einer Mandelmilch und frischem Gebäck am flackernden Kamin warteten. Wir bekamen auch ein eigenes Concierge-Phone, mit dem wir jederzeit die Rezeption erreichen konnten. Das fühlte sich schon nach außergewöhnlichem Service an.

Da der November in Marokko Nebensaison ist, war das Hotel nicht ausgebucht. Aber auch bei voller Belegung würde man von anderen Gästen vermutlich nicht viel mitbekommen, da das Haus über gerade mal 12 Zimmer und Suiten verfügt. Ein waschechtes „Small Luxury Hotel“ eben. Wie es bei vielen guten Hotels üblich ist, besteht auch das La Sultana aus verschiedenen Gebäuden, die auf der gepflegten, herrlich bepflanzten Anlage verteilt sind.

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Im Haupthaus sind die Suiten, die Rezeption, der geheizte Innenpool und das SPA untergebracht. In einem kleinen Häuschen mit Strohdach findet man den modern ausgestatteten Fitnessbereich. Das wundervolle unterirdische Restaurant wird von einem filigranen gläsernen Pavillon gekrönt, und in einem kleinen, runden Bau am Meer ist morgens das Frühstück aufgebaut. Wahlweise kann man natürlich auch draußen auf dem sonnigen Holzdeck mit Lagunenblick speisen.

Der große, geschwungene Infinity-Pool liegt nur einige Meter neben dem Restaurant-Pavillon. Hier gibt es neben der absolut spektakulären Aussicht eine Vielzahl von gemütlichen Plätzchen, von denen man sich am liebsten gar nicht mehr wegbewegen möchte. Drei oder vier schattige Daybeds wechseln sich mit mehreren heißen Whirlpools aus stilvollem Muschelkalk ab. Auch hier gibt es als Umkleide wieder ein kleines, rundes Natursteinhäuschen, das den Bereich optisch gliedert.

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So wundervoll die gesamte Anlage auch ist, man schaut eigentlich nur auf die glitzernde Lagune und das Spiel von Ebbe und Flut. Ungefähr um drei Uhr Mittags erreicht das Wasser den höchsten Stand. Während das Meer am privaten Hotelstrand ruhig und seicht in der Sonne glitzert, sieht man weit entfernt am Horizont wilde Brecher gegen schroffe Felsen anstürmen. Am frühen Morgen, wenn die Lagune noch leer ist, entfalten die Ruhe und die Einsamkeit an diesem Ort ihren ganz eigenen Zauber.

Das Meer war selbst im November noch so warm, dass man problemlos schwimmen konnte. Die Marokkaner, die im November bei 24 Grad mit dicken Daunenjacken unterwegs sind, quittierten das mit einem Schmunzeln.

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Während unseres Aufenthaltes war das Wetter teilweise recht durchwachsen. Es regnete viel – aber wenn sich die Sonne blicken lies, war sie warm und kraftvoll. Im La Sultana freuten wir uns manchmal sogar auf ein bisschen Regen und Wind. Mächtige Kamine im Restaurant, an der Rezeption und auch auf den Zimmern sorgen auch im Winter für behagliche Wärme und Geborgenheit. Am Pool und auch auf der weitläufigen Holzterrasse des Zimmers nutzten wir ausgiebig die steinernen Whirlpools, wenn es kühler wurde. Besonders schön fand ich das unterirdische Restaurant, wenn der Regen auf das pyramidenförmige Glasdach prasselte und das Feuer mit seinem flackernden Schein die weitläufige Steinhalle erleuchtete.

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Wo wir gerade beim Restaurant sind: Das Essen ist selbstverständlich eine Offenbarung. Bei einem Haus dieser Güte ist das nicht überraschend. Was wir aber sehr positiv vermerkt haben, sind die Preise. Ab ca. 20 Euro pro Hauptgang kann man hier in die Welt der Haute Cuisine einsteigen. Nach oben ist natürlich alles offen, und wer es ganz exklusiv möchte, der wählt in den Katakomben des Hotels einen frischen Lobster aus einem der zahlreichen Fischbecken.

In diesem Blog stelle ich nur wirklich gute Hotels vor. Das ist ja Teil des Konzepts. Das La Sultana Oualidia ist aber in seiner ganzen Erscheinung, im Service und in der Lage derart außergewöhnlich, dass ich schon überlegt habe, ob ich dafür nicht eine ganz neue Kategorie einführen sollte. Es gehört mit Sicherheit zu den besten Häusern dieser Welt. Wer ein Faible für kleine, außergewöhnliche Hotels hat, der sollte irgendwann in seinem Leben einige Tage hier verbringen. Den Aufenthalt wird man sicher nie vergessen.

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Ich würde für einen Besuch die Nebensaison empfehlen. Für mich ist die Mischung aus kalten, regnerischen Nächten am Kamin und sonnigen Nachmittagen an der wundervollen Poolanlage ideal, um dieses Hotel zu genießen. Ganz nebenbei werden so auch die anspruchsvollen Zimmerpreise etwas verträglicher.

lasultanahotels.com/oualidia

Hotel Tigmiza, Marrakesch

Wenn jemand das erste Mal nach Marrakesch fährt, bucht er für gewöhnlich einen der schicken Riads in der Medina. So haben wir es vor einigen Jahren auch gemacht. Die Altstadt von Marrakesch ist zwar ungemein spannend und exotisch – aber auch laut, hektisch und ziemlich anstrengend. Wer sich in der südlichen Sonne Marokkos einfach nur erholen möchte, der findet auch im näheren Umkreis der Stadt attraktive Alternativen.
DP1Q3414Eine davon ist das Tigmiza Suites&Pavillons. Das luxuriöse fünf Sterne-Resort im Stile einer klassischen Kasbah liegt ca. 20 Minuten außerhalb der Stadt. Versteckt hinter hohen Mauern ist hier vor ca. 10 Jahren ein echtes Paradies entstanden. Während das Umland doch eher karg und steinig aussieht, ist innerhalb des weitläufigen Areals die Vegetation förmlich explodiert. Mein erster Gedanke war: „sieht nach Indiana Jones aus“.

Die alte Villa, die 2007 renoviert und zum Haupthaus des Hotels ausgebaut wurde, beherbergt diverse luxuriöse Suiten und das internationale Restaurant. Im Zentrum des weitläufigen Gebäudes liegt ein großer, schattiger Innenhof, der komplett mit uralten Bananenbäumen zugewachsen ist. Unter einem dichten Dach aus Bananenblättern kann man in einem beheizten Pool auch in den Wintermonaten entspannt seine Bahnen ziehen. Man fühlt sich dabei, als hätte man einen lange vergessenen Tempel im Urwald entdeckt. Ein magisches Gefühl.
DP1Q3279Direkt vor dem Haupthaus findet sich auch noch ein deutlich größerer Pool. Umgeben von mächtigen Palmen kann man sich hier den ganzen Tag in der Sonne räkeln, während leise französische Musik aus versteckten Lautsprechern säuselt und der feine Duft von Thymian und Oregano in der Luft liegt. Wer mittags Hunger bekommt, muss nur wenige Schritte bis zur Poolbar gehen. Der große Pool ist übrigens nicht beheizt. Wer wie wir die Nebensaison mit den entsprechend günstigen Preisen nutzen möchte, sollte das bedenken. Die meiste Zeit des Jahres ist es ja ohnehin sehr warm in Marokko.

Neben den Suiten im Haupthaus gibt es auch diverse Villen auf dem Gelände. Viele davon verfügen über separate Wohn- und Schlafbereiche und einige haben sogar einen privaten Pool. Spätestens hier vergisst man dann komplett, dass man sich in einem Hotel befindet. Die Pavillons sind über das ganze Gelände verteilt und so zauberhaft eingewachsen, dass man außer einem Türmchen hier und einem kleinen Weg dort absolut nichts von der Nachbarschaft mitbekommt. Privater geht es nicht mehr. Ich könnte daher auch nicht genau sagen, wie viele dieser Villen es auf dem Gelände gibt. Ich vermute, dass es maximal 20 sind.
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Von Innen sind die kleinen Häuschen sehr liebevoll und hochwertig ausgestattet. Eine Mischung aus marokkanischem Flair, tollen Vintage-Möbeln und französischer Leichtigkeit prägen das Ambiente. Pastellfarbene Orientteppiche, kunstvolle, handbemalte Holzdecken und die Wände aus matt glänzendem Tadelakt wirken gemütlich und trotzdem zeitlos. Besonders gut gefallen haben mir die großen Glasflächen, die nur von filigranen Metallprofilen eingerahmt werden. Mit einer Dreifachverglasung, wie sie in kalten Ländern heute üblich ist, würde man so stilvolle Fenster wohl nicht hinbekommen.
DP1Q3358Im Prinzip muss man die Anlage eigentlich gar nicht verlassen. Im direkten Umkreis gibt es auch wirklich nichts außer Staub und Steinen. Wer dennoch etwas Abwechslung möchte, der kann sich vom Hotel-Shuttle 2x am Tag kostenlos in die Medina bringen lassen.

Für mich ist das Tigmiza eine echte Empfehlung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für ein Haus dieser Klasse wirklich gut. Das reichhaltige Frühstück ist im Preis mit drin, der Service zuvorkommend und nett. Leider war das zweite Restaurant wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Etwas mehr Abwechslung beim Abendessen wäre willkommen gewesen, da man ja nicht ohne weiteres woanders Essen gehen kann.DP1Q3436Ich würde das Tigmiza unter „legerer Luxus“ einordnen. Es ist zwar ein waschechtes fünf-Sterne-Haus, aber niemand hebt die Augenbraue, wenn man in der Badehose auf der Anlage herumläuft oder in Jeans und T-Shirt beim Abendessen erscheint. Perfekt ist das Tigmiza sicher nicht. Die Verkabelung der Beleuchtung ist ziemlich hemdsärmelig verlegt, die Schläuche der Bewässerungsanlage gut sichtbar. Die Rasenflächen sind auch nicht überall in perfektem Zustand.

Aber im Endeffekt sind das alles echte Kleinigkeiten. Das Tigmiza-Feeling ist insgesamt wirklich toll. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Und der Enspannungs-Faktor ist extrem hoch. Abgesehen davon ist es eben auch deutlich günstiger als viele andere Häuser dieser Kategorie.

www.hotel-tigmiza-marrakech.com

Seezeitlodge am Bostalsee

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Heute möchte ich ausnahmsweise mal ein Hotel aus der Kategorie „mittelgroß und fein“ vorstellen. Eigentlich suche ich für diesen Blog nach Häusern mit unter 50 Zimmern. Ideal finde ich 20. Aber gerade bei den guten Wellness-Hotels ist das nicht so einfach. Ein ausgedehnter SPA-Bereich mit Pool lohnt sich eben erst ab einer gewissen Zahl von Gästen. Während man von „klein“ bei über 80 Zimmern eigentlich nicht mehr reden kann, trifft „fein“ hier auf jeden Fall 100% zu.

Die Seezeitlodge am Bostalsee ist am Reißbrett geplant. Dementsprechend hat sie keine Patina, keine knarrenden Dielenböden und keine 100jährigen Bäume im Garten. Die Lodge ist absolut nagelneu. Und das hat durchaus seinen Reiz, gerade bei einem Wellness-Hotel. Eröffnet hat es erst im Juli 2017. Und es waren offensichtlich Planer und Architekten beteiligt, die ihr Handwerk verstehen. Das Hotel ist wirklich supermodern – und dabei total gemütlich. Das muss man erst mal hinbekommen.

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Das Design ist geradlinig, fast schon skandinavisch. Klare Formen, klare Linien, viel Glas und Beton. Trotzdem wirkt alles sehr naturverbunden. Überall ist warmes, offenporiges Holz verbaut. Der Blick auf den malerischen See ist beinahe allgegenwärtig und die liebevollen, kleinen Details komplettieren den guten Gesamteindruck. Wenn es dämmert, kommt dann noch ein ausgefeiltes Lichtkonzept mit vielen geschickt platzierten Highlights dazu.

Auch wenn die Lobby noch so schön ist – in einem Wellness-Hotel zählen andere Dinge. Wie schon erwähnt ist das Hotel absolut neu. Und gerade im Poolbereich und in den Saunen fällt das einfach sehr positiv auf. Jede Fuge sieht aus, als wäre sie gestern erst gezogen worden. Die Saunen und die ausgedehnten Ruhebereiche fühlen sich absolut jungfräulich an. Wir haben dann auch den kompletten Tag im Wellness-Bereich verbracht. Das hübsche und geräumige Zimmer haben wir praktisch nur zum schlafen verwendet.
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Man benötigt einige Zeit, bis man hier alles gesehen hat. Es gibt diverse Saunen, ein Dampfbad, einen riesigen Pool und mein persönliches Highlight: Das keltische Saunadorf. Hier gruppieren sich diverse kleine Holzhäuschen um einen runden „Dorfplatz“ mit Feuerstelle. In jedem Haus findet man eine andere, kleine Sauna vor. Insgesamt gibt es in der Seezeitlodge 8 Stück davon. Das finde ich wirklich außergewöhnlich. Auch den Ruheraum im keltischen Dorf sollte man besucht haben. Hier gewähren fünf Meter hohe, gigantische Fenster einen Blick in die idyllische Landschaft. Meine Wertung für die Saunen sind fünf von fünf Sternen. In der Dämmerung haben wir dann noch einige Zeit im warmen Außenpool verbracht und den Blick auf den See genossen. Das einzige was mir wirklich fehlte, war ein Whirlpool. Warum sie den nicht noch eingebaut haben, ist mir ein Rätsel.

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Die Seezeitlodge ist nicht ganz günstig. Ab ca. 200,- für ein Doppelzimmer geht es los. Allerdings stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis trotzdem. Man muss bedenken, dass der prachtvolle Wellness-Bereich für zwei Personen mit drin ist. Dazu gibt es ein Frühstücksbuffet, wie ich es wirklich selten gesehen habe. Ein 4 Meter langer Tisch, auf dem einfach nur verschiedene Brotsorten angeboten werden, das ist schon außergewöhnlich. Auch Veganer werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Ich habe alleine fünf Sorten Milch gezählt. Das ganze kombiniert man am besten mit der friedlichen, sonnigen Terrasse – perfekt. Auch Abends ist das Restaurant empfehlenswert. Die Qualität der Speisen ist sehr gut, und der Blick auf den See und das kuschelige Ambiente passen sehr gut zu einem romantischen Kurzurlaub. Schade, dass man nicht im Bademantel zum Abendessen gehen kann.

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Wo Licht ist, ist natürlich auch ein bisschen Schatten. Das Hotel ist neu, die Abläufe noch nicht ganz eingespielt. Teilweise gibt es längere Wartezeiten an der Rezeption, manche Leute wirkten manchmal etwas verwirrt. Auf der sonnigen Terrasse gab es nirgendwo Kissen. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, man hätte mit Regen gerechnet. Klar, dann kann man natürlich die Polster auch nicht mehr holen.
Was ich wirklich doof fand, ist die Lärmbelästigung. Der Bostalsee hat scheinbar ein große Open-Air-Bühne. Während unseres Aufenthalts war dort eine Veranstaltung, so dass den ganzen Tag äußerst basslastige 90er-Jahre Musik über den See schallte. Das ist natürlich nicht ideal für ein entspanntes Wellness-Hotel. Ich finde, darauf sollte das Hotel bei der Buchung hinweisen.

Mein Fazit: Tolles Hotel, tolle Lage. Die Größe ist geschickt kaschiert. Die 80 Zimmer stören gar nicht. Der Wellness-Bereich ist kaum zu toppen, das Frühstück ist göttlich. Der Preis geht für die gebotene Leistung voll in Ordnung – wenn nicht gerade ein Techno-Open-Air stattfindet.

Hotel Diedrich, Hallenberg

Wenn ich das Hotel Diedrich in einem Satz beschreiben müsste, dann würde ich sagen: Ein schönes, bezahlbares Wellness-Hotel auf dem Weg zur Spitze. Das Diedrich ist eine interessante Ergänzung für den Blog. Üblicherweise finden sich hier Hotels, bei denen für mich wirklich alles stimmt. Das Diedrich ist im Moment noch auf dem Weg dahin. Ich habe mich trotzdem dafür entschieden, einen Bericht zu schreiben. Das Haus hat nämlich viel Potential.
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Die Grundvoraussetzungen sind jedenfalls gut: Knappe 60 Zimmer und eine sehr nette Lage in einem verschlafenen Dörfchen. Hier sieht es aus, wie man sich das Sauerland vorstellt. Sanfte Hügel, zwei kleine Bachläufe und eine wunderbare Weitsicht. Schon die Anfahrt ist Entschleunigung pur. Eine knappe Stunde schlängelt man sich über verschlafene Landstraßen bis nach Hallenberg. Die Begrüßung ist sehr nett und herzlich. Das zieht sich übrigens durch den ganzen Aufenthalt. Hier ist keine affektierte, aufgesetzte Freundlichkeit zu spüren, wie man sie leider aus vielen Hotels kennt.
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Als ich einen ersten Blick in eines der Restaurants werfe, bin ich sehr positiv überrascht. Eine behagliche Mischung aus viel Holz und modernen Elementen mit einem sehr gelungenen Lichtdesign. Auch das Essen ist entsprechend gut. Für Gäste mit Halbpension gibt es Abends ein wirklich ausgezeichnetes Vier-Gänge-Menü. Der Blick von der Rezeption ins modern und hochwertig gestaltete Restaurant offenbart aber auch gleich die kleine Schwäche des Hauses. Hier treffen verschiedene Stile und wahrscheinlich auch Renovierungsabschnitte aufeinander. Einiges hier – wie zum Beispiel das à la carte Restaurant, manche Zimmer und vor allem der beeindruckende Ruhebereich im SPA – sind herausragend gut gestaltet. Mit hochwertigen Materialien und einem Händchen für außergewöhnliche Details sind sie auf der Höhe der Zeit. An anderen Stellen ist gestalterisch auch noch Luft nach oben. Aber das ist auf hohem Niveau gejammert.
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Das war aber auch der einzige Punkt, über den ich sanft gestolpert bin. Vor allem der Wellness-Bereich ist wirklich toll. Und das ist ja der Grund, weshalb man in so ein Hotel fährt. Die Säulentherme ist optisch wirklich beeindruckend gestaltet. Eine riesige Glasfront mit großer Holzterrasse öffnet den Saal mit dem Schwimmbecken (28 Grad) in Richtung des idyllischen Tals. Was mich betrifft habe ich die meiste Zeit des Tages im Bademantel auf einer der gemütlichen Liegen verbracht und die Aussicht genossen.
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Direkt neben der Therme liegt der großzügige, moderne Saunabereich. Hier gibt es vier verschiedene Saunen. Vom Dampfbad bis zur geräumigen Panoramasauna ist für jeden etwas dabei. Natürlich kann man im SPA auch aus einer breiten Palette von Anwendungen wählen. Massagen, Lichtbäder, ayurvedische Behandlungen, Yogakurse und vieles mehr kann man während seines Aufenthaltes dazu buchen. Auch einen gut ausgestatteten Fitnessbereich gibt es hier im Hotel.
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Das besondere Highlight ist aber eindeutig der frisch renovierte Ruhebereich. Avantgardistisch gestaltet und trotzdem urgemütlich. Die Mischung aus natürlichen Materialien, interessanten Lichtkompositionen und frischen Ideen ist wirklich eine Auszeichnung für das ganze Hotel. Wenn das Diedrich den Weg konsequent weitergeht und auch den Rest des Hotels auf das Niveau der neuen Bereiche bringt, dann gehört es für mich definitiv zur Spitzengruppe in seiner Kategorie.
Auch heute ist es aber schon uneingeschränkt empfehlenswert. Der Wellness-Bereich ist großartig, die Küche und das Frühstück ausgezeichnet. Die Lage gefällt mir sehr gut. Alles ist sauber und gepflegt. Und der herzliche Umgang mit den Gästen rundet das Bild ab. Die Preise sind im Hotel übrigens durchweg moderat. Ich finde, dass man hier wirklich sehr viel für sein Geld bekommt. Und außerdem hat es das niedlichste Hotel-Logo dass ich kenne.

www.hotel-diedrich.de

 

La Serena Villas, Palm Springs

DP1Q1736In Amerika ist alles überdimensioniert. Das gilt für Freeways und Autos und sogar für die Kaffeeportionen bei Starbucks. Leider gilt es auch für die meisten Hotels.
Wir waren einige Tage geschäftlich in Los Angeles. Bei dieser Gelegenheit wollten wir noch das Wochenende dran hängen, um Stadt und Umland zu erkunden.

Auch dieses Mal haben wir nach einem kleinen, feinen Hotel gesucht, das in den Blog passen könnte. Leider war das in Los Angeles gar nicht so einfach. Die meisten Hotels sind riesig, teuer und oft auch geschmacklich fragwürdig. Viele sind auch sichtlich in die Jahre gekommen. Kurz gesagt: Für den Blog war hier nichts zu finden.

Schließlich sind wir auf Palm Springs gestoßen. Irgendwie hatte das einen guten Klang (ich vermute durch Fernsehserien aus meiner Kindheit), und die Aussicht, nach den Tagen in Santa Monica noch ein bisschen was von der Wüste zu sehen, gefiel mir.

Los Angeles / Kalifornien 2017Zwei Stunden Fahrt von Los Angeles entfernt ist man hier in einer ganz anderen Welt. Das gilt natürlich für die Landschaft – Palm Springs liegt mitten in der Wüste, – aber vor allem für das Klima. Während der August in L.A. sich ungefähr so anfühlt, wie der Sommer in Deutschland, ist es hier bis zu 20 Grad wärmer. Mittags im Auto zeigte das Thermometer irgendwann 111 Grad Fahrenheit, also höllenartige 44 Grad Celsius.
Air Condition hat hier natürlich jedes Hotel. Aber ein Pool stand ganz oben auf unserer Wunschliste. Die sonstigen Kriterien sollten den anderen Häusern in diesem Blog entsprechen. Fündig geworden sind wir bei „La Serena Villas“. Das ist ein fast neues Hotel im spanischen Stil. Auf den Fotos sah es wirklich gut aus. Und auch die Preise waren für kalifornische Verhältnisse in Ordnung.
Los Angeles / Kalifornien 2017
Als wir Nachmittags im Hotel ankamen, war es ungefähr vier Uhr. Nach der langen Fahrt im kühlen Auto traf uns beim Öffnen der Tür fast der Schlag. Zum Glück waren es bis zur  angenehm klimatisierten Lobby nur ein paar Schritte. Der erste Eindruck war ausgesprochen positiv. Alles ist hell und modern, die Einrichtung geschmackvoll und schlicht. Feine, hochwertige Details finden sich an jeder Ecke. Besonders die kunstvollen Fliesen fallen ins Auge. Hinter den Verandatüren aus Holz und Glas schimmert auch schon der Pool.

Der Check-in ging problemlos und schnell über die Bühne. Gut fanden wir auch, dass das Hotel sehr transparent mit der Tax umgeht. Diese wird zu jeder Zeit sichtbar ausgewiesen, und die Steuer ist im Gesamtpreis enthalten. Hier fällt man sonst als Europäer gerne mal auf die Nase, da in den USA die Preise eigentlich immer ohne Tax ausgewiesen werden. Man weiß also nie wirklich, was man am Ende bezahlt. Was ich auch sehr nett fand, war das Upgrade, das wir bekommen haben. Unser Zimmer war eine große Suite mit separatem Schlafzimmer und einer kleinen Küche. Auch hier ist die Einrichtung sehr geschmackvoll und hochwertig ausgefallen. Es gibt eine wundervolle, riesige Dusche, die wir auch oft benutzt haben. Auch wenn das Wasser in Palm Springs natürlich nie wirklich kalt wird, ist jede Erfrischung höchst willkommen.

Los Angeles / Kalifornien 2017Sehr positiv aufgefallen ist die Klimatisierung. Normalerweise ist meine erste Handlung, die Air Condition auszuschalten. Aber in diesem Hotel gibt es in unserem Zimmer ganze sieben Ausströmer. Versteckt hinter kunstvoll geschnitzten Holzblenden, sorgen sie für eine absolut zugfreie Belüftung. So vergisst man im Zimmer tatsächlich die Gluthitze vor der Tür und kann sich richtig entspannen.
Gegen fünf Uhr Abends wird es dann langsam kühler, und man kann sich an den Pool legen, ohne dabei zu verglühen. Das Hotel ist wirklich sehr durchdacht gebaut. So wirft zum Beispiel der kleine Turm des Restaurants genau zur richtigen Zeit Schatten. So lässt es sich im Wasser stundenlang aushalten. Die Serena Villas sind ein wundervoller Ort mit einer sehr friedlichen Atmosphäre. Es handelt sich um ein Adult-Hotel. Das ist zwar schade für Familien mit Kindern, aber es sorgt in jedem Fall für Ruhe.

Besonders schön wird es am Pool gegen 19 Uhr. Der Mond steht dann zu dieser Jahreszeit schon am wolkenlosen Himmel. Die mächtigen Berge hinter dem Hotel sind in weiches Licht getaucht. Die Temperatur ist herrlich und das Wasser wunderbar warm. Leise, angenehme Musik streift aus unsichtbaren Lautsprechern unsere Ohren. Eigentlich könnte man die ganze Nacht hier verbringen.

Direkt am Pool befindet sich das kleine, schicke Restaurant des Hotels. Es hat auch eine Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht. Leider war sie aufgrund der Hitze geschlossen. Wir hätten auch nicht hier gegessen, da wir abends lieber die kleine Stadt erkunden wollten. Aber ich bin sicher, dass die Qualität der Speisen dem Anspruch des Hotels gerecht wird.

Los Angeles / Kalifornien 2017Ich kann dieses kleine, feine Hotel wirklich jedem ans Herz legen. Es hat ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, das Design ist zeitlos schön, die Lage ist perfekt. Man kann abends die meisten Restaurants zu Fuß erreichen. Und je nach Jahreszeit sind die Temperaturen natürlich manchmal auch angenehmer. Juni bis August ist hier absolute Nebensaison. Im Januar sind es angenehme 25 Grad. Wir haben uns hier jedenfalls sehr wohl gefühlt, und vielleicht verschlägt es uns ja mal wieder nach Palm Springs…

laserenavillas.com